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Hertha? Otto, das find‘ ich nicht so gut!

26 Feb

Zum Haare Raufen: Ahnt "König Otto", was er sich mit der Hertha angetan hat? Foto: kicker.de

Zum Haare Raufen: Ahnt "König Otto", was er sich mit der Hertha angetan hat? Foto: kicker.de

Eigentlich hat Otto Rehhagel schon eine – sorry! – alte Dame: Beate Rehhagel. Und wenn Ihr mich fragt, hätte er sich besser keine zweite angelacht.

Sein Comeback bei Hertha BSC, der alten Dame der Bundesliga, war der Trainer-Coup, mit dem sich der Klub aus der Abstiegsregion retten will. Ein Jungspund (Markus Babbel) und ein Mittelmaß-Trainer (Michael Skibbe) hatten vorher an der Seitenlinie kaum bzw. keinerlei Wirkung entfaltet.

Nun soll es also Rehhagel richten. Lange bevor er in Bremen zur Legende wurde, den 1. FC Kaiserslautern aus der 2. Bundesliga als Deutscher Meister in die Champions League führte und als Europameister in Griechenland zu „Rehakles“ wurde, spielte der heute 73-Jährige einige Jahre in Berlin. Er wirkte 1963 bei der Hertha mit, als in Deutschland die Bundesliga ihren Kick-Off feierte. Aus dieser Verbundenheit sagte Rehhagel Manager Michael Preetz zu – und das war ein Fehler.

Das Engagement bei den Hauptstädtern könnte zum Himmelfahrtskommando, zur „Mission Impossible“ werden.

Die Hertha hat eine nur bedingt bundesligataugliche Truppe: Kobiashvili, Mijatovic, Raffael, Ebert, Bastians – das waren vor einiger Zeit ordentliche Bundesliga-Spieler, derzeit sind sie es eben nicht mehr. Aus dem Team kann „König Otto“ nicht mehr viel herausholen, und erst recht nicht mit seinem Trainer-Werkzeugkasten. Das hat schon die 0:3-Niederlage beim direkten Klassenerhalt-Konkurrenten Augsburg (!!) zum Rehhagel-Einstand gezeigt: Das Trainerwechsel-Momentum ist schon verpufft. Abstiegskampf, das hat Rehhagel verlernt – wenn er es überhaupt je gelernt hat. Mit Kaiserslautern ist er immerhin auch schon einmal daran gescheitert.

Zwar wird ein möglicherweise erfolgloses Engagement in Berlin Rehhagels Ruf nicht ankratzen können, aber schmücken die Berliner Trainer-Zeit Rehhagel sicher nicht.

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Was macht eigentlich Jens Todt?

10 Feb

Er hat exakt 209 Bundesliga- und 101 Zweitligaspiele gemacht. Seine Karriere als Profi begann er als Stürmer beim TSV Havelse in der 2. Bundesliga, damals unter Trainer Volker Finke.

Danach folgten folgende Stationen: SC Freiburg, Werder Bremen, VfB Stuttgart. Dort agierte der Niedersachse dann als Mittelfeldspieler. Die Rede ist von Jens Todt. Als er in der Saison 2002/2003 im Alter von 33 Jahren seine Schuhe an den Nagel hing, macht er gerade einmal drei Spiele für den VfB Stuttgart. Dann verschwand Jens Todt plötzlich von der Bildfläche.

Jens Todt - ein Mann mit vielen Talenten (Bild:abendblatt.de)

Jens Todt - ein Mann mit vielen Talenten (Bild:abendblatt.de)

Was danach geschah, war für einen Ex-Fußballprofi erst einmal eine eher ungewöhnliche Karriere. Gut, der Mann mit dem markanten Kinn wurde zwar zunächst Chefscout bei Hertha BSC, aber eigentlich wollte Todt etwas ganz anderes machen. Vor seinem Engagement bei der Hertha plante er schon mit einer Einstellung als Journalist bei einer Stuttgarter Zeitung.

Engagement beim Spiegel

Den Wunsch Journalist zu werden, erfüllt sich der gebürtige Hamelner dann aber ein Jahr später. Da er sich als Chefscout der Hertha ohnehin schon in der Bundeshauptstadt Berlin befand, heuerte er anschließend als Praktikant beim Spiegel und bei dessen Online-Platform Spiegel-Online an. Das ganze geschah im Jahre 2004. Wieder ein Jahr später stieg Todt dann zum Volontär auf und wurde sogar beim Panorama-Ressort fest angestellt, wo er allerdings nur bis 2007 blieb.

Angebot aus Hamburg

Lange hielt die Zusammenarbeit mit dem Spiegel also nicht. Im Jahre 2008 folgte ein Angebot des HSV – Dietmar Beiersdorfer hatte eine Offerte, die Todt nicht ablehnen konnte. Zur Diskussion stand der Posten der Nachwuchsleitung beim Hamburger SV, den Todt am 1. Juni 2008 dann auch übernahm.

Aber auch hier blieb der dreifache Nationalspieler Deutschlands nur ein Jahr. Genau bis zum 25. Juni 2009, dann trat er auch beim HSV zurück. Das Verhältnis zu Dietmar Beiersdorfer, dem damaligen Manager des HSV, war gestört. „Es muss schon ein Grundvertrauen der Vereinsführung in die Arbeit geben. Gegen Ende der Saison war dieses Vertrauen wohl von beiden Seiten nicht mehr groß genug“, kommentierte Todt die Kritik des Vorstands an seiner Nachwuchsarbeit. Die Ausgaben für den Nachwuchs seien zu hoch gewesen, der Ertrag zu gering. Eine Meinung, die Todt nicht teilte. Er ging und machte erst einmal Urlaub mit seiner Familie.

Zurück in der niedersächsischen Heimat

Der Urlaub des Niedersachsen dauerte etwas mehr als ein halbes Jahr. Jetzt ist Todt wieder zurück im Geschäft. Dieses Mal ist er in seine Heimat Niedersachsen zurückgekehrt.  Am gestrigen 09. Februar 2010 unterschrieb er beim VfL Wolfsburg einen Vertrag als Nachwuchschef. „Wir wollen mehr Spieler in die Arena bringen“, sagte Todt bei seinem Amtsantritt und sprach damit ein heikles Thema in Wolfsburg an. Aus dem Kader der Wölfe stammt kein einziger aus der eigenen Talentschmiede. Doch der Ex-Profi findet in der Autostadt herausragende Bedingungen vor, wie er selbst betont:  „Das Leistungszentrum gehört sicherlich zu den Top Five der Liga. Hier hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan, ich bin sehr angetan.“ Ob er aber auch hier nur ein einjähriges Engagement plant, ist nicht bekannt.