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Zum Testspiel gegen Clube Náutico Capibaribe

16 Jul

Mittlerweile ist die Geschichte schon 3 Jahre alt, wird aber immer wieder gerne auf feucht, fröhlichen Festen zum Besten gegeben um den Druck auf meine Person zu erhöhnen, um zu erreichen, dass ich meine Ankündigung vom Spieltag 1 der Saison 2009/20120 nicht vergesse und in die Tat umsetze.

Die Namensgeber Overath und Breitner - Quelle: newsnetz-blog.ch

Die Namensgeber Overath und Breitner – Quelle: newsnetz-blog.ch

An diesem Spieltag spielte der VfL in der ersten Liga gegen Borussia Mönchengladbach und lag in der ersten Hälfte durch die Tore von Arango, Bobadilla und Brouwers mit 0:3 hinten. In der Halbzeitpause lasse ich mich von der Ausweglosigkeit der Situation und dem ein oder anderen Frustbier zu einer folgenschweren Aussage hinreißen: „Ey Jungs, wenn die das hier nicht verlieren benenne ich meine Kinder nach den Torschützen.“  So zumindest die Zeugenaussagen. Nach dem Spiel und besseren Wissens bin ich fest der Überzeugung gesagt zu haben: „Ey Jungs, wenn die das noch drehen, dann benenne ich meine Kinder nach den Torschützen.“ Allerdings habe ich eine Übermacht an Zeugen gegen mich. So dass ich meine Kinder wohl Mimoun und Stanislav nennen werden muss, oder Mimoun Stanislav, wenn es ein Einzelkind bleibt. Das Spiel ging 3:3 aus.

Allerdings gibt es jemanden da draußen in dieser Welt, der mir trotz allem Mut macht. Der venezulanische Fussballspieler Farinas benannte seine Kinder ebenfalls nach großen Fussballspielern. Den ersten Sohn benannte er nach zwei deutschen Weltmeistern, Overath Breitner da Silva Medina, kurz Breitner.

Quelle: http://www.nautico-pe.com.br/index.asp

Breitner, am 1989 in Venezuela geboren und mit der brasilianischen Staatsbürgerschaft, ist selber Fussballprofi und gastiert mit seinem aktuellen Verein Clube Náutico Capibaribe am Donnerstag im Stadion Schloss Strünkede zu einem Freundschaftsspiel gegen unseren VfL. Nicht nur dem Stadionsprecher wird sein Name leicht über die Lippen kommen.

Wirklich glücklich ist Breitner aber mit seinem Namen nicht. Überall wo er hinkommt müsse er erzählen wie er zu diesem Namen gekommen ist. Man sieht also, dass schlimme Namen eine echte Bürde für Kinder sein können. Hoffentlich erinnern sich meine Kumpels daran und lassen sich für zwei Bier aus der Wette rauskaufen.

Aus meiner Sicht schlimmer getroffen haben sollte es den kleinen Bruder von Breitner. Auch für ihn fand sein Vater einen Namen in Anlehnung an einen ehemaligen Fussballstar. Der Bruder heißt mir vollem Namen: Roberto Prosinecki da Silva Medina.  Die Frau, die das mit macht muss ich unbedingt mal kennenlernen.

Ach ja und Breitner, wenn du das hier lesen solltest: Ich hätte am Donnerstag gerne dein Trikot.

Bis dahin

Neulich beim VfL…:Nicht schon wieder ein Testspiel!

14 Nov

Neulich, Straßenbahnlinie 306 in Richtung Bochum Hauptbahnhof. Ein Mann mittleren Alters sitzt kopfschüttelnd und mit versteinerter Miene im letzten Abteil der Bahn. In seiner Hand hält er die Zeitung mit den vier großen Buchstaben. Nichtsahnend werfe ich mit meinen nicht gerade guten Augen einen Blick auf die Schlagzeilen im Sportteil:

„Was hat Herrlich sich da angetan?“, oder so ähnlich, lautete die Überschrift eines Artikels. Dadrunter: „Testspiel-Debakel gegen viertligisten Hessen-Kassel“. Das muss man erstmal Sacken lassen. Doch der kopfschüttelnde Mann scheint den Artikel noch nicht weitergelesen zu haben, denn was er wahrscheinlich noch nicht wusste, war, dass der VfL mit einer besseren U23 Mannschaft antrat und Trainer Heiko Herrlich den Nachwuchs der Bochumer Talentschmiede testen wollte. Na gut, Joel Epalle hat auch mitgespielt und auch Paul Freier, aber die Herrschaften können ja nicht zu zweit das Spiel gewinnen. Ok, 0:3 verloren, abhaken, Mund abwischen, weitermachen.

VfL Bochum

Bild: vfl-bochum.de

Nun nutzte Trainer Heiko Herrlich am heutigen Samstag, angesichts der Länderspielpause, erneut die Möglichkeit eines Testspiels. Diesmal wartete ein höheres Kaliber als Hessen-Kassel auf den VfL, nämlich die belgische Weltauswahl aus Charleroi. Einige Menschen wussten bis vor kurzem noch garnicht, dass dieser Ort auf Erden existiert. Jedenfalls stellte Herrlich dieses Mal eine vermeintlich „ordentliche“ Profimannschaft auf, die die Schmach von Kassel wett machen sollte. Klatsch, 1:4 hieß es am Ende. Kommentar von Herrlich:

„Ich will das Spiel nicht schön reden, aber mit der kämpferischen Leistung war ich einverstanden.“

und anschließend:

„Wir haben eine intensive Trainingswoche mit acht Einheiten hinter uns.“

Was soll der durchschnittliche VfL-Fan dazu sagen? Na gut, sie haben gekämpft und das wollen die Menschen hier im Pott auch sehen, aber glücklicher wäre  man doch über diese Aussage: „Wir haben zwar nicht gekämpft, dafür aber 4:1 gewonnen“.

Nächsten Sonntag geht es zum HSV. Auswärts hat der VfL dort selten was gerissen. Hat der VfL eigentlich überhaupt schonmal was Auswärts gerissen? Wollen wir mal nicht so kritsich sein. Wenn selbst Gladbach 3:2 in Hamburg gewinnen kann, dann können das die Bochumer-Gladiatoren erst recht. Bis dahin wird es für Klimowicz und Co. eine harte Trainingswoche, die aber bitte nicht zu hart werden sollte (bitte keine acht Einheiten!!) und die auch keine Testspiele mehr enthalten sollte. Dafür gibt’s sowieso keine Punkte.