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Autorenkommentar: Meine Hochachtung, Herr Rangnick !

22 Sep

Schalkes Trainer Ralf Rangnick ist gestern Mittag zurückgetreten. Nicht weil es schlecht lief, nicht wegen Problemen mit der Mannschaft, den Fans oder der Vereinsführung, nein wegen Erschöpfung.

Er ist nun der dritte größere Fall in den letzten 2 Jahren  in der Bundesliga und es gehört mehr als viel Mut dazu, dies sich selbst einzugestehen, gerade wenn man in einem Job mit einem solch großen Erfolgsdruck arbeitet.

Und trotzdem ist Burnout eines Bundesligatrainers ein Novum. Und doch erscheint es völlig logisch, wenn man sich das Arbeitspensum anschaut.

Für einen Bundesligatrainer beginnt der Tag bereits vor der morgendlichen Trainingseinheit. Das komplette Training will geplant sein, Spielergespräche werden vorbereitet, Interviews und Marketingtermine durchgesprochen usw.! Ein moderner Fußballtrainer schirmt seine Mannschaft ab, fängt die Medien, die Fans und die Vereineführung ab und erledigt nebenher noch die normalen Traineraufgaben. Für ihn endet die Saison nicht, wenn die Spieler Mitte Juli in den Urlaub gehen und beginnt, bevor diese Anfang August wieder in den Spielbetrieb zurückkehren. Ständig steht er im Fokus und das rund um die Uhr.

Und wenn man weiß, dass Ralf Rangnick ein sehr akribisch und engagiert arbeitender Trainer ist, erkennt schnell, dass der Arbeitsaufwand vergleichbar mit einem Topmanager aus der Wirtschaft ist. Denn genau das sind viele Bundesligatrainer mittlerweile.

Gerade dabei ist es verständlich, wenn mal der ein oder andere die Batterien neu aufladen muss. Und doch ist es weiterhin ein Tabuthema. Es wird zwar von allen wieder begrüßt, wenn Trainer oder Spieler zugeben, dass sie an Erschöpfung leiden, aber es wird immer noch als Schwäche in einem Sport mit teilweise archaischen Männerbild ausgelegt. Ein Verein wird sich in Zukunft gut überlegen, ob er Ralf Rangnick engagiert. Das Risiko, dass er plötzlich den Verein in einer wichtigen Phase verlässt, wie in Hoffenheim und nun auf Schalke, ist hoch. Und genau das erhöht wieder die Hemmschwelle für andere Trainer und Spieler. Und wer kann sich heute noch an Sebastian Deisler erinnern. Der ist nach seinem ersten Ausstieg nie wieder richtig zurückgekommen.

Doch gerade hier zahlt sich Ehrlichkeit aus. Für die Gesundheit des Menschen und für den Erfolg des Vereins. Denn wie Rangnick selbst sagt, „reicht sein Energielevel nicht aus, um erfolgreich zu sein“. Wenn der Fußballsport in Deutschland wirklich erkennt, dass jeder Mensch, der so unter Erfolgsdruck steht irgendwann mal eine Pause braucht, werden sich sicherlich mehr dazu bekennen. Und dann werden auch die Forderungen nach einer kürzeren Sommerpause, einer größeren Liga mit 20 Mannschaften und einer Aufhebung der Winterpause verstummen.

Statistiken beweisen, dass etwa 20 -30 % der Berufstätigen mindestens einmal im Leben ein Burnout haben. Im Bundesligafußball sind es in den letzten zehn Jahren unter 1 %, bei überdurchschnittlichem Druck.

Deshalb ist es einfach wichtig, dass eine wirkliche Akzeptanz erreicht wird. Seit Enke sind es nun 2 Bundesligabeteiligt, die sich geoutet haben, ein Spieler und ein Trainer. Wer der Meinung ist, dass sich schon etwas wesentlich verändert hat, der schaut nicht genau hin!

Und genau deshalb ist der Schritt von Ralf Rangnick richtig und äußerst respektabel.

Trainerstimmen:

http://mediencenter.sport1.de/de/video/#/0_jpnwus4u

Goodbye, Mr. McClaren!

9 Feb

Nicht mehr Trainer in Wolfsburg. Steve McClaren. (Foto: kicker.de)

Nicht mehr Trainer in Wolfsburg. Steve McClaren. (Foto: kicker.de)

Steve McClaren und der VfL Wolfsburg gehen getrennte Wege. Das erste englische Chefcoach-Intermezzo in der Bundesliga ist beendet. Schade eigentlich! Wieder ein Trainerwechsel in der Bundesliga, wieder ein Artikel bei Rudelbilder.

Für die meisten Kritiker ist klar: McClaren ist ein überschätzter Trainer. Hatte er beim VfL Wolfsburg doch eine Offensivbesetzung zum Zungeschnalzen und scheinbar luxuriöse finanzielle Möglichkeiten. Dass dabei nicht mehr herumgekommen ist als Platz zwölf und damit die Abstiegszone, passt in das vielstrapazierte Image von „dem Trottel mit dem Regenschirm“ oder „McClown“, der es nicht schaffte, die exquisite englische Elf zur Euro 2008 zu führen. Ein Patzer von Torwart Scott Carson machte McClaren zum Deppen.

Was ihn in Wolfsburg zum Scheitern brachte, war eine offenbar untrainierbare Mannschaft. Nicht erst seit dem verballerten Elfmeter von „Ego-Diego“ kann man dies behaupten. Das Wechseltheater um Edin Dzeko beschäftigte das Team, Millionen-Einkauf Mario Mandžukić präsentierte sich eher als Nachwuchsschauspieler denn als Torjäger. Diego ist seit seiner letzten Bremer Saison nicht nur für Familie Connor unsympathisch geworden, auch viele Fußballfans können sich nicht mehr für ihn begeistern. Er profitiert vom Renomee seine vorherigen Arbeitgebers und von genialen Aktionen in Bremer Zeiten, ansonsten wirkt er über seinen Zenit hinaus. Arne Friedrich (in WM-Form, versteht sich) fehlte der Wolfsburger Schießbude in der Hinrunde bitterlich.

Aber ist das Steve McClarens Schuld? Nein, finde ich! Denn wer mit Twente Enschede niederländischer Meister wird und eine graue Maus wie den FC Middlesbrough ins Uefa-Cup-Finale bringt, der hat was auf der Pfanne. Seine britische Art war sympathisch, er brachte ein gewisses internationales Flair mit. Das wird der Bundesliga fehlen. Schade also, dass er weg ist. Oder?!

PS: Dass nun Ralf Rangnick nach Wolfsburg kommen soll, finde ich toll, siehe unten 😉 Hoffentlich bekommt er die Diven in den Griff.

Tomasz Waldoch is back

1 Dez

Da kann man doch nur sagen: Herzlich Willkommen zurück Tomasz Waldoch.

Der ehemalige Profi und heutige Co – Trainer der polnischen Nationalmannschaft ist für ein Praktikum bei seinem alten Verein Vfl Bochum zurück auf den Trainingsplatz gekehrt.  Dieser Platz dürfte ihm gut bekannt sein, schließlich hat er diesen in den Jahren 1995 – 1999 selbst ordentlich beackert. Sein Praktikum wird zunächst eine Woche lang andauern und dann im Januar 2010 fortgesetzt.

Tomasz Waldoch - Quelle: vfl-bochum.de

Vielleicht kann er der Mannschaft ja zeigen, wie man trotz kleinem Bugdet erfolgreich Fussball spielen kann. Immerhin gehörte er zu der legendären Mannschaft, die den Uefa-Cup in der Saison 96/97 erreichen konnte. Waldoch hatte daran einen gar nicht so kleinen Anteil:

Es war ein Freitag, der 4.10.1996 und gleichzeitig der 9. Spieltag der Saison. Der VfL hatte ein Heimspiel gegen den Nachbarn aus Dortmund, immerhin mit den Weltmeistern Möller, Reuter und Kohler angereist und mit Ottmar Hitzfeld an der Linie. Hat trotzdem nix genützt. Bochum gewan mit 1:0, durch einen Treffer von Tomasz Waldoch in der 63. Minute. Danke dafür…

Ja ein schöner Moment für alle Fussballromantiker…