Tag Archives: Homosexualität

Nur der erste Schritt

8 Jan

Thomas Hitzlsperger hat sich geoutet. Nun müssen Vereine und Fans nachziehen

Es ist raus: Thomas Hitzlsperger ist schwul. Was ist an dieser Nachricht so besonders? Vielleicht die Tatsache, dass er der erste wirklich bekannte deutsche Profifußballer ist, der sich als homosexuell outet. Mehr aber auch nicht.

Bereits 2007 äußerte sich Zweitliga-Profi Marcus Urban zu seiner Homosexualität, aufgrund derer er aus dem Profigeschäft austrat. Eine große Diskussion über Homosexualität im Fußball löste er dadurch aber nicht aus.

Und Thomas Hitzlsperger? Auch er wartete bis zu seinem Karriereende, um der Welt mitzuteilen: es gibt Homosexualität im Fußball. Warum eigentlich erst so spät? Dass auch „the Hammer“ schwul ist, hatten wilde Spekulanten bereits nach seiner Last-Minute-Trennung vor der geplanten Hochzeit mit seiner damaligen Verlobten prophezeit. Damals waren es nichts als Gerüchte.

Die Entscheidung des ehemaligen Kapitäns des VfB Stuttgart ist wichtig. Doch auch Thomas Hitzlsperger wird Homophobie im Fußball zunächst nicht aus der Welt schaffen. Hitzlsperger hat nur den ersten Schritt gemacht. Was es nun braucht, sind aktive Schwule Fußball-Profis, die an die Öffentlichkeit gehen.

Die wird es jedoch nur geben, wenn sich die Gesellschaft, vor allem die im Fußball, verändert. Dazu braucht es eines: mehr Toleranz seitens der Fans, aber auch seitens der Vereine. Auch diese sollten jetzt ein Zeichen setzen.

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Manni Amerell – Täter oder Opfer?

24 Feb

„Amerell küsste mich auf den Mund“. Das sind die schweren Anschuldigungen von Jung-Schiedsrichter Michael Kempter an den ehemaligen Schiedsrichtersprecher Manfred „Manni“ Amerell. In einem Interview mit einer großen deutschen Boulevardzeitung gab Kempter private Details aus seinem „Verhältnis“ zum Amerell preis. Doch nun stellt sich die Frage, wer ist hier eigentlich der Buh-Mann? Amerell oder doch Kempter? Man weiß es nicht.

Manfred "Manni" Amarell - hat ihn Kempter mit seinem Charm nur verführt? (Bild: Bild.de)

Manfred "Manni" Amerell - hat ihn Kempter mit seinem Charm nur verführt? (Bild: Bild.de)

Nicht nur geküsst haben soll Amarell den jungen und angeblich unschuldigen Michael Kempter.  Laut Kempter war es ein „schleichender Prozess“ , der vor gut zwei Jahren begann. „Erst nur mit Hand auflegen auf den Oberschenkeln – und dann wanderte die Hand immer weiter, in die Hose, in den Genitalbereich.“ Man möchte garnicht mehr weiterlesen und wissen wo Mannis Hand noch hinwanderte.

Auch andere Schiedsrichter betroffen

Doch lässt man sich sowas gefallen, nur um seine Schiedsrichterkarriere nicht aufs Spiel zu setzten? „Ich habe versucht es zu verdrängen, aber es kam immer wieder hoch.“ Irgendwann wollte Kempter die Hand Amerells nicht mehr an seinen Genitalien spüren, und packte alles aus. Er habe Informationen bekommen, dass andere Schiedsrichter auch betroffen seien. Lassen diese sich etwa auch vom Grabsch-Amerell betatschen, um weiter munter Fehlentscheidungen in der Bundesliga treffen zu dürfen?

Kempter-SMS macht stutzig

Aber hat es Kempter vielleicht doch alles gewollt, um sich im Nachhinein als Opfer darzustellen, als die pikanten Details an die Öffentlichkeit drangen? Vielleicht hat er Amerell nur ausgenutzt  und ihn dann, als er in den Kreis der angesehenen Schiedsrichter aufstieg, gnadenlos fallen lassen. In einer von Mannfred Amerell veröffentlichen SMS, schrieb Michael Kempter folgende Worte an den Schiri-Sprecher:

„Wieso machen wir alles kaputt? Ist das nötig Denke es ist nicht richtig, dass wir Hass aufeinander haben. Beide haben Fehler gemacht. Doch normal ist alles reparabel, oder? Tut mir echt weh. Komm doch ohne Dich auch nicht klar! Michi“.

Das sitzt. Kempter nahm auch Stellung zu dieser pikanten SMS. Er habe die Sache direkt mit ihm klären wollen, hieß es im Enthüllungsinterview.

Keine Angst vor Anfeindungen

Dass Michael Kempter in Zukunft von den Fans in den Stadien angefeindet und der Homsexualität beschuldigt wird, ist für den 27-jährigen Schiri kein Thema. „Schwul“ sei er nicht, bekräftigt Kempter.  Im 21. Jahrhundert zwar kein Problem mehr, in den Fußballstadien Deutschlands aber immernoch ein Tabuthema. Deshalb auch die ganze Würze in der Angelegenheit. Schlimmer wiegt nur die Angelegenheit, dass, vorausgesetzt die Angaben Kempter stimmen, ein Abhängigkeitsverhältnis ausgenutzt wurde.

Im März soll Michael Kempter wieder auf dem Platz stehen und als Unparteischer die Spiele der Fußball-Bundesliga leiten. Hoffentlich ohne Anfeindungen. Denn ob die Aussagen des Schiedsrichter tatsächlich stimmen, kann noch niemand beurteilen. Die Frage nach Täter oder Opfer scheint jedoch klar, solange Amerell nichts konkretes aufweisen kann.

Wahrscheinlich wird nie wirklich ans Tageslicht kommen, wer, wo , wann, wen angefasst, geküsst oder sonst was gemacht hat. Vielleicht ist es auch besser so.