Tag Archives: Revierderby

Was ist ein Derby?

8 Mrz

(Quelle: 20min.ch)

 

„Der Begriff Derby (engl. [ˈdɑː(r)bɪ], häufig auch Lokalderby, im spanischen Sprachgebrauch Clásico, in Nordamerika crosstown rivalry) bezeichnet ein spezielles Ereignis im Mannschaftssport, bei dem zwei meist rivalisierende Sportvereine einer Region aufeinander treffen. Für die Fans der betroffenen Vereine haben solche Ereignisse eine hohe symbolische Bedeutung und starke Emotionen werden hervorgerufen.“ (Quelle: wikipedia)

Der Begriff „Derby“ ist etymologisch im Mittelalter angesiedelt und entstand in England. Hierbei ging es um ein Spiel namens „derby village“ zwischen den Städten Ashbourne und Derbyshire, in dem die Spieler versuchten mit einem Ball das gegnerische Tor, einen Mühlstein, zu berühren. Die Entfernung zwischen den Mühlsteinen der Teams betrug 3 Meilen.

Das erste bekannte Fußballderby ist aus dem Jahr 1866 zwischen den Vereinen Nottingham Forest und Notts County geschichtlich belegt.

Und gerade in Europa und Südamerika versteht man unter einem „echten Derby“ nur ein Fußballspiel zwischen zwei besonders rivalisierten Lokalvereinen. Diese Spiele haben immer einen besonderen Spannungsfaktor, sind so gut wie nie langweilig und bieten immer wieder Diskussionsstoff für alle Fußballfans weltweit.

Es gibt verschiedene Arten von Derbys, die wichtigsten sind:

Stadtderby

Das Duell zweier Vereine aus derselben Stadt. Hierbei geht es oft um die regionale Vorherrschaft.

Regionalderbys

Hierbei findet das Duell zwischen zwei Vereinen rivalisierender Städte statt.

Religiöse/ politische Derbys

Hierbei herrscht eine besondere Brisanz, denn in den Duellen geht es auch um die aufeinander treffenden Weltanschauungen.

Klassenderbys

Hierbei findet das Duell zwischen den ideologischen Unterschieden statt, z.B. Arbeiterklasse vs. Bürgertum.

Länderderbys

Hierbei steht das Duell stellvertretend für den Kampf der nationalen Identitäten.

Natürlich sei auch erwähnt, dass gerade während vieler Derbys die Gewaltbereitschaft oftmals sehr hoch ist und es somit auch viele Derbys gibt, die nicht durch fußballerische Brisanz, sondern durch viele Verletzte auffallen.

Leider wird der Begriff „Derby“ von den Medien oftmals an Stellen benutzt, an denen er nicht hingehört, wie z.B. bei einem beliebigen Spiel zwischen dem Ersten und Zweiten einer Tabelle.

Im Laufe der nächsten Zeit wollen wir unter der Kategorie „Die weltbekanntesten Derbys“ die ländertypischen Duelle vorstellen, wie das „Old Firm“ in Schottland oder „il Clásico“ in Spanien und natürlich auch die Revierderbys.

 

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Neulich beim VfL…:Die glorreichen 20 Minuten des Vahid Hashemian

25 Jan

Bochum: Samstag, 23. Januar 2010,15:30 Uhr. Der VfL tritt zum dritten Mal in dieser Saison gegen den FC Schalke 04 an und bereits fünf Zeigerumdrehungen nach dem Anpfiff scheint das Spiel seinen normalen Lauf zu nehmen. Ein Angriff über die linke Bochumer Abwehrseite, ein Querpass in den Strafraum und es steht bereits 0:1 aus Sicht des VfL Bochum. Sanchez ist für Königsblau zur Stelle. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Vahid Hashemian noch auf der warmen Bank des VfL Bochum.

Jubel in Bochum - Der VfL in Extase (Bild: derwesten.de)

Jubel in Bochum - Der VfL in Extase (Bild: derwesten.de)

„Nicht schon wieder!“ werden sich die gut 15.000 Bochumer in dem mit 29.008 Zuschauern nicht ganz ausverkauften rewirpowerStadion gedacht haben. Ja genau, richtig gelesen, gut die Hälfte des Stadions sollte an diesem Samstagnachmittag mit Schalker Schlachtenbummlern gefüllt sein, aber das ist in Bochum ja nichts Neues. Auswärtsspiele im heimischen Stadion sind für den VfL genauso alltag, wie die Currywurst bei Dönninghaus. Und pikant ist es jedes Mal aufs Neue.

So auch an diesem kalten Samstag. Nach 42. Minuten erzielt Schalke das 2:0. Kuranyi ist wieder einmal zur Stelle, nachdem Mergim Mavraj den Ball in seiner besten Bruder Leichtfuß-Manier an der Mittellinie vertändelt. Dass er den Ball an Christoph Moritz verliert, der sich den Ball in foulverdächtiger Manier besorgt, bleibt nur Randnotiz. Auch, dass Vahid Hashemian zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal zum Warmmachen geschickt wurde.

Nach der Halbzeit zunächst wie ausgewechselt

Halbzeitstand also 2:0 für den ungeliebten Nachbarn aus Herne-West, wie man in Bochum die Gelsenkirchener so schön nennt. Die Sache scheint gelaufen. Doch die zweite Hälfte soll mit einem Angriffsfeuerwerk des VfL beginnen.

Bochums Trainer Heiko Herrlich nimmt die in Halbzeit 1 blass gebliebenen Flügelzangen Prokoph und Dedic aus dem Spiel und bringt Azaouagh und Freier in die Partie. Im Falle von Slawo Freier eine wahrlich weise Entscheidung von Herrlich. Die ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte beginnen aus Bochumer Sicht stürmisch, vor allem Freier wirbelt auf seiner rechten Seite wie zu seinen besten Zeiten. Einzigst Mimoun Azaouagh bleibt auf seiner linken Außenseite genauso schwach, wie zuvor sein ausgewchselter Kollege Roman Prokoph. Von Hashemian ist jetzt noch nicht die Rede – Herrlich scheint sich noch alle Optionen für den Iraner offen zu halten.

„Der Trainer sagte mir bei meiner Einwechselung, ich solle ein Tor machen und eine Vorlage geben“

Als die Angriffswellen der Bochumer in der 65. Minute wieder verflachen und sich so etwas wie ein Leerlauf im Spiel des VfL einstellt, macht Heiko Herrlich das Einzige, was ihm noch übrig bleibt.

In der 72. Minute wechselt er den „Hubschrauber“ Vahid Hashemian ein. Zugegeben – dass der Iraner die Wende im Spiel bringen soll, glaubt noch nicht einmal der Brezel-Verkäufer auf der Südtribüne. Doch Hashemian sollte seine wohl glorreichsten 20 Minuten dieser Saison erleben.

Zehn Minuten braucht der Stürmer, bis ihm eine Maric-Ecke vor die Füße fällt, und er ungehindert zum 1:2 einnetzen kann. Zu diesem Zeitpunkt haben wohl die ersten Zuschauer das Stadion schon verlassen, vorausgesetzt sie sind Fans des VfL. Man schreibt die 82. Minute und dass der S04 noch einen Konter zum 3:0 setzen würde, ist wohl wahrscheinlicher als ein Ausgleich des VfL.

Zum Entsetzen vieler wechselt Schalkes Magath auch noch das Bochumer Ex-Schreckgespenst Edu ein, der sich erstaunlich gut in die Partie einfügt, eine gute Vorlage gibt und sogar die Chance zum 3:1 hat. Das wäre der GAU gewesen. Edu kommt und trifft für Königsblau. Es wäre bestimmt keine angenehme Heimfahrt für den Brasilianer geworden.

Doch dann die 92. Spielminute. Der wohl letzte Angriff des VfL über die linke Seite, über Vahid Hashemian. Gleich zwei Schalker Verteidiger versuchen den Hubschrauber zu stoppen, unter anderem der in Bochum ungeliebte Rafinha. Die ersten winken schon ab. „Den verstolpert der doch!“, schallt es aus einer Ecke des Stadions. Dann die überraschende Flanke in der Sechzener, ein Kopfball von Sestak und der Rest ist nur noch Bochumer Ekstase.

„Der Trainer sagte mir bei meiner Einwechselung, ich solle ein Tor machen und eine Vorlage geben“, wird Hashemian nach dem Spiel berichten. Und genau das tat er, in seinen glorreichen 20 Minuten.