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Zum Lachen in den Keller?: Ha Ha Ha – HSV!

30 Apr

Sie wollten ins Europa League-Finale kommen und in der Liga im Konzert der Großen mitspielen. Am Ende der Saison folgt für den Hamburger SV die große Ernüchterung – plötzlich steht man mit leeren Händen da: Kein EL-Finale im eigenen Stadion und wohl auch kein Startplatz für einen internationalen Wettbewerb in der Bundesliga. 

Lachen oder weinen? Diese Frage stellen sich auch Petric und Pitroipa (Bild:kicker.de)

Lachen oder weinen? Diese Frage stellen sich auch Petric und Pitroipa (Bild:kicker.de)

 

Dabei wird man bei der ganzen Hamburger Tristesse wohl eher froh sein müssen, dass sich das Team von der Elbe am gestrigen Abend nicht für das Europa League-Finale im heimischen Stadion qualifiziert hat. In dieser Verfassung wäre man wohl am 12. Mai gegen Atletico Madrid unter die Räder gekommen – und das im heimischen Volkspark. 

Der Trend des HSV zeigt schon lange nach unten. Befand man sich am sechsten Spieltag der Bundesliga-Saison noch auf Platz eins, ging es für den HSV ab diesem Zeitpunkt stetig bergab. Der Tiefpunkt ist ausgerechnet jetzt, am Saisonende, erreicht. Eine Mannschaft mit großem Potential und großen Namen steht auf einem ernüchternden siebten Platz mit fünf Punkten Rückstand auf den VfB Stuttgart, der auf einem Europa League-Rang steht. Dass diese fünf Punkte noch aufgeholt werden ist mehr als utopisch. 

Der Hamburger SV wird in der nächsten Saison also nicht international spielen. Wie soll man weitere Hochkaräter wie van Nistelrooy an die Elbe holen, wenn man noch nicht einmal in der Euro-League spielt? Zur Zeit gibt es auch noch keinen Trainer für den vor einer Woche entlassenen Bruno Labadia, mit dem man namenhafte Spieler nach Hamburg locken könnte. Noch vor der WM soll jedoch ein neuer Übungsleiter präsentiert werden mit dem dann ein Neuanfang gestartet werden soll. 

Fragt sich nur, mit welchem Personal. Jerome Boateng wird den HSV Medienberichten zu Folge für 12,5 Millionen Euro in Richtung Manchester City verlassen und an Dennis Aogo ist zur Zeit der AC Mailand interessiert. Für den Mittelfeldstrategen Ze Roberto liegt ein Angebot aus den Vereinigten Staaten vor. Auch der Verbleib von Elia und Trochowski ist nicht sicher – mit einer Reservistenrolle wollen beide in der nächsten Saison kein Vorlieb nehmen. Immerhin laufen in Sachen Mittelfeld-Ersatz schon Gespräche mit dem quirligen Goijko Kacar von Hertha BSC Berlin. Was mit Flaschenwerfer Paolo Guerrero ist, steht noch in den Sternen. Der Vertrag des Peruaners läuft jedenfalls am 30.06.2010 aus und wurde bislang noch nicht verlängert.  

Da schien die Welt für Bernd Hoffmann noch in Ordnung (Bild:welt.de)

Da schien die Welt für Bernd Hoffmann noch in Ordnung (Bild:welt.de)

 

„Mit Sicherheit ist das der bitterste sportliche Moment, seitdem ich arbeite.“, sagte Klubchef Bernd Hoffmann nach dem gestrigen bitteren Ausscheiden in Craven Cottage. Ob dies seine letzte bittere Niederlage für den HSV war, bleibt abzuwarten. Die Fans forderten nach Abpfiff in Fulham bereits den Rauswurf des Vorstandsvorsitzenden. Sicherlich trägt Hoffmann die wohl geringste Schuld an der bisherigen Misere, aber nach so einer verkorksten Saison ist selbst so ein Posten zu hinterfragen, bedenke man Hoffmanns Fehlinvestitionen wie Berg (10 Millionen Euro) und Rozehnal (5 Millionen Euro). Letztlich könnte man sogar die Frage stellen, ob der Rauswurf von Bruno Labbadia überhaupt notwendig war. 

Viele Fragen auf die man in den nächsten Wochen hoffentlich eine Antwort finden muss. Bis dahin werden sowohl die Spieler als auch der Vorstand zum Lachen in den Keller gehen müssen, wenn es denn noch was zu Lachen gibt.

Warum der BVB die Europaleague erreicht – und nicht mehr!

1 Feb

1:4 hieß es am gestrigen Sonntag für den BVB beim Auswärtsspiel in Stuttgart. Eine bittere Niederlage, denn die vielen Dortmund-Fans sind seit Wochen nichts anderes gewöhnt als Siege. So langsam wird man in Dortmund wieder hungrig auf internationale Wettbewerbe.

Barrios und Hummels - die Garanten für die Europaleague? (Bild: kicker.de)

Barrios und Hummels - die Garanten für die Europaleague? (Bild: kicker.de)

Sechs Dreier in Folge feierte der BVB zuletzt, eben bis zum gestrigen Tag. Sogar 13 Mal in Folge blieb man ungeschlagen. Die letzte Niederlage vor der gestrigen 1:4-Pleite im Schwabenland datiert vom 26. September 2009, als der Erzrivale aus Gelsenkrichen den BVB im heimischen Sigal-Iduna-Park mit 1:0 schlug.

Der BVB ist in dieser Saison zu einigem in der Lage. Hier die Gründe, warum es am Ende aber nicht mehr als für einen Platz in der Europalueague reicht:

Die Torhüter: Mit Roman Weidenfeller und Marc Ziegler verfügt der BVB über zwei erfahrene Torhüter. Mit seinen 182 Bundesligaspielen hat Weidenfeller die nötige Ruhe, die gefordert ist, wenn es rund um den Strafraum gefährlich wird. Seinem Spitznamen „Weidenfehler“ ist die Nummer 1 des BVB, zumindest in dieser Saison, noch nicht gerecht geworden. Note: 2-

Die Abwehr: Mit Mats Hummels und Neven Subotic (beide 21)  stehen zwei junge und sehr talentierte Innenverteidiger in den Reihen des BVB. Souverän im Aufbauspiel, nahezu perfekt im Stellungsspiel und überragende Zweikampfwerte – der „Kinderriegel“ des BVB ist der Garant für einen Platz in der Europaleague. Komplettiert wird die Viererkette durch die beiden Außenverteidiger Schmelzer und Owomoyela. Schmelzer, aus der Dortmunder Talentschmiede gekommen, hat es sogar geschafft den erfahrenen Dede von seiner linken Abwehrseite zu verdrängen. Am Ende könnte die mangelnde Erfahrung der noch jungen Verteidigung jedoch einige Punkte kosten. Note: 2

Das Mittelfeld: Sowohl Nuri Sahin als auch Jakub „Kuba“ Blaszczykowski sind Denker und Lenker im Spiel des BVB. Sahin hat sich mit seinen erst 21 Jahren zu einem Führungsspieler entwickelt, wie er auch selbst sagt. Der ebenfalls junge Sven Bender (20) hat sich nach und nach zu einer festen Größe in Dortmunder Mittelfeld entwickelt. Sein Kicker Notenschnitt liegt bei 2,86 – der Topwert im Kader des BVB. Wenn Sebastian Kehl bald wieder fit ist, könnte mehr Erfahrung ins Spiel der Borussia kommen. Ansonsten gilt das Gleiche wie für die Abwehr: Jung, talentiert aber oft noch nicht mit der nötigen Ruhe. Note: 2-

Der Angriff: Zunächst als Fehleinkauf abgestempelt, kam der „Welttorjäger“ Lukas Barrios beim BVB immer besser in die Gänge. Mittlerweile hat er zehn Tore auf seinem Konto zu verbuchen. Das bedeutet Platz drei in der Torjägerliste der Bundesliga, knapp hinter Kevin Kuranyi. Bedient wird der Argentinier vom Dortmunder Jungen  Kevin Großkreuz. Stand der gebürtige Dortmunder vor ein paar Jahren noch selbst auf der Südtribüne des Westfalenstadions, so kickt er jetzt selbst auf dem Platz. Der 21-jährige hat sogar schon zweimal getroffen, glänzt jedoch eher durch Assists auf Barrios. Dazu gesellen sich die eher unkonstanten Sturmkollegen Nelson Valdez und Mohamed Zidan. Die beiden bewegen sich im Spektrum zwischen Genie und Wahnsinn – zwei echte Wundertüten. Note: 2-

Der Trainer: Jürgen Klopp ist ein Fußballbesessener. Ein Motivator vor dem Herren, der seiner Mannschaft den medialen Druck abnimmt, indem er sich regelmäßig vor seine Mannschaft stellt, wenn es mal nicht so gut läuft. Er ist der heimliche Star der Mannschaft – die Fans lieben ihn für seine herzerfrischende Art. Leider gehen zu oft die Nerven mit ihm durch, wie bei seinem legendären Mauerlauf von Köln. Note: 1-

Fazit: Der BVB hat in jedem Mannschaftsteil großes Potenzial. Die Abwehr steht mit nur 23 Gegentoren auf Platz fünf der Liga. Dazu verfügt Dortmund mit Lucas Barrios über einen Stürmer mit eingebautem Torinstinkt, der im Falle einer Verletzung jedoch nicht leicht zu ersetzen wäre. Doch das Potenzial reicht noch nicht für ganz oben. In den wahren Bewährungsproben gegen die Bayern oder Schalke fehlte noch die nötige Abgeklärtheit – beide Spiele gingen verloren. Am Ende reicht es jedoch für Platz 4 oder 5 – vorausgesetzt es gibt keine schweren Verletzungen.