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Guardiola kommt – ein Verdienst der gesamten Bundesliga

17 Jan

Quelle: sport1.de

Quelle: sport1.de

Es ist die Transfersensation direkt zum Anfang des Jahres: Pep Guardiola unterschreibt bis 2016 beim FC Bayern. Der Vereinsvorstand um Karl-Heinz Rummenigge hat sich damit deutlich vor dem öffentlich angekündigten Termin für eine Lösung der Trainernachfolge gekümmert. Das sollte eine ungestörte Arbeit für die Rückrunde ermöglichen. Während Guardiolas Präsentation noch etwas verschoben wird, damit der spanische Erfolgstrainer noch etwas deutsch büffeln kann, überschlagen sich nicht nur die deutschen Medien mit Kommentierungen der Überraschungsmeldung.

Viele waren den Tag zuvor noch davon ausgegangen, dass Guardiola sich für einen Premier League Club entscheiden würde, nachdem er im Rahmen einer Videobotschaft zum 150 jährigen Bestehen der F.A. nochmal ein zukünftiges Interesse an einem Engagement bekräftigt hat. Chelsea London und Manchester City lockten mit fürstlichen Gehältern, Manchester United angeblich mit der Nachfolge eines der wohl größten Trainer unsere Zeit, Sir Alex Ferguson. Nachdem dieser allerdings verkündet hatte, dass er sich mit seinen 71 Jahren noch fit genug fühle um zwei weitere Jahre dranzuhängen, schien wenigstens diese Möglichkeit eher ausgeschlossen.

Doch die ihm präsentierten Konzepte schienen nicht restlos überzeugt zu haben, ganz im Gegenteil zu dem der Bayern. Das Clubkonzept, mit einer starken Jugendabteilung, exzellentem und modernem Umfeld und ein starker Kader mit Potenzial in der wohl spannendsten Fußballliga weltweit scheint ein höherer Anreiz gewesen zu sein.

Guardiolas Wechsel ist mit Sicherheit ein Coup für den FC Bayern München, jedoch auch für die gesamte Bundesliga. Wie die „Repubblica“ schrieb, erlebt „mit Peps Wechsel zu Bayern München die Bundesliga einen definitiven Qualitätssprung. Jetzt kann man offen von der Meisterschaft sprechen, der besten Liga, auch wegen des schönen offensiven Spiels. Die Bundesliga ist auch die tugendhafteste, da die Bilanzen der Klubs mehrheitlich positiv sind, und die demokratischste, weil die Gehälter nicht übertrieben sind.“

Die Entscheidung des Trainers für die Bundesliga wird nun nicht nur weitere Spitzentrainer für die Liga begeistern können, sondern auch Spitzenfußballer, die anstatt mehrere Millionen zu verdienen und in einer langweiligen Liga mit Investorenvereinen zu spielen, sich für die Herausforderung Bundesliga entscheiden.

Und wer jetzt Angst bekommt, dass die Bayern über Jahre dominieren werden, dem sei nochmal vor Augen geführt, dass Borussia Dortmund in den letzten beiden Jahren der verdiente Meister  wurde und ebenfalls einen super Trainer hat. Dieser wurde übrigens auch schon öfters mit Spitzenclubs aus der Premier League in Verbindung gebracht. Angeblich soll es nun der Nachfolger werden, sollte Ferguson sich doch zur Ruhe setzen. Aber auch hier bestehen berechtigte Zweifel. Die Premier League ist interessant, Trainer mit einen langfristigen stabilen Konzept gehen lieber in die Bundesliga. Der besten Liga der Welt!

Was nun, Uli?

6 Mrz

 

 

9.38 Uhr morgens an der Säbener Straße steigt Louis van Gaal aus seinem Auto. Er wirkt trotz der Niederlage am Tag zuvor ruhig und geht ohne weitere Kommentare in die Geschäftsstelle des FC Bayern München.

Was am Sonntagmorgen da hinter verschlossenen Türen besprochen wird, fesselt die Fußballnation. Hat diese letzte Woche, die drei verloren Spiele gegen Dortmund und Hannover in der Liga und gegen Schalke im Halbfinale des DFB-Pokals, das letzte Vertrauen in Louis van Gaal zerstört?

Doch die Frage ist, was sollten die Bayern-Bosse nach van-Gaal machen? „Wer hat die die wenigstens guten Trainermöglichkeiten? –  Der FC Bayern!!“, möchte man da in alter van-Gaal-Meisterschaftsmanie schreien. Denn die Liste der potenziellen Ersatzkandidaten verhält sich in Bezug auf ihre Länge reziprok zur realen Umsetzbarkeit und stellt Uli Hoeneß,  Karl-Heinz Rummenigge und Christian Nerlinger vor ein echtes Dilemma.

Wenn man sich einmal die Alternativen auf dem Trainermarkt anschaut, so kommt man zwangsläufig an den zuletzt entlassenden Bundesligatrainern Ralf Rangnick und Christian Gross nicht vorbei. Beide haben durchaus erfolgreiche Zeiten in ihren Trainerstationen vorzuweisen, Gross war sogar in der Schweiz viermal Meister und Pokalsieger mit dem FC Basel. Doch dass diese beiden Trainer in das Anforderungsprofil des Rekordmeisters passen, darf bezweifelt werden. Beide verfügen nicht über die geforderte internationale Erfahrung und sind beides Trainertypen, die in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie nicht unbedingt mit besonders autoritären Führungsstilen der Vorstände klarkommen. Und Uli Hoeneß ist ein nahezu archetypischer Vertreter dieser Gattung.

Außerdem ist gerade Ralf Rangnick ein Trainer, der eher langfristig etwas aufbauen möchte und im Falle eines Scheiterns Gefahr läuft, dass seine Reputation beschädigt wird.

Eine andere Möglichkeit wäre die kurzfristige Verpflichtung eines Nationaltrainers nach dem Chealsea-London-Modell von 2009. Dabei könnte man auch gleich auf den passenden Trainer zugreifen, indem man Guus Hiddink für dieses kurzfristige Engagement gewinnt. Der erfahrene Trainer, der aktuell die türkische Nationalmannschaft in der Europameisterschaftsqualifikation betreut, hat diese schwierige Aufgabenkombination schon einmal geschafft und würde mit seiner internationalen Erfahrung gut zu den Bayern passen.

Das Gleiche gilt für Ottmar Hitzfeld. Immer wenn es beim FC Bayern in den letzen Jahren schlecht lief, wurden die Rufe nach einer Rückkehr des Erfolgstrainers laut. Allerdings befindet dieser sich aktuell in den Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung mit dem Schweizer Fußballverband und wird gerade deshalb wohl eher weniger Lust verspüren, sich zusätzlich noch eine weitere schwere Aufgabe aufzubürden. Außerdem muss der FC Bayern auch endgültig mit dieser Trainerära abschließen.

Und damit muss man sich schon fast mit den unmöglichen Alternativen beschäftigen, so wie Matthias Sammer oder Robin Dutt. Beides sind mit Sicherheit hervorragende Trainer, jedoch ist Dutt langfristig an Freiburg gebunden und gerade bei dem aktuellen Erfolg eher schwer loszueisen und Matthias Sammer hat nach der Posse mit dem HSV um den Sportdirektorposten sicherlich wenig Lust auf weitere Diskussionen mit DFB-Präsidenten Dr. Theo Zwanziger.

Ob dann der kurzfristig einzusetzende Hermann Gerland den Trainerposten für den Rest der Saison übernehmen möchte, darf auch bezweifelt werden. Er hätte schon früher diese Chance haben können und hat sie bisher immer ausgeschlagen.

Somit bleibt die Frage, ob Uli Hoeneß diesmal das Risiko eingehen kann, van Gaal zu entlassen. Denn die realen Alternativen sind rar gesät. Auch nahezu utopische Verpflichtungen sind nicht gänzlich ausgeschlossen, wie z.B. den seit seinem Engagement in Kasachstan arbeitslosen Felipe Scolari oder gar als letzte Rettung den Kaiser selbst. Er könnte mit seiner medialen Omnipräsenz vielleicht für eine kurze Zeit den entscheidenden Schub geben.

Und wenn alle Stricke reißen, dann kommt „van Guttenberg“.

Also, was nun Uli?

 

Der Ausbruch des Louis van Gaal – oder warum jeder Fussball Fan auch Trainer sein könnte

22 Feb

Es geschah am letzten Samstag, ca.  17:30, easy-credit-stadion zu Nürnberg. Die Bayern, die in den letzten Wochen einen überaus schönen und erfolgreichen Fussball boten, mussten sich gegen den Club aus dem Frankenland mit einem Unentschieden zufreiden geben. Hauptsächlich weil der ehemalige Bochumer Gündogan vor Butt nicht in Ehrfurcht erstarrte, mit seinem ersten Bundesligator den Ausgleich für sein Team erzielte und seinen Trainer Hecking auf die Frage nach seinen Qualitäten zu der Antwort brachte: „Er hat jetzt ein Bundesligartor mehr als sein Trainer, das ist scheiße!“

Allerdings sind das wieder nur Randnotizen. Den eigentlichen Aufreger aber lieferte wieder der Trainer der Bayern Louis „arrogant, selbstbewusst“ van Gaal. Als ein Reporter von Sky den Trainer fragte, ob die Bayern nicht mit halber Kraft gespielt hätten, beschwerte er sich über diese Frage und stellte den Bayern eine der besten Leistungen der Saison aus. Um in der Pressenkonfernez noch nachzulegen und dem versammelten Journalismus -Publikum „keine Ahnung von Taktik und Fussball zu haben“, da sie es ja nicht studiert hätten.

Hatte mal wieder seine ganz eigene Sicht - Zu Recht? Quelle: bild.de

Hatte mal wieder seine ganz eigene Sicht - Zu Recht? Quelle: bild.de

Und irgendwie hat er damit Recht. Ich glaube ich kenne keinen Beruf, indem Leute (Fans wie Medien) meinen es besser zu wissen, als der Mann der seine Mannschaft unter der Woche jeden Tag sieht, alle Strömungen registriert, über den Zustand Bescheid weiß wie kein anderer, der sich wahrscheinlich schon sein ganzes Leben theoretisch und praktisch mit dem Sport beschäftigt. Das ist paradox. Ich würde ja auch nie auf die Idee kommen meinem Zahnarzt zu sagen, wie er meine Schmerzen behandeln soll, oder ihm mittzuteilen, dass seine Arzthelferin Nummer eins heute nur halbherzig arbeitet, oder ihn zu Fragen ob er die Sprechstundenhilfe nicht auf einer anderen Position stärker einschätzt als vorne an der Theke. Bei Fussball-Trainern hätte ich da gar kein Problem. Aber ich kann auch nicht erklären woran es liegt. Unter der Woche schaue ich gerne ein paar Fussballspiele, informiere mich über die Teams und denke dann ernsthaft ich könnte einige Entscheidungen der Trainer kritisieren.

Aber mal ehrlich, dass ist doch genau eine der Sachen die den Fussball so wunderbar machen. Es sind 50 000 Leute im Stadion und der, der am wenigsten Ahnung hat ist immer der Trainer. Und mal ganz ehrlich, wenn Louis van Gaal wirklich am Samstag die stärkste Saisonleistung seiner Mannschaft gesehen hat, dann sollte man ihm seinen Abschluss der Sportwissenschaften wieder wegnehmen.

Neulich beim VfL: Alle rüsten se auf, nur wir nicht!

2 Jan

Tag für Tag schaue ich in die Zeitungen und sehe, dass sich auf dem Transfermarkt der Bundesliga ordentlich etwas tut. Zumindest die Mannschaften aus dem Tabellenkeller haben die Zeichen der Zeit erkannt und rüsten ordentlich auf. Nur eine Mannschaft nicht – na klar doch, der VfL Bochum.

Fangen wir beim Tabellenletzen an. Hertha BSC steht mit nur sechs Punkten nach

Soll die Hertha vor dem Abstieg bewahren - Theofanis Gekas (Bild: kicker.de)

Soll die Hertha vor dem Abstieg bewahren - Theofanis Gekas (Bild: kicker.de)

17 Spielen abgeschlagen auf Platz 18 und damit vor dem Abstieg. Es muss sich also was tun. Und weil die Hertha nunmal der Hauptstadt-Club ist und die Deutsche Bahn zudem auch noch Hauptsponsor, werden in der Winterpause mal ebend Spieler wie Gekas oder Kobiashvili und Hubn

ik geholt. Zugegeben, ich denke die Hertha wird am Ende trotzdem absteigen, aber wenigstens tut sich etwas in der Transferpolitik.

Noch besser wird es, wenn man zum 1. FC Nürnberg schaut. Erst leihen sie den 12-Millionen-Abwehrmann Breno von den Bayern aus und dann kommt auch noch Andreas Ottl ins Frankenland, ebenfalls von den Münchner Bayern. Ach ja, den Makaay wollen die Nürnberger Rostbratwürstchen auch noch holen! Ja spinnen die Franken jetzt? Oder spinnen die Spieler, die ins Frankenland gehen?

Nürnberger Verstärkung aus München - Andreas Ottl und Breno (Bild: kicker.de)

Nürnberger Verstärkung aus München - Andreas Ottl und Breno (Bild: kicker.de)

Nächster Abstiegskandidat, nächste Liste von Neuzugängen. Der SC Freiburg investierte ebenfalls gleich zweifach. Na gut, von Hamed Namouchi und Pappis  Demba Cissé habe ich zwar noch nie was gehört, aber auch hier gilt: Es tut sich was in Sachen Kadererweiterung.

Und was ist mit dem VfL Bochum? Bisher hört man nichts von der Castroperstraße. Vor Wochen hieß es,  es solle ein Schotte namens Kris Boyd nach Bochum kommen. Danach ward von dem „Sturmtank“, wie sie ihn tauften, nichts mehr zu hören.

Wo bleibt die erste Verstärkung des VfL Bochum?

Wo bleibt die erste Verstärkung des VfL Bochum?

Dabei waren die Defizite des VfL in der Hinserie kaum zu überesehen. Schwächen in allen Mannschaftsteilen müssten in der Winterpause eigentlich durch Neueinkäufe beseitigt werden. Vor allem Die Abwehrschwäche stellte in vielen Spielen ein großes Risiko dar. 33 Gegentore in 17 Spielen sind einfach zu viel. Das Erschreckende dabei ist, dass der Torwart bei fast allen Gegentoren keine Schuld trug.

Mein Tipp: Einen gestandenen, kopfballstarken Innenverteidiger holen, der den Laden ordentlich zusammen hält.

Und auch im Sturm war die Harmlosigkeit nicht zu übersehen. Nicht umsonst trägt der VfL die weiße Weste, wenn es um Tore nach Eckbällen geht. Nach einem Eckstoß schaffte der VfL tatsächlich noch kein Tor. Zudem hat sich die Elf von Heiko Herrlich noch keinen Elfmeter erspielt. Oft lag es am Schiedsrichter, der einen fälligen Elfer nicht gab, aber noch öfter mangelte es an den Bochumer Offensivkräften, die sich nie so richtig trauten, Elfmeter durch gezielte und gute Dribblings im Strafraum zu erzwingen.

Mein Tipp: Einen guten Außenstürmer holen, der entweder die rechte oder die linke Außenbahn beackert, gute Flanken bringt und und sich auch mal in den Strafraum wuselt. Wie wär’s mit Gerald Asamoah? Der wird auf Schalke ja nicht mehr gebraucht und würde zum VflL passen – ein echter Kämpfer und Sympath zugleich.

Und wenn es dann noch nicht klappen sollte, dann kann man wenigsten von sich behaupten, man hätte alles versucht.

Glück auf!