Tag Archives: Schiedsrichter

Motzen über Schiris: Kein gutes Zeichen

29 Okt

Mit seinem Latein am Ende? Mainz-05-Coach Thomas Tuchel. (Quelle: www.bundesliga.de)

Mit seinem Latein am Ende? Mainz-05-Coach Thomas Tuchel. (Quelle: http://www.bundesliga.de)

Thomas Tuchel fing das Interview im ZDF-Sportstudio am Samstagabend eigentlich richtig selbstkritisch an. Nach der 1:3-Heimniederlage gegen Werder Bremen müsse die Mainzer Elf die Schuld bei sich suchen, so der Coach. Nach dem achten neunten sieglosen Bundesliga-Spiel in Serie wirkte Tuchel ziemlich gelassen und sympathisch. Doch bei den Aussagen, die danach kamen, konnte man nur den Kopf schütteln. Edit: Ein Video vom Wutausbruch gibt es hier. Anhand eines (wenn überhaupt) Allerweltfouls an einem Mainzer Spieler im Mittelfeld vor dem Bremer Ausgleich redete sich der letzte Saison noch so gefeierte Trainer in Rage: Das sei die fünfte, ja die fünfte,  „klare krasse Fehlentscheidung“, die die 05er in dieser Saison ein Tor gekostet hätte, sagte Tuchel. Er könne alle Szenen aufzählen. Beeindruckende Statistik? Nicht wirklich. Gehört es doch zum Rhetorik-Baukasten eines jeden Bundesliga-Coachs, auf Kommando Fehlentscheidungen aufzuzählen, vermeintlich Unverhältnismäßigkeiten in der Beurteilung herauszustellen und somit den Stab über den Unparteiischen zu brechen. Tuchel jedoch war jetzt auf 180 und nicht mehr aufzuhalten: Er gab zu verstehen, dass er müde sei, „Fehlentscheidungen“ als mangelndes Glück abzutun. Der Arme!

Mich erinnern solche Dünnhäutigkeiten an die kurze Halbwertszeit von hochgejubelten jungen Bundesliga-Trainern. Denn eines muss den 05ern klar sein: Solche Interviews sind kein gutes Zeichen. Sie schaffen Unruhe, Mainz-Manager Christian Heidel hatte Tuchel schon zuvor öffentlich verteidigen müssen. Dass Tuchel die Schiedsrichter-Leistung derart angefasst kommentiert, ist ein Zeichen dafür, dass er mit seinem Latein bei seiner Mannschaft kurz vor dem Ende ist – und nun mit öffentlichem Druck auf die Schiedsrichter das Glück erzwingen will. Tuchel und Mainz – wer weiß, ob das noch lange gut geht!?

Edit 30.10.2011: Oje, jetzt bekommt TT schon eine Job-Garantie. Das kann ja dann gar nicht mehr lange gut gehen 😉

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Neulich beim VfL: Alle rüsten se auf, nur wir nicht!

2 Jan

Tag für Tag schaue ich in die Zeitungen und sehe, dass sich auf dem Transfermarkt der Bundesliga ordentlich etwas tut. Zumindest die Mannschaften aus dem Tabellenkeller haben die Zeichen der Zeit erkannt und rüsten ordentlich auf. Nur eine Mannschaft nicht – na klar doch, der VfL Bochum.

Fangen wir beim Tabellenletzen an. Hertha BSC steht mit nur sechs Punkten nach

Soll die Hertha vor dem Abstieg bewahren - Theofanis Gekas (Bild: kicker.de)

Soll die Hertha vor dem Abstieg bewahren - Theofanis Gekas (Bild: kicker.de)

17 Spielen abgeschlagen auf Platz 18 und damit vor dem Abstieg. Es muss sich also was tun. Und weil die Hertha nunmal der Hauptstadt-Club ist und die Deutsche Bahn zudem auch noch Hauptsponsor, werden in der Winterpause mal ebend Spieler wie Gekas oder Kobiashvili und Hubn

ik geholt. Zugegeben, ich denke die Hertha wird am Ende trotzdem absteigen, aber wenigstens tut sich etwas in der Transferpolitik.

Noch besser wird es, wenn man zum 1. FC Nürnberg schaut. Erst leihen sie den 12-Millionen-Abwehrmann Breno von den Bayern aus und dann kommt auch noch Andreas Ottl ins Frankenland, ebenfalls von den Münchner Bayern. Ach ja, den Makaay wollen die Nürnberger Rostbratwürstchen auch noch holen! Ja spinnen die Franken jetzt? Oder spinnen die Spieler, die ins Frankenland gehen?

Nürnberger Verstärkung aus München - Andreas Ottl und Breno (Bild: kicker.de)

Nürnberger Verstärkung aus München - Andreas Ottl und Breno (Bild: kicker.de)

Nächster Abstiegskandidat, nächste Liste von Neuzugängen. Der SC Freiburg investierte ebenfalls gleich zweifach. Na gut, von Hamed Namouchi und Pappis  Demba Cissé habe ich zwar noch nie was gehört, aber auch hier gilt: Es tut sich was in Sachen Kadererweiterung.

Und was ist mit dem VfL Bochum? Bisher hört man nichts von der Castroperstraße. Vor Wochen hieß es,  es solle ein Schotte namens Kris Boyd nach Bochum kommen. Danach ward von dem „Sturmtank“, wie sie ihn tauften, nichts mehr zu hören.

Wo bleibt die erste Verstärkung des VfL Bochum?

Wo bleibt die erste Verstärkung des VfL Bochum?

Dabei waren die Defizite des VfL in der Hinserie kaum zu überesehen. Schwächen in allen Mannschaftsteilen müssten in der Winterpause eigentlich durch Neueinkäufe beseitigt werden. Vor allem Die Abwehrschwäche stellte in vielen Spielen ein großes Risiko dar. 33 Gegentore in 17 Spielen sind einfach zu viel. Das Erschreckende dabei ist, dass der Torwart bei fast allen Gegentoren keine Schuld trug.

Mein Tipp: Einen gestandenen, kopfballstarken Innenverteidiger holen, der den Laden ordentlich zusammen hält.

Und auch im Sturm war die Harmlosigkeit nicht zu übersehen. Nicht umsonst trägt der VfL die weiße Weste, wenn es um Tore nach Eckbällen geht. Nach einem Eckstoß schaffte der VfL tatsächlich noch kein Tor. Zudem hat sich die Elf von Heiko Herrlich noch keinen Elfmeter erspielt. Oft lag es am Schiedsrichter, der einen fälligen Elfer nicht gab, aber noch öfter mangelte es an den Bochumer Offensivkräften, die sich nie so richtig trauten, Elfmeter durch gezielte und gute Dribblings im Strafraum zu erzwingen.

Mein Tipp: Einen guten Außenstürmer holen, der entweder die rechte oder die linke Außenbahn beackert, gute Flanken bringt und und sich auch mal in den Strafraum wuselt. Wie wär’s mit Gerald Asamoah? Der wird auf Schalke ja nicht mehr gebraucht und würde zum VflL passen – ein echter Kämpfer und Sympath zugleich.

Und wenn es dann noch nicht klappen sollte, dann kann man wenigsten von sich behaupten, man hätte alles versucht.

Glück auf!