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Zehn Fakten über die Fans des VfL Bochum

13 Apr

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So voll wie auf diesem Bild, ist es im Ruhrstadion nur selten. Das hat verschiedene Gründe. Foto: Giustolisi

Aus gegebenen Anlass (siehe: Kritik von Gertjan Verbeek an die Fans des VfL Bochum) sind hier zehn Fakten, die man über den VfL und seine Fans wissen sollte.

  1. Voll wird es beim VfL nur selten. Wenn der FC Bayern an die Castroper Straße kommt, ist das Stadion aber ausverkauft. Dann kommen Menschen, die man vorher noch nie im Stadion, geschweige denn in der Nähe eines Fußballplatzes jeglicher Couleur gesehen hat.
  2. Wenn der FC Schalke oder Borussia Dortmund an die Castroper Straße kommen (waren das noch schöne Zeiten!), ist das Stadion voller Leute, die nicht für den VfL Bochum sind. Klar, wie sollte man das Stadion sonst füllen?
  3. Spielt der VfL am Freitagabend, kommen mehr Fans als sonst, da dann noch die Studenten in der Stadt sind, die erst am Samstag in ihre Heimatkaffs fahren. Beim Stadionbesuch geht es nicht um den Fußball, sondern um den Lifestyle: Fiege-Bier, Bratwurst und danach ab ins Bermuda-Dreieck – der Stadionbesuch als Ort zum Vorglühen für den Freitagabend. Konstante Stadiongänger sind die Studis aber nicht.
  4. Am Saisonende kommen mehr Fans als sonst. Nach dem Motto: „Wir tun uns das noch einmal an und dann ist erstmal Pause.“
  5. Ist das Stadion mal ausverkauft, herrscht Chaos auf der Ostkurve, ach was, rund um das ganze Stadion! Parkplätze, das ist irgendwie klar, sind rar, die A40 dicht, die Straßenbahnen überlastet, auf der Ostkurve die Zugänge verstopft und die Kurve an sich sowieso viel zu voll.
  6. Die Westkurve ist immer leer, weil a) die Stimmung zwischen Rentnern, Familienausflüglern und Antifußballern zu Wünschen übrig lässt und b) Sandhausen, Heidenheim und Co. niemals 3000 Plätze füllen werden. Gut, dass der VfL immerhin die Preise für die Heimfans gesenkt hat.
  7. Auf der Ostkurve stehen zu viele Menschen, die eigentlich in der Westkurve (siehe Punkt 6) besser aufgehoben wären. Zu viele von ihnen singen nicht mit, weil sie die Texte nicht kennen oder einfach nur Schlaftabletten sind, andere sind nur aus Neugier gekommen, weil in der Stadt grad nichts los war. Um so weiter außen man in der Ostkurve steht, desto schlimmer. Wer die Mannschaft anfeuern will, sollte aufpassen, dass er die Nachbarn nicht beim Gespräch stört.
  8. Es kommen im Schnitt gefühlt nur um die 13.000 Zuschauer ins Ruhrstadion, weil der VfL einfach nicht mehr Fans hat. Das mag auch an der großen Fußballclubdichte in Nordrhein-Westfalen liegen. Schalke und der BVB saugen ja schon fast alles an Fans auf, was nicht bei drei auf die Bäume springt. Klar, bei Facebook hat der VfL fast 100.000 Sympathisanten, aber mehr als das sind sie auch nicht. Ein ausverkauftes Ruhrstadion gelingt in der Regel nur durch Hilfe der Auswärtsfans. Oder, wenn der VfL mal konstant erfolgreich ist.
  9. Block A und B sind Orte, an denen sich weiße Männer im Alter zwischen 40 und 50 Jahren ihren Frust aus der Seele schreien. Nirgendwo sonst im Stadion (außer vielleicht in der Moritz-Fiege-Lounge) ist die Rate an Männern mit Midlife-Crisis höher, als dort.
  10. So laut, wie sie immer dargestellt werden, sind die VfL Fans nicht. Wer auch immer den Mythos vom Donnerchor aufgestellt hat, war wohl im falschen Stadion. Ja, wenn der VfL führt und die Stimmung bei den Fans gut ist, kann es wirklich laut werden, aber wann ist das schon der Fall?

 

Anmerkung: Diese Zeilen wurden von einem VfL-Fan verfasst, der mal in der Ostkurve, mal in Block A und B und selten auch mal die Westkurve besucht.

Neulich beim VfL: Jungs das war zu wenig!!!

30 Aug

Das war eindeutig zu wenig. Nach einer wirklich schlechten Partie am Freitag bleibt das Punktekonto des VfL Bochum bei 3 Punkten, nach dem Heimsieg gegen 1860 München. Nach einer Ecke konnte Kevin Schlitte in der 14. Minute den entscheinden Treffer des Spiels erzielen. Gegenspieler war da keiner zu sehen und auch Philipp Heerwaagen sah da sehr schlecht aus.

patzte beim Gegentor: Philipp Heerwaagen - Quelle: kicker.de

Das eigentliche Disaster spielte sich aber danach ab. Waren die Bochumer in der ersten Halbzeit noch bemüht den Spielstand zu drehen, so kam in der zweiten Hälfte fast nichts mehr. Keine Kreativität + keine Torchancen = verdiente Niederlage beim Aufsteiger aus Aue, die zwar auch nicht drückend überlegen waren aber letztlich doch verdient den Heimsieg feiern durften.

Natürlich ist es jetzt zu früh alles in Frage zu stellen, aber da gibt es schon einige Sachen die mich besorgen.  Vor allem die Tatsache, dass das Team trotz Spielern wie Federico, Toski, Saglik, Tese und Dedic nicht in der Lage ist eine Halbzeit lang sich Torchancen gegen einen Aufsteiger zu erspielen. Denn es werden noch viele Spiele kommen in denen sich der Gegner gegen den großen „Favoriten“ (ich kanns nicht mehr hören) Bochum hinten reinstellen wird. Und wenn es dem Team dann nicht gelingt sich Torchancen zu erspielen, dann wird es eng mit dem vom Verein ausgegebenen Ziel Aufstieg.

Saglik hatte die beste Ausgleichschance - Quelle: derwesten.de

Was mir aber noch mehr Angst macht ist die Einstellung der Spieler. Das Pokalspiel verliert man mit 0:3 in Offenbach, dann ein Zittersieg gegen 1860 München, dass man mit Ach und Krach gewinnt und dann eine Niederlage gegen Aue, in dem Spiel imdem die Spieler aber “ richtig gute Ansätze“ (Saglik) sahen. Federico meint, man habe zu früh die Brechstange herausgeholt und Herrwaagen stellte fest man habe sich beim Gegentor „nicht besonders geschickt verhalten“. Irgendwie klingt Unzufriedenheit in meiner Welt anders. Es scheint nicht so, als hätten alle verstanden, dass es nicht nur darum geht erfolgreich Fussball zu spielen, sondern vor allem auch darum die Fans wiederzugewinnen. Und dafür muss ich sagen, hat mir gegen Aue besonders in der zweiten Halbzeit der Einsatz und auch die spielerischen Möglichkeiten gefehlt.

Aber vielleicht ist nach dem Spiel gegen Augsburg dieser Artikel schon wieder hinfällig, wenn Bochum Thurk und Co mit einem herrlichen 3:0 aus dem Stadion fegen. Dann will ich auch nichts gesagt haben.

VfL vs. Lev: Die Ansprüche steigen??

8 Feb

Was für ein schöner Samstag im immernoch winterlich kalten Bochum. Wer vor dem Spiel des VfL gegen die Spitzenreiter-Werkself aus Leverkusen auch nur einen Euro auf ein Unentschieden oder gar einen Sieg der Mannschaft gewettet hat, konnte sich der Rückfrage seiner örtlichen Buchmachers sicher sein, ob man das auch so ernst meinen würde.

Das Spiel

Aber das Spiel war besser als erwartet. Von der Leverkusener Überlegenheit der letzten Woche war an diesem Samstag nichts zu merken, natürlich konnte man hier und da erahnen warum die Mannschaft von Jupp Heynckes momentan ganz oben steht, aber der von einigen befürchtete Klassenunterschied blieb aus. Doch als kurz vor der Pause das 0:1 fiel und einige Experten einhellig die Meinung vertraten: „Siehste jetzt kriegen wa noch drei oder vier Stück inner zweiten Halbzeit!“ konnte man Angst bekommen um das Unternehmen „Überraschung“. Doch die Mannschaft kämpfte in der zweiten Hälfte klasse und konnte sogar einen wunderschönen Konter zum 1:1 verwerten. Es gab wohl keinen im Stadion, der nicht zufrieden nach Hause gegangen wäre.

Gab die Vorlage zum 1:1 - Lewis Holtby Quelle: bild.de

Gab die Vorlage zum 1:1 - Lewis Holtby Quelle: bild.de

Aussagen von Seiten der Bochumer

Aber ich musste doch mit Verwunderung feststellen, dass zum Beispiel die Mannschaft nur kurz in die Kurve kam um sich zu bedanken und dann schnell unter die Dusche verschwand. Keine Humba, keine Laola und schon gar kein Täterätatä. Und dann noch Aussagen wie vom Sportvorstand Ernst, man habe zwei Punkte liegen lassen und Philipp Heerwagen war der Meinung, dass „noch mehr drin gewesen“ wäre.

Realität??

Ok, ich gebe es ja zu. Seit Heiko Herrlich hat sich viel getan. Die Spieler sind motiviert, kämpfen und sind erfolgreich. Die Transfers von Holtby und Maric sind goldwert und jeder Fan freut sich, dass es wieder bergauf geht. Aber: Bochum hat die letzten fünf Spiele nicht verloren, trotzdem glaube ich nicht, dass die Mannschaft schon so weit ist, um sich über ein Unentschieden gegen den Tabellenführer ärgern zu können. Und mal ehrlich Thomas Ernst: war er es nicht, der vor ein paar Monaten noch den Fans eine zu hohe Erwartungshaltung bescheinigen wollte, weil sie ja den sportlichen Erfolg des Herrn K. nicht erkennen würden? Also Entschuldigung, aber wenn man nach so einem Spiel nicht mit einem Unentschieden zufrieden ist, dann sollten sich die Leute wie der Herr Ernst  nicht wundern, wenn beim nächsten Spiel gegen Hoffenheim ein klarer Sieg erwartet wird und das Pfeiffkonzert zur Pause wieder losgeht weil es noch 0:0 steht. Das ist dann die Kehrseite der Medaille!!

You’ll never walk alone – Die Geschichte

3 Jan

Es ist wohl der berühmteste Song, den man mit Fussball verbinden kann. In nahezu jedem Stadion auf diesem Planteten ist er zu Hause und kaum einen anderen Song können die Fussball-Fans aus aller Welt so schön mitgrölen wie den Song „You’ll never walk alone“(YWNWA). Aber warum ist dieser Song überhaupt so eng mit dem Fussball verbunden? Wo kommt er her und wem haben wir die Minuten der Gänsehaut, wenn Tausende von Fans das langezogene „neeeeeeeeevvvvvvvvver“ vor dem Anpfiff voller inbrunst mitsingen, zu verdanken?

Dies ist die Geschichte.

Quelle: liverpoolfc.tv

Die Anfänge

Dabei lagen zu Beginn der Song und der Fussball soweit auseinander wie die Musikrichtungen von Britney Spears und Rammstein. Im Original ist der Song aus dem Musical „Carousel„, das am 19. April 1945 am Broadway Premiere feierte. Und dort sind grölende Fussball-Fans doch eher spärlich gesät. Geschrieben haben es die Musical-Autoren Richard Rogders und Oscar Hammerstein. Und haben damit auch durchaus gutes Geld verdient. Laut Forbes sind die beiden noch vor Michael Jackson die beiden am best verdienenden,verstorbenen Musiker  und verdienten im Jahr 2009 235 Millionen Dollar mit ihren Songs. Der Song selbst taucht an einer besonders kitschigen Stelle auf, als der verstorbene Vater seiner Tochter einen Stern vom Himmel aus schickt und dabei „You’ll never walk alone“ ertönt. Das Musical entwickelte sich zu einem großen Erfolg, da besonders die Frauen und Mütter der noch nicht aus dem Krieg zurückgekehrten Soldaten, in das Musical strömten und dort Trost suchten. Nicht zuletzt wohl wegen YWNWA.

In den Staaten entwickelte sich der Song zu einem Klassiker. Weltstars wie Elvis, Frank Sinatra oder Ray Charles veröffentlichten ihre Version des Songs. Eine ebenfalls ganz eigene Interpretation des Songs hat Johnny Cash veröffentlicht. Diese Version könnt ihr euch hier anhören.

Ein Song wird kult

In den Staaten war der Durchbruch also geschafft, ins Fussballstadion brachten den Song aber erst eine Band aus Liverpool und zwar die Gerry&the Peacemakers, die den Song 1963 veröffentlichten.  Dabei war es wohl der Produzent George Martin, der aus dem Musical-Song eine Ballade machte und damit den Weg in die Stadien frei machte. Der Song setzte sich an die Spitze der Charts und wurde fortan vor jedem Spiel des Liverpool F.C an der Anfield Road in gespielt und vor allem von den Fans in der legendäre Kurve „The Kop“ mitgesungen. Von dort aus eroberte er die Stadien Europas, über Glasgow und St.Pauli bis nach Bochum.  Und spätestens seitdem Liverpool Ende der 80ziger Jahren, nach der Tragödie von Hillsborough, als bei dem Spiel zwischen Liverpool und Nottingham 96 Menschen in einer Massenpanik ums Leben kamen, beschloss die berühmte Textzeile in sein Vereinswappen aufzunehmen, ist der Song so im Fussball zu Hause.

Dabei möchte ich mich der Meinung von Campino, Frontsänger der Toten Hosen anschließen, der gesagt hat, dass diese Melodie über soviel mehr geht als über Fussball.

Und zum Schluss gibt es hier nocheinmal die Version von Gerry&the Peacemakers:

Neulich beim VfL…:Der VfL-Hinrunden-Rückblick 2009

21 Dez

Das war es also für dieses Jahr. Der 17. Spieltag ist abgepfiffen und die Mannschaften gehen in einen mehr oder weniger verdienten Winterurlaub. Die Tabelle wird sich zumindest für die nächsten 4 Wochen nicht mehr ändern, die Platzwarte haben nun Zeit das geliebte Grün zu pflegen und die Fans beginnen über mögliche Zu- und Abgänge zu spekulieren. Also wird es auch Zeit für uns die Hinrunde durch die blau-weiße VfL Brille zu betrachten.

Die Bilanz: 17 Spiele/ 4 Siege/ 4 Unentschieden/ 9 Niederlagen / 18:33 Tore/16  Punkte / Platz 16/ 3 Trainer / 44 gelbe – 2 gelb-rote – 1 rote Karte.

Aber ntürlich stehen hinter den nackten Zahlen wieder viele Geschichten die es zu erzählen gibt.

Der Hinrunden-Verlauf:

Es war eigentlich alles dabei für die Mannschaft von der Castroper-Straße, was der Fussball für ein Team bereithalten kann. Bittere Niederlagen wie gegen Freiburg und Mainz, derbe Klatschen gegen die Bremer, die Münchner Bayern und die Schalker ( in den immernoch legendär hässlichen pink-rosa-magenta Trikots), enttäuschende Spiele wie das 0:0 gegen Köln, aber auch Überraschungen, wie der Auswärtssieg in Hamburg, der erkämpfte Punkt mit 10 Mann in Stuttgart. Eine herrliche Achterbahn der Gefühle, wunderbar symbolisiert durch Spiele in Hannover und gegen Gladbach, als  die Mannschaft einen zwei Tore, bzw. einen drei Tore Rückstand aufholen konnte, und gezeigt hat, dass die Moral in der Truppe auf jeden Fall stimmt. Bleibt zu hoffen, dass in der Rückrunde, die Mannschaft ihr gutes Gesicht öfter zeigt und gerne auch wieder zu Hause, damit das Stadion ausser gegen die Bayern mal wieder ausverkauft ist.

Die Geschichten hinter den Ergebnissen:

Hier sei nocheinmal in kurzen Stichwörtern an die Geschichten der Hinrunde erinnert:

– Ono’s Versuch in einer Minute zwei gelbe Karten zu kassieren (hat er ja auch erfolgreich durchgezogen)

– dem Diego Klimowicz seine Rote Karte im Spiel gegen Stuttgart

Quelle: kicker.de

– der Hattrick von Christian Fuchs, 3 Freistoßtore in Folge zu erzielen

– die Tore von Mimoun Azaouagh gegen Gladbach ( die mich spontan zu der Aussage brachten, mein Kind würde mit zweitem Namen auf jeden Fall Mimoun heißen, wovon ich allerdings wieder Abstand genommen habe)

Wie muss es weitergehen?

Ich denke, dass die Mannschaft in Spielen wie gegen Hannover und gegen Gladbach gezeigt hat, was in ihr stecken kann. Aber leider kann die Mannschaft dieses Potenzial nie über 90 Minuten abrufen, was aber in der Bundesliga nötig ist. Mit 20 guten Minuten kann man selten ein Spiel gewinnen. Besonders zu Hause müsste die Mannschaft noch dominanter auftreten und den Fans und dem Gegner zeigen, dass man der Chef auf dem Platz ist. Und wenn dann noch eine gewisse Leichtigkeit zurück kommt, wie beispielsweise in der zweiten Halbzeit in Hannover, dann werde ich der glücklichste Fan auf der Welt sein.

Außerdem finde ich, dass wir neue Spieler brauchen. Besonders im Mittelfeld, im Kreativbereich. Dort konnte meiner Meinung nach kein Spieler überzeugen. Allen fehlt es da besonders an der Konstanz und der Fähigkeit kleinere geniale Momente über mehrere Spiele zu zeigen. Aber bitte keinen Bastürk, der mit seinen 32 Jahren dem Altersdurchschnitt der Mannschaft nicht gut tun würde. Neben einem offensiven Mittelfeldspieler denke ich wäre es gut, noch einen rechten Verteidiger zu verpflichten. Fand da weder Pfertzel noch Concha wirklich überragend. Und wenn jetzt das Argument kommt, dass kein Geld da ist, dann platzt mir der Kragen. Denn wenn es danach gehen würde, dann dürfte Nürnberg nur noch in der 3. Liga spielen und Düsseldorf würde wahrscheinlich zum Spitzenspiel beim KFC Urdingen antreten. Ich finde der Vorstand sollte sich mal hinterfragen und überlegen mit welchen anderen Argumenten man es schafft die Spieler zum VfL zu holen. Es geht darum die Spieler zu finden, die wissen worum es in Bochum geht und die sich für den Verein zerreissen. Das klingt so derbe klischeehaft, dass ich mich dafür entschuldigen möchte. Aber ich hoffe ihr wisst was ich meine. Man muss einfach mal beginnen das Besondere an diesem Club herauszustellen und damit vor allem auch die Spieler erreichen. Bochum war schon immer ein Ausbildungsverein und da sollte man kurzfristig wieder hinkommen. Jungen Spielern die Chance geben Bundesliga zu spielen kostet nicht viel und am Ende profitiert sowohl der Verein, als auch der Spieler.

Applaudiert diesem Mann - Quelle: kicker.de

Fazit:

Auch wenn es knapp wird, glaube ich dass der VfL die Klasse halten wird, und wenn es in der Relegation gegen St.Pauli ist.

Neulich beim VfL…:Die Bayern dürfen das.

13 Dez

So, und jetzt wird mal Klartext gesprochen: Der VfL Bochum hat 1:5 gegen die Bayern verloren, und das auch noch zuhause. 0:3 hieß es schon in der Halbzeit und die Leistung war streckenweise indiskutabel. Eine Suche nach den Ursachen.

Wer im Stadion war, der wird bemerkt haben, dass sich die Enttäuschung der Bochumer Anhängerschaft in Grenzen hielt. Wenige Pfiffe, noch weniger Unmutsbekundungen von den Rängen. nur ein einziges Mal wollte die Ostkurve ihre Mannschaft kämpfen sehen. Stattdessen lachende Gesichter rund um das Rewirpowerstadion, nicht nur von Fans in rot-weißer Tracht. Anhänger des VfL scheinen sich mit Heimniederlagen gegen den FC Bayern abgefunden zu haben. Offenbar aber nicht nur die Anhänger, sondern auch die Spieler des VfL.

Ivica Olic bejubelt ein Tor - in Bochum darf er treffen. (Bild: kicker.de)

Ivica Olic bejubelt ein Tor - in Bochum darf er treffen. (Bild: kicker.de)

Aber warum ist das so? Na klar, die Bayern waren zu Gast in Bochum, und die dürfen fünf Tore schießen und drei leichtverdiente Punkte aus Bochum mitnehmen. Das ist beim VfL mittlerweile schon Tradition geworden. Es ist nahezu wie ein ungeschriebenes Gesetz – die Bayern kommen,nehmen drei Punkte mit und fahren wieder Heim. Der Respekt des VfL ist einfach zu groß. Selbst eingefleischte Bochum-Fans tippen auf den FC Bayern, wenn er zu Gast im Pott ist.

Ein Blick auf die Historie. Der letzte Heimsieg des VfL gegen die Münchener datiert vom 14. Februar 2004, als Peter Madsen den 1:0-Siegtreffer gegen die mächtigen Bayern markierte. Danach muss man schon etwas tiefer in den Annalen des VfL wühlen. Da stößt man auf den 11. Okotber 1985, als die Bayern mit 3:0 abgefertigt wurden. Dreimal war der legendere Stefan Kuntz zur Stelle – das waren noch Zeiten.

Einen Stefan Kuntz gibt es heute nicht in den Reihen des VfL. Einige Fußballfachmänner wittern in Zeiten von korrupten Fußballern sogar einen ganz großen Skandal. Man munkelt nämlich, dass Uli Hoeneß sich die Siege in Bochum einiges Kosten lässt. Für das 5:1 am gestrigen Samstag sollen beispielsweise 15.000 Weißwürstchen von Bayern ins Ruhrgebiet geflossen sein. Eine Wurst für jeden Bayern-Fan im Rewirpowerstadion. Die treuen Fans im Ruhrgebiet dürfen doch nicht enttäuscht werden. Anders kann man sich die miserabele Statistik gegen den Rekordmeister nicht erklären.

In Wirklichkeit sieht es aber so aus: Weißwürstchen gab es nur für die Journalisten in der Halbzeitpause. Auf dem Platz sah es aber so aus: die Bayern waren übermächtig und dem VfL in allen Belangen überlegen. Was Bochum zeigte, sah mehr nach einem Nichtangriffspakt aus, als nach Kampf und Leidenschaft, wie er im Abstiegskampf gefordert ist. Ivica Olic durfte vorne schalten und walten wie er wollte und die Badstubers, Lahms und Schweisteiger umkurvten die VfL-Abwehr phasenweise „wie im Trainingsspiel“, wie Phillip Heerwagen nach dem Spiel treffenderweise anmerkte. Selbst die Trikots der Bayern waren schöner.

Unter der Woche, im Vorfeld des Spiels fragte sich Bochums Trainer Heiko Herrlich noch, welches Gesetz vorschreibe, dass der FC Bayern drei Punkte aus Bochum mitnehmen dürfe. Die Antwort ist gefunden. Sie liegt bei Charles Darwin – „der Stärkere überlebt“, sagte er einst. In diesem Sinne –  Glück auf!

Neulich beim VfL…:Nicht schon wieder ein Testspiel!

14 Nov

Neulich, Straßenbahnlinie 306 in Richtung Bochum Hauptbahnhof. Ein Mann mittleren Alters sitzt kopfschüttelnd und mit versteinerter Miene im letzten Abteil der Bahn. In seiner Hand hält er die Zeitung mit den vier großen Buchstaben. Nichtsahnend werfe ich mit meinen nicht gerade guten Augen einen Blick auf die Schlagzeilen im Sportteil:

„Was hat Herrlich sich da angetan?“, oder so ähnlich, lautete die Überschrift eines Artikels. Dadrunter: „Testspiel-Debakel gegen viertligisten Hessen-Kassel“. Das muss man erstmal Sacken lassen. Doch der kopfschüttelnde Mann scheint den Artikel noch nicht weitergelesen zu haben, denn was er wahrscheinlich noch nicht wusste, war, dass der VfL mit einer besseren U23 Mannschaft antrat und Trainer Heiko Herrlich den Nachwuchs der Bochumer Talentschmiede testen wollte. Na gut, Joel Epalle hat auch mitgespielt und auch Paul Freier, aber die Herrschaften können ja nicht zu zweit das Spiel gewinnen. Ok, 0:3 verloren, abhaken, Mund abwischen, weitermachen.

VfL Bochum

Bild: vfl-bochum.de

Nun nutzte Trainer Heiko Herrlich am heutigen Samstag, angesichts der Länderspielpause, erneut die Möglichkeit eines Testspiels. Diesmal wartete ein höheres Kaliber als Hessen-Kassel auf den VfL, nämlich die belgische Weltauswahl aus Charleroi. Einige Menschen wussten bis vor kurzem noch garnicht, dass dieser Ort auf Erden existiert. Jedenfalls stellte Herrlich dieses Mal eine vermeintlich „ordentliche“ Profimannschaft auf, die die Schmach von Kassel wett machen sollte. Klatsch, 1:4 hieß es am Ende. Kommentar von Herrlich:

„Ich will das Spiel nicht schön reden, aber mit der kämpferischen Leistung war ich einverstanden.“

und anschließend:

„Wir haben eine intensive Trainingswoche mit acht Einheiten hinter uns.“

Was soll der durchschnittliche VfL-Fan dazu sagen? Na gut, sie haben gekämpft und das wollen die Menschen hier im Pott auch sehen, aber glücklicher wäre  man doch über diese Aussage: „Wir haben zwar nicht gekämpft, dafür aber 4:1 gewonnen“.

Nächsten Sonntag geht es zum HSV. Auswärts hat der VfL dort selten was gerissen. Hat der VfL eigentlich überhaupt schonmal was Auswärts gerissen? Wollen wir mal nicht so kritsich sein. Wenn selbst Gladbach 3:2 in Hamburg gewinnen kann, dann können das die Bochumer-Gladiatoren erst recht. Bis dahin wird es für Klimowicz und Co. eine harte Trainingswoche, die aber bitte nicht zu hart werden sollte (bitte keine acht Einheiten!!) und die auch keine Testspiele mehr enthalten sollte. Dafür gibt’s sowieso keine Punkte.