Tag Archives: Saison 2009/2010

Neulich beim VfL…: Spielerzeugnisse

12 Mai

Tor 

Phillip Heerwagen: Wenn jemand die geringste Schuld am Abstieg hat, dann ist es der gebürtige Niederbayer. Zu oft wurde Heerwagen von seiner Abwehr im Stich gelassen – da kann man nur schlecht aussehen. Note: 3 

Machte vier gute Spiele für den VfL - Andreas Luthe

Machte vier gute Spiele für den VfL - Andreas Luthe

Andreas Luthe: Vertrat Heerwagen in seinen drei Bundesligaauftritten im November und Oktober letzten Jahres mehr als souverän und macht Hoffnung für die nächsten Jahre. Andreas Luthe ist ein Lichtblick für die traurige Bochumer Zukunft.Note: 2 

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Abwehr: 

Matias Concha: Auf der rechten Abwehrseite lieferte sich der Schwede einen harten Konkurrenzkampf mit Marc Pfertzel, doch zu oft zeigte er in der Vorwärtsbewegung Schwächen und auch gegen hochkarätige Gegenspieler wie Ribery hatte Concha keinen Stich. Für Concha reicht es nur für die zweite Liga. Note: 4- 

Marcel Maltritz: Oft veranlasste der Kapitän die Fans zum Haare raufen, wie in den unzähligen Kopfballduellen oder steifen Zweikämpfen, in denen er meist nur zweiter Sieger blieb. Gegen Ende der Saison zeigte Maltritz jedoch, dass er auch anders kann. Leider zu spät. Note: 4+  

Christian Fuchs: Der wohl wertvollste Spieler des VfL ist zweifelsohne der Österreicher Fuchs. Mit einer Serie von Freistoßtoren zog der Linksfuß dem VfL nicht selten den Hals aus der Schlinge. Aber auch bei ihm war nicht alles Gold was glänzte, vor allem in der Rückwärtsbewegung. Note: 3-  

Mergim Mavraij: Der oft als „Bruder Leichtfuß“ bezeichnete Abwehrschlacks war in dieser Saison immer für einen Ausrutscher gut, auch wenn er in Bodenzweikämpfen oft stark agierte. Aufbau- und Stellungsspiel waren jedoch zu oft eine Katastrophe, dennoch stand er aufgrund seiner Zweikampfstärke zurecht in der Anfangself. Note: 4+ 

Marc Pfertzel: Der Franzose konnte nur zu selten zeigen, was er wirklich drauf hat. Oft landeten seine Abspiele in des Gegners Füßen, dies machte er aber durch seine Defensivstärke wieder wett. Trotzdem keine wirkliche Kraft im Abwehrverbund, eher ein Mitläufer. Note:4 

Phillipp Bönig: Kampf allein reicht nicht. Gerade in der Schlussphase der Saison zeigte sich das, als Bönig zwar viel Staub produzierte im Endeffekt aber keine Tore oder Punkte dabei raussprangen.Note: 4 

 
Philipp Bönig - ein sympathischer Kämpfer aus Bayern - aber reicht das?

Philipp Bönig - ein sympathischer Kämpfer aus Bayern - aber reicht das?

Anthar Yahia: Vor dem Afrika-Cup war der Algerier gar nicht aus dem Team wegzudenken, danach hätte man sich gewünscht, er wäre nie aus Afrika zurückgekehrt. Erst wurde er gegen Mavraij ausgetauscht, dann war wohl das Selbstvertrauen weg. Am Ende bekam Yahia nochmal die Kurve, da war es aber schon zu spät. Note: 4+ 

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Mittelfeld 

Christoph Dabrowski: Auch wenn Dabro kein Techniker ist, war er ein wertvoller Spieler für den VfL. Seine Präsenz und Ausstrahlung auf dem Feld war wichtig für das Team, oft konnte er so seine Mannen noch mitreißen. Schade, dass er in den letzten vier Spielen nicht mitwirken konnte. Note:3 

Slawo Freier: Schon unter Marcel Koller war „Paule“ eine wahre Enttäuschung. In dieser Saison sollte alles besser werden, doch dies passierte nur zu selten, wie im Hinspiel gegen Hannover und in Wolfsburg, als Freier ins Schwarze traf. Note: 4- 

Andreas Johansson: Für die erste Liga ist Johansson eindeutig zu langsam. Zwar mit einem guten Auge ausgestattet und passsicher, trotzdem jedoch zu schwach wenn es um die wirklich gefährlichen Pässe ging. Note: 4- 

Joel Epallé: Wie für Bönig gilt auch für Epallé: Nur kämpfen bringt nicht viel. Der Kameruner wirkte zwar stets engagiert, oft aber zu überhastet und kopflos. Enttäuschend, dass Epallé nur ein Mal das Tor traf. Der Spaß am Spiel scheint für den Afrikaner verloren gegangen zu sein. Note:5 

Andreas Johansson und Lewis Holty - der eine ist zu langsam, der andere zu schnell

Andreas Johansson und Lewis Holty - der eine ist zu langsam, der andere zu schnell

Lewis Holtby:Die Leihgabe von S04 schien ein wahrer Glücksfall gewesen zu sein, doch die Unerfahrenheit im Abstiegskampf wurde Holtby am Ende zum Verhängnis. Zu selten zeigte „Lewis“ seine Zuckerpässe wie in den ersten Spielen für den VfL. Am Ende wirkte er nur noch verunsichert. Note: 4 

Dennis Grote: Zu selten durfte Grote zeigen, was er wirklich drauf hat. Das Vertrauen der Trainer schien nicht wirklich groß und so konnte das Eigengewächs immer nur nach Einwechselungen seine Qualitäten unter Beweis stellen. Da war es dann aber oft schon zu spät. Note: 4 

Mimoun Azaouagh:  Zu Beginn der Saison noch als Stütze des Teams gedacht, avancierte der Ex-Schalker zum Bankdrücker, weil er oft zu lange den Ball hielt und seine Dribblings zu oft ins Nirgendwo führten. Wurde Azaouagh eingewechselt wirkte er lustlos und müde. Note: 5 

Milos Maric: Maric sorgte nach der Winterpause für viel Stabilität im Bochumer Mittelfeld. Zusammen mit Dabrowski bildete der Serbe ein gutes Duo. Passsicher, zweikampfstark und mutig – das waren die Eigenschaften des Milos Maric  . Schade, dass er nach seiner roten Karte nie wieder zu seiner alten Form wiederfand. Note: 3+ 

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Angriff 

Stanislav Sestak: Nur sechs Tore in 29 Einsätzen – das ist für einen Stürmer viel zu wenig. In manchen Spielen blieb der Slowake sogar ganz ohne Torschuss und bekam kaum Anspiele aus dem Mittelfeld. Seine Torgefahr stellte Sestak nur zu selten unter Beweis. Note: 4- 

Zlatko Dedic: Für viele war Dedic in der Rückrunde der Hoffnungsträger im Bochumer Sturm. Als er gegen Gladbach, Leverkusen und Hoffenheim traf, dachte man, Dedic schießt den VfL noch nach ganz oben. Aber wo war der Slowene, als man ihn brauchte? Oft hing er auf seiner Außenbahn völlig in der Luft – am Ende zu oft. Note:3- 

Diego Klimowicz: Schade, dass der Argentinier nur auf 15 Einsätze kam. Mit seiner Statur hätte er wohl oft eine Hilfe sein können, als seine Mitspieler die vielmals unnötigen hohen Bälle auf den kleinen Sestak spielten. Aber auch wenn „Klimo“ spielte, war er nicht immer topfit – so konnte der ehemalige Top-Stürmer keine Top-Leistungen bringen. Note:4  

So sah man Vahid Hashemian leider zu oft

So sah man Vahid Hashemian leider zu oft

Vahid Hashemian: Zu keinem Zeitpunkt konnt der „Hubschrauber“ an vergangen Zeiten beim VfL anknüpfen. Einziger Lichtblick war sein wohl bestes Spiel gegen Schalke, als er in acht Minuten aus einem 0:2 ein 2:2 machte (Vorlage+Tor). Ansonsten: Ballverluste, kläglich vergebene Chancen, verlorene Zweikämpfe, unplatzierte Kopfbälle. Note: 5  

Roman Prokoph: Trainer Heiko Herrlich wollte den Mann aus den Amateuren mit der Brechstange in der Bundesliga etablieren, bis er am Ende selbst merkte, dass Prokoph einfach zu ungefährlich für den Bochumer Angriff war. Eines muss man dem Ex-Berliner aber lassen – er war engagiert und kämpfte (siehe Bönig). Note: 4

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Neulich beim VfL…:Man möge den Rechenschieber entstauben

1 Mai

Der VfL Bochum hat wie erwartet sein vorletztes Spiel bei den Bayern vergeigt. 3:1, dreimal traf Müller, aber nicht Gerd, sondern Thomas. Wenigstens konnte man mal wieder ein Tor erzielen. Eine Frechheit, dass zeitgleich Borussia Mönchengladbach mit 6:1 bei Hannover 96 unterging. So können die 96er am kommenden Samstag mit breiter Brust nach Bochum reisen.

Auf diesem feinen englischen Rasen soll Hannover 96 aus dem Stadion gefegt werden (Bild:vfl-bochum.de)

Auf diesem feinen englischen Rasen soll Hannover 96 aus dem Stadion gefegt werden (Bild:vfl-bochum.de)

Die Chancen für den VfL doch noch in der Bundesliga zu bleiben stehen aber gar nicht so schlecht, wie man denkt. Auch ein Verdienst des Hamburger SV, der den 1. FC Nürnberg mit einem satten 4:0 aus dem Stadion schoss und somit wieder tiefer in den Abstiegssumpf zog. Dem VfL stehen alle Türen offen, auch wenn er gegen Hannover nicht gewinnen sollte. Hier das klassische „Was passiert wenn-Spielchen“:

Der VfL Bochum ist abgestiegen…:

– wenn man gegen Hannover verliert.

– wenn man gegen Hannover Remis spielt und Nürnberg gegen Köln ebenfalls Remis spielt oder gewinnt.

Der VfL Bochum kommt in die Relegation…:

– wenn man gegen Hannover Remis spielt und Nürnberg zeitgleich gegen Köln verliert

– wenn man gegen Hannover gewinnt und Nürnberg mit dem gleichen Ergebnis gegen Köln siegt

– wenn man gegen Hannover verliert und Nürnberg gegen Köln mit einem Gegentor mehr als Bochum verliert

Der VfL Bochum ist gerettet…:

– wenn man gegen Hannover gewinnt und der FCN gegen Köln Remis spielt oder verliert

– wenn man gegen Hannover gewinnt und der FC mit einem Tor weniger gegen Köln gewinnt, als Bochum.

So wie zu Atta Lamecks Zeiten soll am kommenden Samstag gejubelt werden (Bild:derwesten.de)

So wie zu Atta Lamecks Zeiten soll am kommenden Samstag gejubelt werden (Bild:derwesten.de)

Alles verstanden? Die Chancen stehen also gar nicht so schlecht. Die Frage ist nur, ob man die Relegation heil überstehen würde, könnte man sich für diese qualifizieren. Ein auf neudeutsch so genanntes Face to face mit Augsburg wäre kein Zuckerschlecken, aber immerhin gäbe es noch Hoffnung und zwei Spiele, in denen sich der VfL die Lunge aus dem Leibe rennen könnte (wenigstens da mal).

Skurril ist die Tatsache, dass der VfL gegen Hannover ruhigen Gewissens mit 0:1 verlieren könnte und trotzdem in der Relegation wäre, vorausgesetzt der FCN würde 0:2 gegen Köln verlieren. Also immer mit einem Gegentor mehr als Bochum verliert.

Und so beginnen die Rechenspielchen mal wieder, weil man es zuvor nicht geschafft hat, den Sack zu zu machen. Aber wahrscheinlich kommt am Ende sowieso alles anders. Bochum verliert mit 0:5 gegen Hannover und man kann den Rechenschieber gepflegt wieder zurück in das Nachtschränckchen legen. Glück auf Bochum!

Neulich beim VfL…:Mutlos, kraftlos, schuldlos?

25 Apr

Es war ein ernüchternder Freitagabend für die 25.431 Zuschauer, die sich noch ein vorletztes Mal voller Hoffnung in das Bochumer „Theatre of Nightmares“ wagten. Die Statistiker zählten unglaubliche 10 Torschüsse für den VfL. In welchem Spiel sie diese Beobachtungen taten, verrieten sie jedoch nicht. Im Spiel gegen den VfB Stuttgart hatte Jens Lehman jedefalls ein ruhiges Spiel, weil Bochum mut- und kraftlos auftrat. Ob allein die Spieler Schuld an diesem miserablen Auftritt hatten, ist jedoch eine andere Frage.

Bochums Mergim Mavraj im Luftkampf mit Ciprian Marica (Bild:kicker.de)

Bochums Mergim Mavraj im Luftkampf mit Ciprian Marica (Bild:kicker.de)

Zum ersten Mal in dieser Saison ließ Trainer Heiko Herrlich seine Schützlinge im 4-3-2-1-System auftreten. Seit Mittwoch wurde das System einstudiert. Laut Herrlich sollte man so mehr Stabilität im Defensivverbund bekommen.

Was dabei aber rauskam, war eine einzige Katastrophe. Stanislav Sestak wirkte als einziger Stürmer wie ein Fremdkörper im Bochumer Angriffsspiel und sah gegen die mühelosen Suttgarter Innenverteidiger Tasci und Delpierre keinen einzigen Stich.

Sowohl Lewis Holtby als auch Joel Epalle fanden von Beginn an im Offensiven Mittelfeld nicht ins Spiel, schlugen viele Fehlpässe und liefen sich in unnötigen Zweikämpfen fest.

Das defensive Dreiermittelfeld mit Fuch, Maric und Yahia war gegen den agilen Gebhart und den flinken Hilbert überfordert. Vor allem Yahia wirkte in der Vorwärtsbewegung ideenlos und überhastet. Auch der zuvor hochgelobte Milos Maric war ein Schatten seiner selbst. Dass Christian Fuchs überhaupt mitspielte, konnte man lediglich dem Spielbericht entnehmen.

Und die Verteidigung? Mavraj und Maltritz ließen sich von Cacau und Marica schwindelig spielen und die beiden Außenzangen Bönig und Pfertzel waren in der Rückwärtsbewegung zu langsam und nach vorne eine absolute Ungefahr.

Über Heiko Herrlich und sein „Tannenbaumsystem“ wurde bisher nicht gesprochen. Dass seine Mannschaft schon in der ersten Halbzeit keinen Druck nach vorne aufbauen konnte, erkannte Herrlich nicht. Statt Yahia aus dem Spiel zu entfernen und einen weiteren Stürmer wie Dedic oder Hashemian zu bringen, tauschte Bochums Trainer seelenruhig Position für Position aus. Sicherlich hätte man an diesem Abend die ganze Mannschaft aus dem Spiel nehmen müssen, aber nicht wenige hätten sich von Herrlich mehr Mut gewünscht.

Insofern kann man Stanislav Sestak keine Vorwürfe machen. Da vorne allein auf weiter Flur und von den desolaten „Offensivmännern“ Epalle und Holtby allein gelassen, blieb dem Slowaken nichts anderes übrig, als vergeblich auf Anspiele von Fuchs, Yahia und Maric zu warten. Und wenn dann mal ein Ball kam, waren Tasci und Delpierre zur Stelle.

Böse Zungen behaupten, mit dieser Angsthasen-Taktik könne man nur mut- und kraftlos auftreten. Wer möchte das abstreiten? Erschreckend, dass Molinaros Rückpass auf Lehmann der gefährlichste Bochumer Torschuss war. Erschreckend ist auch, dass sich Herrlich beim Stand von 0:2 bis zur 82. Zeit ließ, um nicht etwa einen weitern, kopfballstarken Stürmer wie Vahid Heshemian zu bringen, sonder Slawo Freier, der sich nahtlos ins traurige Bochumer Spiel einfügte. Wollte Herrlich etwa das schlechte Torverhältnis nicht noch schlechter werden lassen? Nach dem Spiel hieß es, man hätte sich nicht abschlachten lassen wollen – da fällt einem nichts mehr zu ein.

Dass keine Pfiffe oder gar Herrlich-Raus-Rufe von den Rängen kamen, ist eine absolut faire Geste von den Anhängern des VfL. Wenigstens eine Tatsache, die an diesem Abend nicht kraft- und mutlos war.

Neulich beim VfL…:Heiko Herrlich – Ein Meister der psychologischen Tricks!

22 Apr

Dass es für Heiko Herrlich noch so eng werden würde im Kampf um den Klassenerhalt, habe ich schon gewusst, als man noch neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz hatte.

Damals wollte man „nach oben schauen“ und sich an das Tabellenmittelfeld klammern, missachtend, dass ein VfL Bochum zu allem fähig ist – auch dazu, ein enormes Punktepolster schmilzen zu lassen.

Nicht umsonst zittern sich tausende VfL-Fans Woche für Woche die Knochen in den Boden, wenn der VfL auch mal 3:0 führt (sofern es ausnahmsweise so ist).

Nun ist es so, dass die Lage im Lager des VfL so bedrohlich ist, wie nie zuvor in dieser Saison. Und jetzt steht auch Trainer Heiko Herrlich unter Beschuss, der bis dato von Kritik eher verschont blieb.

Was Herrlich aber jetzt macht, kann als psychologisches Meisterwerk angesehen werden. So legt sich der Fußballlehrer aus dem Schwarzwald mit der schreibenden Zunft an, macht ihr Vorwürfe und lenkt die mediale Aufmerksamkeit damit auf sich. Die Mannschaft, die momentan andere Probleme hat, ist plötzlich aus der Schussbahn.

Was will man mehr? Die Presse konzentriert sich auf den polternden Badde-Wüddebersch-Heiko und das Team um Stani Sestak (in den letzten drei Spielen mit gefühlten sieben Ballkontakten) bereitet sich in Ruhe auf den von Herrlich so betitelten „übermächtigen“ VfB vor. 

Alles richtig gemacht Heiko! Deine Kinder werden wirklich stolz sein auf dich!

Neulich beim VfL…:„Es ist jetzt wirklich so, dass wir punkten müssen…“

16 Apr

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, nein, alle Jahre wieder steht der VfL Bochum vor dem Abgrund. Nichts geht mehr, der Fall in die Zweite Liga steht bevor, Leistungsträger mit eigentlich nur in Bochum großen Namen kündigen ihren Abschied an und jedes verbleibende Spiel ist ein so genanntes Endspiel. 

Lästig wie eine Klette - so will Mergim Mavraj auch heute gegen Kölns Novakovic agieren (Bild: kicker.de)

Lästig wie eine Klette - so will Mergim Mavraj auch heute gegen Kölns Novakovic agieren (Bild: kicker.de)

Auch in diesen Tagen ist in Bochum mal wieder die Rede von „Ruhe bewahren“, „kämpfen“, „punkten müssen“. Heute Abend geht es nach Köln, von dem man Medienberichten zu Folge denken könnte, er sei die kleine Ausgeburt des FC Barcelona. Man müsse dort aber trotzdem punkten, heißt es in Interviews mit Trainer und Manager. Gegen übermächtige Kölner, die mit Lukas Podolski über den wohl torungefährlichsten Stürmer des kompletten europäischen Raums verfügen und über einen anderen Kicker, dem nichts besseres einfällt, als den berühmten „Effe“ in Richtung der eigenen Fans zu erheben. Heute wird dieser nicht auf dem Platz stehen. Maniche, so heißt der gute Mann, ist Gelb gesperrt.

Ebenfalls müsse man „so auftreten wie gegen Hamburg“, nur eben drei Punkte mitnehmen, ganz einfach. Das Auswärtspiel in Köln scheint wohl über das Schicksal des VfL zu entscheiden. Schon jetzt hat man die Punkte aus den nächsten Spielen gegen Stuttgart oder in München abgeschrieben. Und im letzten Heimspiel gegen Hannover könnte sowieso schon alles gelaufen sein. Daher MUSS heute in Köln gewonnen werden.

Alles völliger Quatsch! Der FC Köln macht mir diese Saison alles andere als Angst, auch wenn der VfL in den letzten 40 Jahren nur einmal in Köln gewinnen konnte. Eigentlich eine erschreckende Bilanz, die es gilt zu verbessern. Und daheim ist Köln alles andere als überzeugend. Zuletzt  verlor man dort 0:3 gegen den Tabelleultimus aus Berlin. Und eines darf man nicht vergessen – gerettet ist der FC auch noch nicht. Wenn der VfL heute Abend tatsächlich drei Punkte aus der Domstadt entführt und Hannover morgen, so ein Wunder geschieht, drei Punkte in München holt, wären die Kölner wieder ganz dick im Abstiegsgeschäft. Eine vor Selbstbewusstsein strotzende Kölner Mannschaft werden wir heute daher wohl auch nicht sehen.

Und was wenn der VfL wirklich Punkte in Köln lässt oder gar verliert? Auch dann ist noch nichts gelaufen, denn ich glaube, dass kein Wunder geschehen wird und Hannover an diesem Wochenende nicht in Bayern gewinnt. Und wer sagt außerdem, dass Bochum die nächsten Spiele keine Punkte holen kann? Daheim gegen Stuttgart ist alles drin und, naja, bei den Bayern hat man auch schonmal 3:3 gespielt (Man möge sich an Kaloglu erinnern).

Ich gebe ja zu, dass diese Denkweise sehr optimistisch ist, aber so muss das sein, wenn man im Abstiegskamf steht, alles andere ist Fehl am Platz! Zwar wird heute ein Christoph Dabrowski im Mitteldfeld fehlen, aber dass ein Phillip Bönig „Fußballgott“ diese Position gut bekleiden kann, wissen wir spätestens seit dem Spiel in Freiburg.

Neulich beim VfL…: Mögen die Rechenspiele beginnen!

7 Apr

Noch fünf Spieltage, Bochum ist auf einem Nichtabstiegsplatz, hat aber Freiburg und Hannover mit einem bzw. zwei Punkte Abstand im Nacken. Spätestens jetzt beginnen sie also wie in fast allen Jahren beim VfL – die Rechenspielchen. Auch ich habe mir wie jedes Jahr eine kleine Tabelle mit den fünf abstiegsbedrohten Teams gemacht und deren Gegner in den letzten fünf Heimspielen notiert.

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Das Rudelbilder-Team tippt den 29. Spieltag

2 Apr

Tipps von gefahrenhorst:

FC Schalke 04 – FC Bayern München 1:1

Anders als im DFB-Pokal-Halbfinale, fallen in der Bundesliga die Tore schon nach 90 Minuten. Am Ende geht das Spiel jedoch erneut unentschieden aus und S04 träumt weiter von der Meisterschaft.

1. FC Köln – Hertha BSC Berlin 2:1

Wenn alle denken, dass die Hertha wieder richtig ran kommt, wird’s nichts mit einem Sieg. In Köln gibt es einen herben Rückschlag für Funkels Elf. Ha ho he, die Hertha BSC muss weiter zittern!

VfL Wolfsburg – TSG Hoffenheim 3:1

Die Niederlage im Craven Cottage zu London tat den Wölfen zwar weh, doch Madlungs Kopfballanschlusstreffer ist zu verdanken, dass der VfL erhobenen Hauptes gegen die TSG aus Hoffenheim antritt und sich den Europa League-Frust von der Seele schießt. 

Eintracht Frankfurt – Bayer Leverkusen 2:2

Wer im heimsichen Stadion die Bayern schlagen kann, der wird mit Bayer „Vizekusen“ erst recht fertig. Doch die Werkself geht nicht mit verschlossenen Augen durch die Liga und holt zumindest einen Punkt in Frankfurt. Es wird schon wieder nichts mit dem Titel liebe Leverkusener!

Borussia Dortmund – Werder Bremen 3:2

Der BVB ist Dank Torjäger Lucas Barrios zur Zeit bärenstark. Vor allem im heimischen Westfalenstadion holte man aus den letzten drei Spielen neun Punkte bei einem Torverhältnis von 10:1 Toren. Der SV Werder bäumt sich zwar auf, doch leider ohne Erfolg. Sieg für den BVB und vier Punkte Vorsprung auf Bremen!

Hamburger SV – Hannover 1:0

Ein Heimsieg ist im Nordderby für Hamburg Pflicht, wenn man weiterhin am Bremen und damit am fünften Tabellenplatz dranbleiben will. Knapper Sieg für die Rothosen, durch – na wen wohl? Ruud, Ruud, Ruud!!!

SC Freiburg – VfL Bochum 1:2

Der viel zitierte „Abstiegkrampf“ spielt sich an diesem Wochenende an der Freiburger Dreisam ab. Kleines Problem für die Breisgauer: Zuhause ist man so schwach wie kein anderes Team in der Liga. Der VfL Bochum hingegen ist auswärts immer für eine Überaschung gut und siegt im Duell der Abstiegsgefährdeten.

VfB Stuttgart – Borussia Mönchengladbach 2:0

Der VfB schielt noch auf die Europa League-Plätze. Ob man am Ende am HSV und Bremen vorbeizieht, steht noch in den Sternen. Ein Sieg gegen Gladbach ist jedoch in jedem Fall drin.

1. FC Nürnberg – FSV Mainz 1:2

Es scheint der Spieltag des VfL Bochum zu werden. Alle Konkurrenten verlieren, auch der FC Nürnberg. Im Abstiegskampf bleibt es weiterhin spannend!