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Raúl kommt in den Pott!

28 Jul

Soll Schalke zu Titeln schießen - Raúl (Bild:kicker.de)

Soll Schalke zu Titeln schießen - Raúl (Bild:kicker.de)

Die Bundesliga hat ihren nächsten Superstar. Was zunächst nur als schlechter Scherz abgestempelt wurde, ist nun wahr geworden. Raúl, die Legende von Real Madrid wechselt tatsächlich nach Schalke, ins schöne Ruhrgebiet. Sechs Millionen Euro pro Jahr soll der Torjäger kassieren.

Und da wären wir schon beim Kern der Geschichte. Was bewegt einen solchen Superstar wie Raúl dazu, ausgerechnet in den Kohlenpott zu wechseln, wo er doch seine Karriere in Madrid, mit einem sicherlich fürstlichen Gehalt, hätte ausklingen lassen können? Nun, sechs Millionen Euro im Jahr mögen sicherlich eine schöne Entschädigung für den späten Wechsel des madrilenischen Urgesteins sein, aber ausgerechnet Schalke?

Zwei Jahre will Raúl für S04 die Schuhe schnüren, danach soll es wieder zurück nach Madrid gehen, wo er einen Posten in der Führungsetage der „Galacticos“ erhalten soll. Raúl scheint es also nicht unbedingt ums Geld zu gehen. Schalke 04 ist deutscher Vizemeister und zudem für die Champions League qualifiziert. Hier will Raúl noch einmal unter Beweis stellen, dass er es noch kann, nämlich Tore schießen. In Madrid gelangen ihm 228 Tore in 550 Ligaspielen – eine Wahnsinnsquote.

Dass Raúl González Blanco, wie er vollständig heißt, mit seinen 33 Jahren zu alt für Schalke ist, kann man den Verantwortlichen des FC Schalke nicht vorwerfen, denn ganz ohne Erfahrung lässt sich keine Meisterschaft gewinnen. „Seine Qualitäten werden uns weiterhelfen. Seine Verpflichtung stellt einen entscheidenden Schritt in unseren Bemühungen dar, den Kader für zukünftige Aufgaben zu verstärken und umzustrukturieren.“, sagte Trainer Felix Magath und vergaß dabei, dass Raúl nur für zwei Jahre bleibt. Von einer „Umstrukturierung“ kann also nicht wirklich die Rede sein. Zusammen mit Ersatztorwart Mathias Schober (34) ist Raùl also mit Abstand der älteste Spieler im Kader.

Nun darf man gespannt sein, wie sich der dreimalige spanische Torschützenkönig in Deutschland einfinden wird. Immerhin hat Raúl noch nie im Ausland gespielt, geschweige denn Madrid verlassen, um seine Brötchen zu verdienen. An gewohntem Luxus wird es Raúl wohl nicht fehlen, da er sich im Düsseldorfer Nobelstadtteil Oberkassel nach einem geeigneten Quartier umsehen wird.

Und wie sieht es mit dem Verständnis innerhalb der Mannschaft? Als wichtigstes Bindeglied soll Christoph Metzelder fungieren, der Spanisch spricht und zusammen mit Raúl noch in der vergangenen Saison bei Real spielte. Erst durch „Metze“ wurde der Kontakt zwischen Schalke und Raúl hergestellt, der für die Königsblauen in Zukunft mit seiner geliebten Nummer 7 auflaufen wird, so wie er es auch schon in Madrid tat.

Schon morgen wird Raúl den Weg von Düsseldorf nach Gelsenkirchen über A3 und A2 auf sich nehmen, um sich am Ende auf dem Schalker Trainingsgelände von Magaths Pfeiffe quälen zu lassen. Ob man Raúl vor seiner Vertragsunterschrift auf Schalke wohl gesagt hat, was es mit dem Wort „Quälix“ auf sich hat? Offenbar nicht.

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Neulich beim VfL…:Die glorreichen 20 Minuten des Vahid Hashemian

25 Jan

Bochum: Samstag, 23. Januar 2010,15:30 Uhr. Der VfL tritt zum dritten Mal in dieser Saison gegen den FC Schalke 04 an und bereits fünf Zeigerumdrehungen nach dem Anpfiff scheint das Spiel seinen normalen Lauf zu nehmen. Ein Angriff über die linke Bochumer Abwehrseite, ein Querpass in den Strafraum und es steht bereits 0:1 aus Sicht des VfL Bochum. Sanchez ist für Königsblau zur Stelle. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Vahid Hashemian noch auf der warmen Bank des VfL Bochum.

Jubel in Bochum - Der VfL in Extase (Bild: derwesten.de)

Jubel in Bochum - Der VfL in Extase (Bild: derwesten.de)

„Nicht schon wieder!“ werden sich die gut 15.000 Bochumer in dem mit 29.008 Zuschauern nicht ganz ausverkauften rewirpowerStadion gedacht haben. Ja genau, richtig gelesen, gut die Hälfte des Stadions sollte an diesem Samstagnachmittag mit Schalker Schlachtenbummlern gefüllt sein, aber das ist in Bochum ja nichts Neues. Auswärtsspiele im heimischen Stadion sind für den VfL genauso alltag, wie die Currywurst bei Dönninghaus. Und pikant ist es jedes Mal aufs Neue.

So auch an diesem kalten Samstag. Nach 42. Minuten erzielt Schalke das 2:0. Kuranyi ist wieder einmal zur Stelle, nachdem Mergim Mavraj den Ball in seiner besten Bruder Leichtfuß-Manier an der Mittellinie vertändelt. Dass er den Ball an Christoph Moritz verliert, der sich den Ball in foulverdächtiger Manier besorgt, bleibt nur Randnotiz. Auch, dass Vahid Hashemian zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal zum Warmmachen geschickt wurde.

Nach der Halbzeit zunächst wie ausgewechselt

Halbzeitstand also 2:0 für den ungeliebten Nachbarn aus Herne-West, wie man in Bochum die Gelsenkirchener so schön nennt. Die Sache scheint gelaufen. Doch die zweite Hälfte soll mit einem Angriffsfeuerwerk des VfL beginnen.

Bochums Trainer Heiko Herrlich nimmt die in Halbzeit 1 blass gebliebenen Flügelzangen Prokoph und Dedic aus dem Spiel und bringt Azaouagh und Freier in die Partie. Im Falle von Slawo Freier eine wahrlich weise Entscheidung von Herrlich. Die ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte beginnen aus Bochumer Sicht stürmisch, vor allem Freier wirbelt auf seiner rechten Seite wie zu seinen besten Zeiten. Einzigst Mimoun Azaouagh bleibt auf seiner linken Außenseite genauso schwach, wie zuvor sein ausgewchselter Kollege Roman Prokoph. Von Hashemian ist jetzt noch nicht die Rede – Herrlich scheint sich noch alle Optionen für den Iraner offen zu halten.

„Der Trainer sagte mir bei meiner Einwechselung, ich solle ein Tor machen und eine Vorlage geben“

Als die Angriffswellen der Bochumer in der 65. Minute wieder verflachen und sich so etwas wie ein Leerlauf im Spiel des VfL einstellt, macht Heiko Herrlich das Einzige, was ihm noch übrig bleibt.

In der 72. Minute wechselt er den „Hubschrauber“ Vahid Hashemian ein. Zugegeben – dass der Iraner die Wende im Spiel bringen soll, glaubt noch nicht einmal der Brezel-Verkäufer auf der Südtribüne. Doch Hashemian sollte seine wohl glorreichsten 20 Minuten dieser Saison erleben.

Zehn Minuten braucht der Stürmer, bis ihm eine Maric-Ecke vor die Füße fällt, und er ungehindert zum 1:2 einnetzen kann. Zu diesem Zeitpunkt haben wohl die ersten Zuschauer das Stadion schon verlassen, vorausgesetzt sie sind Fans des VfL. Man schreibt die 82. Minute und dass der S04 noch einen Konter zum 3:0 setzen würde, ist wohl wahrscheinlicher als ein Ausgleich des VfL.

Zum Entsetzen vieler wechselt Schalkes Magath auch noch das Bochumer Ex-Schreckgespenst Edu ein, der sich erstaunlich gut in die Partie einfügt, eine gute Vorlage gibt und sogar die Chance zum 3:1 hat. Das wäre der GAU gewesen. Edu kommt und trifft für Königsblau. Es wäre bestimmt keine angenehme Heimfahrt für den Brasilianer geworden.

Doch dann die 92. Spielminute. Der wohl letzte Angriff des VfL über die linke Seite, über Vahid Hashemian. Gleich zwei Schalker Verteidiger versuchen den Hubschrauber zu stoppen, unter anderem der in Bochum ungeliebte Rafinha. Die ersten winken schon ab. „Den verstolpert der doch!“, schallt es aus einer Ecke des Stadions. Dann die überraschende Flanke in der Sechzener, ein Kopfball von Sestak und der Rest ist nur noch Bochumer Ekstase.

„Der Trainer sagte mir bei meiner Einwechselung, ich solle ein Tor machen und eine Vorlage geben“, wird Hashemian nach dem Spiel berichten. Und genau das tat er, in seinen glorreichen 20 Minuten.

Die Minuten, für die es sich lohnt ins Stadion zu gehen

25 Jan

Manchmal ist es wirklich deprimierend. Man besitzt eine Dauerkarte seines Lieblingsvereins, geht voller Vorfreude ins Stadion und merkt im Laufe der Saison, es läuft nicht so wie gewünscht. Der Fussball den die Mannschaft zeigt ist nicht gerade das, was man sich erhofft hat und die Ergebnisse bleiben auch aus.  Und dann kommt der Winter, es wird kalt und so richtig Spaß macht es auch nicht.

So war es am Samstag auch mal wieder. Es war richtig kalt, das halbe Stadion mit Fans aus Gelsenkrichen gefüllt und zur Halbzeit liegt das eigene Team mit zwei Toren zurück. Unweigerlich stellen sich die Fragen: Warum tue ich mir das an? Warum sitze ich nicht wenigstens im Warmen vor dem Fernseher? Und warum dürfen die Idioten, die ihre eigenen Spieler mit Böller bewerfen sich jetzt eigentlich auch noch über drei Punkte freuen? Eigentlich habe ich nur noch die Minuten gezählt, bis ich das Stadion verlassen darf und mich durch die Schalker Schmähgesänge in das warme Heim vor die Heizung kämpfen darf.

Doch dann kommen die Minuten, für die es sich lohnt ins Stadion zu gehen!!!

Wir schreiben die 72. Minute und die Einwechslung des Hubschraubers Vahid Hashemian, der das gesamte Spiel umkrempeln sollte. Erst erzielt er nach einer Ecke in der 82. Minute den Anschlusstreffer, was zwar zu einem kurzen Anflug von Freude führt, aber das Wort Hoffnung wäre hier wohl fehl am Platz, denn sind wir mal ehrlich, wir kennen unseren VfL. Es kam also die 89. Minute und ich machte mich schonmal auf den Weg Richtung Ausgang, was meine Freunde schon als gutes Zeichen werteten, denn schließlich hatte ich bereits im letzten Jahr den Ausgleich zum 1:1 gegen Schalke verpasst, da ich meine Blase entleeren musste. Doch Geschichte wiederholt sich nicht. Dachte ich zumindest und hatte die Rechnung ohne Vahid „Flankengott“ Hashemian und Stani „Kopfballungeheuer“ Sestak gemacht. Zum Glück stand ich gerade noch auf der Treppe, also Hashi sich auf der linken Seite durchsetzte und Sestak Neuer mit einem Kopfball keine Chance mehr ließ.

danach gab es kein halten mehr quelle: Bild.de

Ein Wunder

Und danach gab es kein Halten mehr. Fremde Menschen fallen sich in die Arme, verbunden durch die gleiche Leidensfähigkeit und mit einem blau-weißen Schal (auf denen mit Sicherheit die Zahlen 0 und 4 im Zusammenhang nicht zu finden sind) um den Hals. Die Freude wird herausgebrüllt und die Ekstase kennt keine Grenzen mehr. Ein Gefühl, dass man niemandem erkären kann, der nicht dabei war.  Und genau für diesen einen Moment würde ich mir jederzeit wieder eine Dauerkarte kaufen und mich bei minus Temperaturen in der Kälte stehen und auf ihn warten, diesen einen Moment, der immer dann kommt, wenn man ihn am wenigsten erwartet.

Dafür Danke Vahid, Danke Stanislav, Danke VfL!!!

(und den Schalkern dafür, dass sie anscheinend nicht wussten, dass ein Spiel 90 Minuten lang dauert oder auch mal 92.)

Der Schalker Dachschaden

13 Jan

Nein hier geht es nicht um die üblichen Beleidigungen, die sich die Fans innerhalb des Ruhrgebiets gerne mal an den Kopf werfen oder einen Schaden im metaphorischen Sinn, sondern um einen echten Dachschaden. Getroffen hat es die „modernste Fussball-Arena“ Europas, auch bekannt als Veltins-Arena.

Quelle: Bild.de

Über der Haupttribüne klafft seit heute ein 10x 15 m großes Loch. Und zwar in dem Teil, dass nicht zu der mobilen Dachkonstruktion gehört, welches es den Schalkern ermöglicht bei schlechtem Wetter auch mal Hallenfussball anzubieten.  Der genaue Grund steht zur Zeit noch nicht fest, vermutet aber wird, dass die aufliegenden Schneemassen für den Einbruch verantwortlich sind. Eine Absage des Spiels gegen Nürnberg am Sonntag steht im Raum, allerdings glauben die Schalker das Problem rechtzeitig beheben zu können.

Anscheinend hat das Dach nur eine geringe Lebensdauer, ungefähr vergleichbar mit einer Karriere eines Spielers aus Hoffenheim in der deutschen Nationalmannschaft. Was bringt dir da ein Rasen, den man ins Trockene fahren  kann, wenn dann das Dach einbricht. Man kann von Glück sagen, dass das Dach heute zusammengebrochen ist und nicht erst am Sonntag.  „Super modern“ ist anscheinend ein deutlich bevorzugtes Kriterium beim Stadionbau als Stabilität und Haltbarkeit. Ich würde sagen, da hat der Herr Assauer wohl am falschen Ende gespart. Und überhaupt:  Das Gesicht hätte ich heute morgen gerne gesehen, als der Rudi erst in der Tageszeitung die Nacktfotos seiner Exfrau bewundern durfte, und dann noch die Nachricht von dem Dachschaden erhalten hat.  Da ist ihm die Decke bestimmt auf den Kopf gefallen.

Naja aber wie heißt es doch so schön: wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, oder kann sich den Schrott gleich abholen. In diesem Sinne…