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Kuranyi nicht bei der WM dabei – „Drücke vor dem Fernseher die Daumen“

3 Mai

Die Begründung von Bundestrainer Joachim Löw klingt nahezu lächerlich: „„Der disziplinarische Vorfall im Oktober 2008 hat für mich letztlich keine Rolle mehr gespielt.“ Kuranyi passe einfach nicht ins System der DFB-Elf, so Löw. Das war also das WM-Aus für den Schalker Top-Torjäger – zum zweiten Mal.

Löw und Kuranyi - diese Kombination wird es wohl nie mehr geben (Bild:welt.de)

Löw und Kuranyi - diese Kombination wird es wohl nie mehr geben (Bild:welt.de)

Schon 2006 wurde Schalkes Nummer  22 nicht in den WM-Kader berufen. Aber warum hat sich Löw dieses Mal so lange mit seiner Absage Zeit gelassen? Dass Kuranyi nicht in das System der Deutschen Nationalmannschaft passt, war doch schon vor Monaten klar. Aber selbst diese Tatsache scheint ein schlechter Witz zu sein wenn man bedenkt, dass Kuranyi bislang 18 Tore in dieser Saison schoss – System hin oder her, so ein Mann muss mit nach Südafrika.

Am System kann es nach Meinung von vielen also nicht liegen. Was ist es also dann? Spielt etwa Kuranyis Halbzeit-Abgang von 2008 noch eine Rolle? Genau das dementiert Löw. „Bei allen Überlegungen in unserem Trainerteam sind wir jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass wir taktisch und personell andere Vorstellungen für die Zusammenstellung des WM-Aufgebots haben“ – Bam, das sitzt. Ein Miroslav Klose oder ein Lukas Podolski werden die Tore schon besorgen. Wer’s glaubt, wir selig. Und wer an Mario Gomez noch glaubt, der gehört verprügelt.

Böse Zungen behaupten sogar, der wahre Grund für Löws Absage sei die Tatsache, dass Kuranyi nicht mehr beim VfB Stuttgart spielt. So besitzt Löw doch eine gewisse Sympathie für Spieler aus seiner schwäbischen Heimat. Angesichts der Personalien Tasci (VfB) statt Hummels (BVB) oder Khedira (VfB) statt Frings (Werder) ein schon fast nachvollziehbarer Vorwurf.

Viel mehr jedoch steht eine ganz andere Motivation hinter Löws Entscheidung – die eigene Eitelkeit. Nie wieder werde Kuranyi unter dem Trainer Löw in der Nationalmannschaft spielen, sagte Löw nach der Suspendierung des Schalker Stürmers im Oktober 2008. Scheinbar will der Bundestrainer sein Gesicht wahren und das halten, was er versprochen hat. Ein durchaus ungeeigneter Moment um persönliche Machtspielchen durchzusetzen.

In Königsblau immer treffsicher, für den DFB reicht es aber nicht (Bild:kicker.de)

In Königsblau immer treffsicher, für den DFB reicht es aber nicht (Bild:kicker.de)

Und so werden in Südafrika die Cacaus, Kloses und Podolskis dieser Welt ihr Unwesen treiben. Und wenn der Plan auch noch aufgeht und diese Spieler treffen, hat Löw alles richtig gemacht. Geschieht das nicht, so wird sich ein Sturm des Zorns über den Bundestrainer ergießen und der Trainerstuhl wird mächtig wackeln.

Äußerlich scheint Kuranyi unterdessen die Sache gelassen zu nehmen. Er habe zwar schon von Kindesalter von einer Teilnahme an der WM geträumt, aber er werde die Entscheidung Löws akzeptieren. „Natürlich wünsche ich dem Trainer und der Mannschaft das Beste für Südafrika. Und ich werde wie jeder Fan vor dem Fernseher die Daumen drücken.“, schreibt Kuranyi auf seinem Internetauftritt, wohlmöglich innerlich brodelnd.

Torsten Frings nicht mit zur WM

20 Jan

Wie der Kicker heute auf seiner Internetseite berichtet, hat Bundestrainer Jogi Löw sich festgelegt und wird Torsten Frings nicht mit zur WM nach Südafrika nehmen. Anscheinend aufgrund von Zweifeln an der körperlichen Fitness von Frings.

Obwohl Löw immer beteuert hat, dass Frings eine Chance auf die WM in Südafrika hätte, scheint dies wohl dann doch nicht der Fall gewesen zu sein. Und anscheinend müssen seine Zweifel enorm sein, denn sonst wäre er sich wohl nicht bereits ein halbes Jahr bevor das Turnier startet sicher, dass er Frings nicht gebrauchen wird. Dies ist gleichbedeutend mit dem Karriereende in der Nationalmannschaft des Bremer Kapitäns. Sein erstes Länderspiel bestritt er gegen Frankreich im Jahr 2001.  Seit dem hat er 79 Lännderspiele bestritten und 10 Tore erzielt, wobei dieses sein wohl schönstes Tor war:

Meiner Meinung nach eine falsche Entscheidung. Denke, dass Frings immernoch der Mannschaft mir seiner Erfahrung hätte helfen können. Ausserdem finde ich Löws Umgang mit einem solch verdienten Spieler respektlos. Er hätte dann ja bereits vor einem halben Jahr äußern können, dass er nicht mehr mit Frings plant. Freuen dürfte sich dann wohl Thomas Hitzelsperger, der trotz einer unterirdischen Saison beim VfB Stuttgart einen Konkurrenten von seiner Position verdrängen konnte.

Macht mich zum Bundestrainer und ich nehme Frings mit…..!