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Peterchens Mondfahrt Teil 2?

8 Apr

Quelle:http://media.bundesliga.de/media/images/00_vereinsbilder/bochum/boc_neururer_tanzt_628.jpg

Es ist für den VFL Bochum die Transfersensation vor dem Abschluss der Saison: Peter Neururer übernimmt mit sofortiger Wirkung die Position des Cheftrainers beim VFL. Damit ist er der dritte Trainer in der laufenden Saison, nachdem schon Andreas Bergmann gehen musste und nun auch Karsten Neitzel. Außerdem wird auch Jens Todt entlassen, welcher als Sportdirektor erst vor weniger als 2 Jahren Thomas Ernst beerbte.

Lange hatte man bereits darüber spekuliert, ob die beiden bis zum Ende der Saison bleiben würden, die Niederlage gegen den direkten Abstiegskonkurrenten und das damit verbundene Abrutschen auf den Relegationsplatz sorgten jedoch für eine frühzeitige Personalumstrukturierung.

Nun kommt Peter Neururer wieder, welcher bei vielen VFL Fans immer noch als einer der besten Trainer gilt, die der VFL in seiner Geschichte hatte. Zwischen 2001 und 2005 führte er den VFL auf den fünften Tabellenplatz und tanze sich mit seiner Mannschaft in den UEFA-Cup. Daraufhin folgte die steile Talfahrt nach dem für alle Beteiligten schmerzhaften Moment als der Brasilianer Eduardo Goncalves de Oliveira, kurz Edu, im Qualifikationsspiel gegen Standard Lüttich in der letzten Minute über den Ball trat und somit das Ausgleichtor vorbereitete und das Ausscheiden besiegelte.

Ob es ihm gelingt die Mannschaft wieder zurück auf die Siegesstraße zu führen und vor dem drohenden Weg in die 3. Liga zu bewahren bleibt abzuwarten. Ihm bleiben nur 6 Spiele, jedoch gilt es Peter Neururer als großer Motivator und könnte auch durch seine Verbundenheit zum Verein für eine Wende sorgen.

„Ich habe keine Hundertstelsekunde gezögert. Das ist der VFL Bochum!“ beschrieb Neururer seine Reaktion auf das Angebot. „Das ist ein Verein, für den ich in jeder Situation alles tun würde. Ich habe bekanntlich schon viel gemacht als Trainer, aber das ist wahrscheinlich die schwierigste Aufgabe, die ich je hatte“.

Am Montagnachmittag um 16 Uhr wird Peter Neururer an der Castropher Straße im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Wir wünschen ihm alles Gute und hoffen, dass er diese schwierige Aufgabe meistern wird.

Was macht eigentlich Jens Todt?

10 Feb

Er hat exakt 209 Bundesliga- und 101 Zweitligaspiele gemacht. Seine Karriere als Profi begann er als Stürmer beim TSV Havelse in der 2. Bundesliga, damals unter Trainer Volker Finke.

Danach folgten folgende Stationen: SC Freiburg, Werder Bremen, VfB Stuttgart. Dort agierte der Niedersachse dann als Mittelfeldspieler. Die Rede ist von Jens Todt. Als er in der Saison 2002/2003 im Alter von 33 Jahren seine Schuhe an den Nagel hing, macht er gerade einmal drei Spiele für den VfB Stuttgart. Dann verschwand Jens Todt plötzlich von der Bildfläche.

Jens Todt - ein Mann mit vielen Talenten (Bild:abendblatt.de)

Jens Todt - ein Mann mit vielen Talenten (Bild:abendblatt.de)

Was danach geschah, war für einen Ex-Fußballprofi erst einmal eine eher ungewöhnliche Karriere. Gut, der Mann mit dem markanten Kinn wurde zwar zunächst Chefscout bei Hertha BSC, aber eigentlich wollte Todt etwas ganz anderes machen. Vor seinem Engagement bei der Hertha plante er schon mit einer Einstellung als Journalist bei einer Stuttgarter Zeitung.

Engagement beim Spiegel

Den Wunsch Journalist zu werden, erfüllt sich der gebürtige Hamelner dann aber ein Jahr später. Da er sich als Chefscout der Hertha ohnehin schon in der Bundeshauptstadt Berlin befand, heuerte er anschließend als Praktikant beim Spiegel und bei dessen Online-Platform Spiegel-Online an. Das ganze geschah im Jahre 2004. Wieder ein Jahr später stieg Todt dann zum Volontär auf und wurde sogar beim Panorama-Ressort fest angestellt, wo er allerdings nur bis 2007 blieb.

Angebot aus Hamburg

Lange hielt die Zusammenarbeit mit dem Spiegel also nicht. Im Jahre 2008 folgte ein Angebot des HSV – Dietmar Beiersdorfer hatte eine Offerte, die Todt nicht ablehnen konnte. Zur Diskussion stand der Posten der Nachwuchsleitung beim Hamburger SV, den Todt am 1. Juni 2008 dann auch übernahm.

Aber auch hier blieb der dreifache Nationalspieler Deutschlands nur ein Jahr. Genau bis zum 25. Juni 2009, dann trat er auch beim HSV zurück. Das Verhältnis zu Dietmar Beiersdorfer, dem damaligen Manager des HSV, war gestört. „Es muss schon ein Grundvertrauen der Vereinsführung in die Arbeit geben. Gegen Ende der Saison war dieses Vertrauen wohl von beiden Seiten nicht mehr groß genug“, kommentierte Todt die Kritik des Vorstands an seiner Nachwuchsarbeit. Die Ausgaben für den Nachwuchs seien zu hoch gewesen, der Ertrag zu gering. Eine Meinung, die Todt nicht teilte. Er ging und machte erst einmal Urlaub mit seiner Familie.

Zurück in der niedersächsischen Heimat

Der Urlaub des Niedersachsen dauerte etwas mehr als ein halbes Jahr. Jetzt ist Todt wieder zurück im Geschäft. Dieses Mal ist er in seine Heimat Niedersachsen zurückgekehrt.  Am gestrigen 09. Februar 2010 unterschrieb er beim VfL Wolfsburg einen Vertrag als Nachwuchschef. „Wir wollen mehr Spieler in die Arena bringen“, sagte Todt bei seinem Amtsantritt und sprach damit ein heikles Thema in Wolfsburg an. Aus dem Kader der Wölfe stammt kein einziger aus der eigenen Talentschmiede. Doch der Ex-Profi findet in der Autostadt herausragende Bedingungen vor, wie er selbst betont:  „Das Leistungszentrum gehört sicherlich zu den Top Five der Liga. Hier hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan, ich bin sehr angetan.“ Ob er aber auch hier nur ein einjähriges Engagement plant, ist nicht bekannt.