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Guatemala–Derby: Mittelamerikanische Leidenschaft

16 Mai

Als Guatemala-Derby oder „El Clasico“ wird in Guatemala gemeinhin das Fußballspiel zwischen den beiden größten und erfolgreichsten Fußballclubs aus der Hauptstadt Guatemala-Stadt, dem Club Social y Deportivo Municipal und dem  Club Social y Deportivo Comunicaciones bezeichnet. Das Derby ist weit über die Landesgrenzen Guatemalas in ganz Mittelamerika bekannt und fesselt die 12 Millionen Einwohner. Zusätzliche Spannung entsteht dadurch, dass beide Mannschaften sich das Stadion teilen, das Estadio Mateo Flores. Die Partie ist nicht nur legendär, sondern auch meist Meisterschaftsentscheidend, da sich diese beiden Teams seit Jahrzenten fast alle Titel teilen.

Dabei liegen zwischen den Gründungen der beiden Clubs 13 Jahre, denn Municipal wurde schon 1936 gegründet, Comunicaciones erst 1949 von eher wohlhabenderen Fußballliebhabern. Municipal war zu diesem Zeitpunkt bereits 2-mal Meister geworden.  Doch Comunicaciones ließ nicht lange auf sich warten und feierte 1956 seinen ersten Meistertitel in der Campeonato de Liga,  die erst 1942 gegründete Landesmeisterschaft.

Beide Clubs wissen zusammen mehr als 60 % der Fußballfans in Guatemala hinter sich, wobei Municipal als das beliebteste Team des Landes gilt. Der Verein rekrutiert seine Fans größtenteils aus der Arbeiterklasse, was das Duell der beiden Vereine zusätzlich den Charakter eines Klassenkampfes, in der seit 1986 demokratischen Republik, gibt. Die Vereinsfarben und Spitznamen haben die beiden Vereine von den mexikanischen Fußballclubs Chivas Guadalajara (Municipal) und CF América  (Comunicaciones) übernommen, sodass die Anhänger von Municipal sich Chivas nennen, was Ziegen bedeutet und die Anhänger Comunicaciones sich als Águilas, übersetzt Adler, bezeichnen.

Beide Vereine sind die erfolgreichsten und dominantesten in der heimischen Liga. So hat Municipal insgesamt 27 Meisterschaften errungen, während Comunicaciones 23 vorzuweisen hat. Hierbei gilt aber zu beachten, dass es seit 2000 pro Jahr zwei Meisterschaften gibt, die Frühjahres- (  Apertura) und die Herbstmeisterschaft (Clausura). Die beiden Vereine sind auch die einzigen, die jeweils im Finale des CONCACAF Champions Cup, der mittelamerikanischen Champions-League, standen, wobei  Municipal diesen 1974 sogar gewinnen konnte. Hierbei wird von Comunicacionesanhängern aber immer wieder darauf hingewiesen, dass genau in diesem Jahr die starken mexikanischen Vereine nicht teilgenommen haben.

Ein weiter interessanter Umstand ist, dass beide Mannschaften angeben, die größere Anzahl aufeinander folgender Meisterschaften gewonnen zu haben. Und beide haben Recht! Denn Comunicaciones gewann von 1996 bis 2000 vier Mal in Folge den Titel als es noch Jahresmeisterschaften gab, während Municipal zwischen 2004 und 2006 fünfmal den Titel durch die Halbjahressaisons holte.

Eine Vielzahl von Anekdoten, wie die obige, sorgen immer wieder gerade vor direkten Begegnungen für hochkochende Emotionen und versetzen das Estadio Mateo Flores in einen Ausnahmezustand.

Einen guten Eindruck über den Eventcharakter gibt auch dieses kurze Handyvideo von einem der letzten Duelle.

Derby della Madonnina – die fußballerische Modenschau

2 Mai

Das „Derby della Madonnina“ bezeichnet das Stadtderby zwischen dem Associazione Calcio Milan S.p.A., den Rossineri, und dem Football Club Internazionale Milano, den sogenannten Nerazzuri und ist neben dem Derby d’Italia (Inter – Juventus Turin) das bekannteste und prestigereichste in Italien. Das Derby wurde nach der vergoldeten Madonnenstatue auf der 108 Meter hohen zentralen Turmspitze des weltweit bekannten Mailänder Doms benannt. Es ist europaweit das einzige Derby zweier Vereine, die jeweils die Champions League gewinnen konnten. Die Rivalität der beiden Clubs gründet sich auf vielen Anekdoten, Höhen und Tiefen, vielen spannender Duelle und dem Stolz, ein Leben lang nur für einen der beiden Clubs spielen zu können, wie z.B. Paolo Maldini für Milano. Die Spiele zeichnen sich durch attraktiven, nahezu zelebrierenden, hochtechnischen Fußball aus und werden von den Fans bereits Wochen vorher als berauschende Feste angenommen. Zusätzliche Spannung wird durch den Umstand erzeugt, dass beide Vereine im selben Stadion, dem Guiseppe-Meazza-Stadion spielen, das von dem Anhängern des AC Mailands auch San Siro, nach dem Stadteil in dem das Stadion gelegen ist, genannt wird.

Das erste Freundschaftsspiel nach der Gründung des AC Mailands im Jahr 1899 und Inters im Jahr 1908, fand am 18. Oktober 1908 in Chiasso in der Schweiz statt. Inters Gründung war eine Abspaltung von kosmopolitischen italienischen und schweizer Mitgliedern des „Milan Cricket and Football Club“, in dem nur Italiener spielen durften. Ein Manifest, welches der neu gegründete Verein nicht übernahm, jedoch bei dem ursprünglichen Verein bis 1929 bestand. Dieser Ursprüngliche Verein wurde schließlich weltweit unter dem Namen AC Mailand, oder Milano bekannt. Somit entstand eine naturgemäße Rivalität.

Die Fanlager beider Mannschaften unterteilen sich nicht in bestimmte Stadtteile, sodass es keinerlei Fanhochburg gibt. Die Unterschiede liegen jedoch teilweise in der politischen Gesinnung und dem sozialen Status der Fans. Der AC Mailand war besonders in den Arbeiterklassen verankert und die Fans wurden interessanter Weise eher der linken Szene zugeordnet, während Inter vor allem Freunde in der Oberschicht und einen harten Kern in der politisch als rechtslastig geltenden Fanszene hatte. Zeitweise wurde hierbei auch ein brüderlicher Zwist ausgetragen zwischen den Brüdern der Familien Baresi ( Guiseppe bei Inter und Franco bei AC). Diese Unterschiede sind jedoch in der jüngeren Geschichte, besonders durch den Einstieg Berlusconis bei Milano, nahezu vollständig verwischt worden, sodass auch rechte Strömungen bei den Unterstützern Milanos Einzug hielten.

„Ferner hat eine 1992 durchgeführte Untersuchung herausgefunden, dass der Anteil der Industriearbeiter unter den Mitgliedern bei Inter Mailand 34,4 Prozent ausmacht, beim AC Milan hingegen nur 22,3 Prozent. Der Anteil der Angestellten liegt bei Inter mit 30,5 Prozent dagegen deutlich niedriger als bei Milan mit 39,4 Prozent. Auch Ladenbesitzer sind mit 16 Prozent bei Milan deutlich stärker vertreten als bei Inter mit nur 9,1 Prozent.“ (Richard Giulianotti, Norman Bonney and Mike Hepworth: football, violence and social identity (London 1999)

Seit dem ersten Spiel 1908, das der AC Mailand mit 2:1 gewann, fanden insgesamt 269 offizielle Begegnungen statt, von denen der AC Mailand 105 und Inter 92 gewinnen konnte, bei 72 Remis. Es fielen 825 Tore, von denen Milano 429 und Inter 396 schoss. Der höchste Sieg gelang Milano am 11.Mai 2001 mit einem 6:0.  Beide Vereine durchlebten sehr große Erfolgsschwankungen. Bei Inter gilt die Ära des Präsidenten Angelo Moretti bis 1972 als die Erfolgreichste, während bei AC vor allem Berlusconis Zeit die meisten Titel einbrachte und AC auch international zu einem der erfolgreichsten Vereine der Geschichte machte (18 Titel), wobei auch Inter internationale Erfolge feierte (9 Titel). Die meisten Einsätze für Inter Mailand, mit über 760 Spielen, bestritt Javier Zanetti, wobei dieser noch aktiv ist, und beim AC Mailand Paolo Maldini mit 902 Spielen und insgesamt 25 Jahren für den Verein.

Es sind also auch in Zukunft spannende und packende Duelle garantiert und halten besonders die italienische, aber auch die restliche Fußballwelt in Atem.

Einen interessaten Einblick gibt auch diese Reportage:

Superclásico – das Heißeste was Argentinien zu bieten hat.

21 Mrz

(Quelle: hastalogolsiempre.files.wordpress.com)

Das Superclásico ist die Bezeichnung für das Derby zwischen den beiden argentinischen Fußballklubs Club Atlético Boca Juniors (CABJ) und Club Atlético River Plate. Das Stadtderby der beiden bekanntesten argentinischen Vereine aus der Hauptstadt Buenos Aires hat einen extrem hohen Stellenwert in beiden Fanlagern und sorgt immer wieder für emotionsgeladenen Begegnungen mit viel Spannung und zieht oftmals unrühmliche Schlagzeilen durch Gewaltaktionen der Fans nach sich. Die Partie gilt neben dem „Old Firm“ als das bekannteste Fußballderby der Welt und wurde von der englischen Wochenzeitschrift „The Observer“ als das erlebnisreichste Sportereignis der Welt gewählt. Außerdem gehört es mit zu der Liste der 50 Ereignisse die ein Mensch vor dem Übergang in ein „besseres Leben“ miterlebt haben muss.

Die beiden Clubs verbindet der gleiche Ausgangspunkt in ihrer Gründungsgeschichte. Beide Klubs wurden im Stadtviertel La Boca in Buenos Aires gegründet. River Plate wurde am 25.Mai 1901 gegründet um den „Königssport zu betreiben, 4 Jahre später, am 3.April 1905 wurde der Verein Boca Juniors von italienischen Immigranten ins Leben gerufen. Beide Fanlager sprechen aufgrund desselben Ursprungs auch dieselbe Sprache, einen italienischen Dialekt. Als die erste Partie am 24.August 1913 mit einem 2:1 für River endete, war die große Rivalität noch nicht absehbar.

Diese begann in den 30er Jahren, als River Plate, nachdem der Klub mehrere Male schon umgezogen war, sich im Stadtteil Nuñez niederließ, dem Reichenviertel von Buenos Aires. Fortan galten die River-Fans als die Reichen und die Boca-Fans als die Armen.  Der Verein River Plate erhielt den Spitznamen Los Millionarios, welcher aufgrund von einigen Transfers aufkam, die River mit Gold bezahlte. Gerade dieser brisante Umstand in einem Land wie Argentinien, das mit einer starken sozialen Kluft zu kämpfen hat, entwickelte sich das Derby zu einem Kampf zwischen der Oberschicht (River) und der Arbeiterklasse (Boca).

Ein weiterer Faktor ist die Dominanz der beiden rivalisierten Clubs in den 20er bis 40er Jahren im argentinischen Fußball.

Und auch die Farbenwahl war ein Streitthema. Angeblich soll noch vor dem ersten dokumentierten Derby im Jahr 1907 ein Spiel um die Vereinsfarben stattgefunden haben, dass River gewann. Fortan durften sie rot und weiß tragen, während Boca mit blau und gelb vorlieb nehmen musste, was die Farben eines schwedischen Schiffes waren, das zu dieser Zeit im Hafen lag.

Durch die Rivalität achteten beide Clubs sehr darauf, sich von dem anderen abzusetzen, sodass völlig unterschiedliche Spielweisen entstanden sind. Die River-Fans erwarten große Ballkünstler in ihren Reihen, die eine große Show bieten. Die gegnerischen Spieler sollen getunnelt und ausgetrickst werden und so die Fußballwelt zum Staunen bringen. Die Hauptphilosophie ist das direkte Weiterspielen des Balles, was zu ein Markenzeichen geworden ist. Die Fans der Boca Juniors wollen hingegen Spieler, die einen hohen Kampfgeist haben, die vor allem aufopferungsvoll, hartnäckig und mutig auftreten. Die Boca-Fans bezeichnen die River-Spieler als „Tänzerinnen, denen die Luft ausbleibt, wenn das Spiel männlich zur Sache geht“

Das erste Superclásico in der argentinischen Profiliga Primera División fand am 20. September 1931 statt. Dieses Spiel wurde abgebrochen, weil die Spieler von River Plate sich weigerten das Spiel fortzusetzen, nachdem bereits drei Mitspieler des Feldes verwiesen worden waren. Seitdem begegneten sich die beiden Vereine in 321 offiziellen Partien und davon alleine 184 Begegnungen in der Liga,  von denen 68 Boca  und 61 die Millonarios gewannen, 55 gingen unentschieden aus. In diesen Duelle fielen insgesamt 498 Tore (Boca 255/ River 243), was einem Schnitt von 1,55 Toren pro Spiel entspricht. Der höchste Sieg von 5:1 gab es dreimal, zweimal gewann Boca, einmal River Plate. Erfolgreichster Derbytorschütze ist Ángel Labruna mit 16 Toren für River Plate. Der einzige Trainer, dem das Kunststück gelang, mit beiden Vereinen Meister zu werden, ist Alfredo Di Stéfano. Er holte 1969 mit Boca Juniors den Titel und 1981 mit River Plate. Kurios ist, dass in den 50er Jahren dem Spieler Norberto Menéndez mit beiden Vereinen jeweils drei Titelgewinne gelangen.

Egal ob im La Bombonera (Boca) oder im Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti (River) gespielt wird, es ist immer spannend. Die Vorfreude versetzt das ganze Land schon Wochen vorher in den absoluten Ausnahmezustand. In Argentinien zählen 39 % zu den Boca-Anhängern und 33% nennen River Plate als ihren Lieblingsclub. Die Boca-Fans werden als „Bosteros“ bezeichnet, was eine Anspielung auf die gleichnamigen früheren städtischen Bediensteten ist, die für das Aufsammeln von Pferdekot zuständig waren. Dafür werden die River-Fans als Feiglinge tituliert und „Gallinas“ (Hühnchen) genannt. Die beiden größten Fanorganisationen sind bei den Bocas die „La Doce“ (der zwölfte Mann) und von River die „Los Borrachos del Tablón“ (Die Besoffenen von der Theke). Das Spiel ist auch aufgrund der enormen Lautstärke, die von den Fans erzeugt wird, so berühmt.

Nicht nur für die Fans war und ist der Superclásico das Spiel der Spiele. Diego Maradonna hatte sich extra für sein Karriereende ein Superclásico ausgesucht und meinte: „Ich war schon bei der Partie FC Barcelona – Real Madrid dabei, die sehr wichtig ist, weil zwei Riesenstädte dahinter stehen. Aber Boca –River, das ist etwas anderes. Das ist, als würde man mit Julia Roberts schlafen.“

Aufgrund der starken Rivalität, die zwischen den beiden Clubs und ihren Fangemeinschaften herrscht, kam es immer wieder zu vielen Tragödien. Die größte ereignete sich am 23.Juni 1968 im El Monumental, als 74 Menschen starben und über 150 verletzt wurden. Die Massen versuchten das Stadion panikartig zu verlassen, obwohl die Ausgänge noch geschlossen waren. Der Auslöser waren einige Boca-Fans, die brennende Zeitungen in die Menge geworfen hatten.

Ein anderes tragisches Ereignis, den Tod zweier River-Fans, soll der Boca-Anführer Miguel Baritta nach einer 2:0 Niederlage im April 1994 in Auftrag gegeben haben. Eine zynische Bemerkung eines vermummten Boca-Anhängers dazu lautete schlicht: „Empatamos – Wir haben zum 2:2 ausgeglichen“. Zwei Jahre später wurden wieder zwei Fans ermordet, vermutlich wieder im Auftrage Barittas.

1997 rächten sich die Fans von River an den vielen Brutalitäten und stahlen die berühmten Fahnen der Bocas während eines Superclásicos aus dem La Bombonera.

Der Höhepunkt der Gewalt wurde 2002 erreicht, nachdem ein 14-jähriger Junge ums Leben kam. Danach riefen die Anhänger zum „Frieden in den Stadien“ auf. Daraufhin hat sich die Lage etwas beruhigt.

Doch immer noch bedarf es eines starken Polizeiaufgebotes um die Fans teilweise zu beruhigen und in Schach zu halten. Oftmals muss die Polizei Gummigeschosse einsetzten.

Zuletzt feierten die Bocas abwechselnd nationale und internationale Erfolge, während River besonders in den nationalen Wettbewerben erfolgreich war.

Das Derby zwischen den Boca Juniors und River Plate gilt zu Recht als eines der spannendsten Begegnungen aller Zeiten und fesselt immer wieder aufs Neue die Fußballwelt.

Einen guten Eindruck gibt auch diese kurze BBC-Reportage

oder diese Reportage:

Old Firm – Das schottische Derby

14 Mrz

(Quelle:news.bbc.co.uk)

Das Old Firm bezeichnet eines der bekanntesten und ältesten Derbys der Welt, die Rivalität zwischen den Glasgow Rangers und Celtic Glasgow im schottischen Fußball. Die Bezeichung „Old Firm“ resultiert aus einer höhnischen Anspielung in dem schottischen Magazin „The Scottish Referee“ im April 1904, in dem die Geschäftemacherei der „Old Firm of Rangers, Celtic Ltd.“ angeprangert wurde. Die besondere Brisanz, dass es sich hierbei um ein Stadtderby handelt,  weckt viele Emotionen, weshalb diese Spiele zu den heißesten und umkämpfest der Welt gehören. Das Old Firm ist das am häufigsten ausgetragene Derby Europas und besteht seit 123 Jahren.

Dabei fing alles ganz harmlos an. Der Rangers Football Club wurden 1873 als Club der Protestanten gegründet, 14 Jahre später, 1887, der Celtic Football Club einem irischen Mönch als Wohltätigkeitsorganisation für irische Einwanderer. Und nur ein Jahr später, am 28. Mai 1888 lud Celtic den Stadtrivalen ironischer weise zu einem Freundschaftsspiel ein.  Das erste Spiel endete mit einem 5:2 Erfolg für Celtic  und die Rivalität begann.

Über die Zeit gewannen die beiden Klubs immer mehr an Bedeutung, sodass die Fangemeinden und Geldbeutel der beiden Vereine so wuchsen, dass diese beiden noch heute die reichsten und dominantesten Vereine im schottischen Fußball sind. Zusammen haben die beiden mehr Fans als alle anderen schottischen Fußballklubs zusammen. Schließlich versuchten die beiden Vereine gemeinsam in die englische Liga zu immigrieren, da dort die Fernseheinnahmen bedeutend höher sind, was die Scottish FA jedoch verhinderte um nicht ihre beiden größten Zugpferde zu verlieren.

Die langjährige Rivalität zwischen den beiden Klubs wird nicht nur durch die sozialen und politischen Faktoren beeinflusst, sondern auch durch die Tatsache, dass es kein zweites Lokalderby gibt, das zwischen zwei so dominanten Mannschaften stattfindet.

In 392 Begegnungen gewannen die Rangers 156-mal, Celtic fuhr 141 Siege ein, 95-mal trennten sich die beiden Vereine unentschieden. Zusammen haben sie 202 schottische Titel gewonnen, davon alleine 95 Meisterschaften. Außerdem hat die Begegnung der beiden Clubs die Rekordzuschauerzahl für ein britisches Ligaspiel von 118.567 Zuschauern in einem Ligaspiel, am 2. Januar 1939,  zu verzeichnen und im schottischen Pokal kamen sogar 132.870 Fans.

Eine weitere Besonderheit dieses Derby ist, dass die protestantischen Rangers bis 1989 prinzipiell nur protestantische Fußballer beschäftigten, während bei Celtic alle Spieler, egal welcher Herkunft, willkommen waren. Daher stand das Derby auch immer stellvertretend für einen sozialen Klassenkampf

Desweiteren ist der Ausgang dieses Derbys immer ungewiss und die aktuelle Formsituation der Mannschaften spielt keine Rolle. In diesen Spielen will jeder Spieler alles geben. Ein berühmtes Beispiel ist das Spiel um den Ligapokal im Jahr 1957. Die Rangers galten als hoch favorisiert, als sie im Hampden Park gegen das tiefstehende Team von Celtic antraten. Celtic gewann mit 7:1, bis heute das britische Rekordergebnis in einem Landespokalfinale.

Da es in diesen Derbys so leidenschaftlichen zugeht, kam es immer wieder zu tragischen Ereignissen. 1931 warf sich der junge, als brillant geltende, Torwart John Thomson mutig in den Lauf eines Stürmers der Rangers und zog sich bei dem Zusammenprall eine tödliche Kopfverletzung zu. 1971 kam es zu dem „Ibrox-Desaster“ bei dem zahlreiche Zuschauer das Stadion frühzeitig verlassen wollten. Dabei brach eine Absperrung weg und es kam zu einer Massenpanik in der zahlreiche Menschen verletzt wurden und 66 starben.

Zwar ist das Derby in den letzten Jahren friedlicher geworden, jedoch kam es im letzten Derby in dieser Saison wieder zu schweren Ausschreitungen. In diesem Spiel gab es 13 gelbe und 3 Rote Karten. Der traurige Höhepunkt war eine handfeste Auseinandersetzung zwischen dem Celtic-Teammanager und dem Assistenzcoach der Rangers.

Die Spiele zwischen den Glasgow Rangers und Celtic Glasgow sind und werden wohl immer zu den heißesten und emotionsgeladensten Derbys der Welt gehören.

Was ist ein Derby?

8 Mrz

(Quelle: 20min.ch)

 

„Der Begriff Derby (engl. [ˈdɑː(r)bɪ], häufig auch Lokalderby, im spanischen Sprachgebrauch Clásico, in Nordamerika crosstown rivalry) bezeichnet ein spezielles Ereignis im Mannschaftssport, bei dem zwei meist rivalisierende Sportvereine einer Region aufeinander treffen. Für die Fans der betroffenen Vereine haben solche Ereignisse eine hohe symbolische Bedeutung und starke Emotionen werden hervorgerufen.“ (Quelle: wikipedia)

Der Begriff „Derby“ ist etymologisch im Mittelalter angesiedelt und entstand in England. Hierbei ging es um ein Spiel namens „derby village“ zwischen den Städten Ashbourne und Derbyshire, in dem die Spieler versuchten mit einem Ball das gegnerische Tor, einen Mühlstein, zu berühren. Die Entfernung zwischen den Mühlsteinen der Teams betrug 3 Meilen.

Das erste bekannte Fußballderby ist aus dem Jahr 1866 zwischen den Vereinen Nottingham Forest und Notts County geschichtlich belegt.

Und gerade in Europa und Südamerika versteht man unter einem „echten Derby“ nur ein Fußballspiel zwischen zwei besonders rivalisierten Lokalvereinen. Diese Spiele haben immer einen besonderen Spannungsfaktor, sind so gut wie nie langweilig und bieten immer wieder Diskussionsstoff für alle Fußballfans weltweit.

Es gibt verschiedene Arten von Derbys, die wichtigsten sind:

Stadtderby

Das Duell zweier Vereine aus derselben Stadt. Hierbei geht es oft um die regionale Vorherrschaft.

Regionalderbys

Hierbei findet das Duell zwischen zwei Vereinen rivalisierender Städte statt.

Religiöse/ politische Derbys

Hierbei herrscht eine besondere Brisanz, denn in den Duellen geht es auch um die aufeinander treffenden Weltanschauungen.

Klassenderbys

Hierbei findet das Duell zwischen den ideologischen Unterschieden statt, z.B. Arbeiterklasse vs. Bürgertum.

Länderderbys

Hierbei steht das Duell stellvertretend für den Kampf der nationalen Identitäten.

Natürlich sei auch erwähnt, dass gerade während vieler Derbys die Gewaltbereitschaft oftmals sehr hoch ist und es somit auch viele Derbys gibt, die nicht durch fußballerische Brisanz, sondern durch viele Verletzte auffallen.

Leider wird der Begriff „Derby“ von den Medien oftmals an Stellen benutzt, an denen er nicht hingehört, wie z.B. bei einem beliebigen Spiel zwischen dem Ersten und Zweiten einer Tabelle.

Im Laufe der nächsten Zeit wollen wir unter der Kategorie „Die weltbekanntesten Derbys“ die ländertypischen Duelle vorstellen, wie das „Old Firm“ in Schottland oder „il Clásico“ in Spanien und natürlich auch die Revierderbys.

 

Neulich beim VfL…: Keine Pfiffe nach der Derby-Klatsche! Aber warum?

14 Mrz

In einem Derby zu verlieren ist immer schlimm. Für den VfL Bochum hieß es am Samstag 1:4 gegen den BVB. Doch nach Spielabpfiff gab es keine Pfiffe von den Rängen. Im Gegenteil, die Mannschaft des VfL Bochum ging zur Ostkurve und wurde obendrein noch artig beklatscht.

Milos Maric sah Rot, Pfiffe ernetet er dafür jedoch nicht (Bild: kicker.de)

Milos Maric sah Rot, Pfiffe erntete er dafür jedoch nicht (Bild: kicker.de)

Aber warum nur? Das Bochumer Publikum gilt im Allgemeinen doch als sehr kritisch. Grund genug also, nach einer 1:4-Klatsche im eigenen Stadion beim Revier-Derby gegen den ungeliebten BVB ordentlich die Luft raus zu lassen. Doch stattdessen eine idyllische Ruhe in der Bochumer Ostkurve. Als wolle man sagen:  „Seht her ihr Dortmunder, eine Niederlage gegen euch interessiert uns gar nicht.“

Nach 33 Minuten schon in Unterzahl

In Wirklichkeit gab es aber andere Gründe für das Fernbleiben eines so genannten Pfeifkonzerts nach dem Spiel. Die meisten Bochumer Anhänger hatten wohl noch nicht vergessen, dass der VfL seit der 33. Minute in Unterzahl spielte, weil Schiedsrichter Wolfgang Stark eine Tätlichkeit von Milos Maric an Jakub Blaszczykowski gesehen hatte. Rote Karte hin oder her, dass es gegen den BVB schwer werden würde, wusste man schon vor dem Platzverweis. Danach hatten dann nur noch die wenigsten Hoffnung auf ein gutes Ende für den VfL, zumal es zu diesem Zeitpunkt schon 2:0 für schwarzgelb stand.

Doch zur Überraschung aller konnte das Team von Heiko Herrlich das Ergebnis von 0:2 noch in die Halbzeit retten, um sich beim Pausentee erst einmal zu sammeln und eine neue Strategie für die zweite Hälfte erarbeiten zu können.

Starke Anfangsphase in der zweiten Hälfte reicht nicht

Diese schien, zumindest in den ersten 25 Minuten der zweiten Halbzeit, zu gelingen. Der VfL spielte bissig und engagiert und zeigte den Willen, das Spiel noch umdrehen zu können. Das Publikum spürte dies. Logische Konsequenz war der Anschlusstreffer von Lewis Holtby, der an diesem Nachmittag übrigens der beste Akteur auf Seiten des VfL war: Er war laufstark, enorm bissig und zeigte den von Heiko Herrlich geforderten Siegeswillen.

Dass Bochum in Unterzahl nicht über 90 Minuten dieses Tempo gehen konnte, war wohl jedem der 30.748 Zuschauer im ausverkauften Rewirpowerstadion klar. Und so schlichen sich Fehler in das Spiel des VfL ein. Einer davon in Minute 74, als Yahia einen katastrophalen Fehlpass auf Owomoyela spielte – Das Unheil Namens Barrios nahm anschließen seinen Lauf.

Nur einmal forderte die Ostkurve lautstark von ihrer Mannschaft, sie dürfe nicht gegen den BVB verlieren, doch die Rufe wurden vom Team nicht erhört. 1:4, zweite Niederlage in Folge, Dortmund feiert und Bochums Fans applaudieren den Verlierern. Ein seltenes Bild im Rewiepowerstadion.

Der VfL mag gekämpft haben, der VfL mag 57 Minuten in Unterzahl gespielt haben, doch eines haben die Bochumer Fans an diesem Nachmittag wohl auch gemerkt: Der BVB war einfach die bessere Mannschaft, auch vor der roten Karte gegen Maric. Und dann bleibt auch mal ein Pfeifkonzert aus.

Es ist Derby-Zeit, warum? Weil alles nach Derby schreit

24 Feb

Am Freitag gehts mal wieder los. DAS Derby in Deutschland steht an. Endlich wieder ein Derby, dass wirklich eins ist. Nicht wie eins dieser sogennanten „Derbys“ Hoffenheim – Freiburg, Nürnberg – Bayern oder Wolfsburg gegen Hamburg. Nein am Freitag steht das Revierderby an, es geht um die Vorherrschaft im Pott ( wobei ja alle wissen, dass die eigentlich der VfL aus Bochum inne hat und immer inne haben wird 😉 )

Dementsprechend läuft auch schon seit Tagen die Vorberichterstattung rauf und runter. Derby hier, Derby da.  Die Ängste von Kevin Großkreutz um seine Kinder wurden genauso ein Thema, wie die vermeintliche Provokation von Manuel Neuer aus dem Hinspiel.  Natürlich werden ehemalige Spieler wie Norbert Dickel oder Ingo Ander-„brügge, sehen und sterben“ zu ihren Derbyerfahrungen befragt und an die „legendären“ Spiele der letzten Jahre wird erinnert.

Werden sich wieder treffen, Westermann und Barrios - Quelle: kicker.de

Werden sich wieder treffen, Westermann und Barrios - Quelle: kicker.de

Bis dahin finde ich das alles völlig  verständlich. Aber diese Warnungen vor Auschreitungen gehen mir echt auf die Nerven. In jedem Medium wird vor möglichen Ausschreitungen gewarnt, die Fanlager werden dazu aufgefordert friedlich und in gesunder Konkurrenz zu leben usw.. Ich meine nicht dass ihr mich falsch versteht, ich bin der letzte, der Gewalt im und rund um das Stadion verteidigt. Aber durch diese Art der Berichterstattung, diese Panikmache, bevor überhaupt etwas passiert ist, erreicht man genau das Gegenteil von einer friedlichen Vorfreude auf das Spiel. Die friedlichen Zuschauer werden nervös, die Polizisten sowieso und diejenigen, die vorhaben zu randalieren, können sich schon vor dem Spiel über mehr Aufmerksamkeit freuen, als sie jemals verdient hätten. Gleichzeitig werden Artikel veröffentlich, wie „Manuel Neuer hat königblaues Blut“ oder „Kevin Großkreutz ist Borusse durch und durch“ um den Fans schon vorher klarzumachen, wer einer von ihnen ist und wer der „Feind“.  Der Empfang für Großkreutz ist ja jetzt schon abzusehen. Und von Medienseite werden dann im Nachhinein wieder die Fussballfans an den Pranger gestellt, die sich nicht unter Kontrolle hätten.

Dabei könnten sich die Berichte durchaus mal auch sachlich und sportlich mit dem Derby auseinandersetzten. Plant Felix Magath eine neue Überraschung in der Aufstellung? Würde Klopp auch mit einem Unentschieden zufrieden nach Hause gehen? All das sind doch Fragen die deutlich interessanter sind, als diese ganzen aufreißerischen Artikel die keinem was bringen.  Denn aus sportlicher Sicht ist das Spiel für die Vereine deutlich wichtiger als aus „Derbysicht“. Schalke muss den Anschluss an die Tabellenspitze halten und für Dortmund zählt im Kampf um die Europacup- Plätze jeder Punkt.