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Neulich beim VfL…:„Es ist jetzt wirklich so, dass wir punkten müssen…“

16 Apr

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, nein, alle Jahre wieder steht der VfL Bochum vor dem Abgrund. Nichts geht mehr, der Fall in die Zweite Liga steht bevor, Leistungsträger mit eigentlich nur in Bochum großen Namen kündigen ihren Abschied an und jedes verbleibende Spiel ist ein so genanntes Endspiel. 

Lästig wie eine Klette - so will Mergim Mavraj auch heute gegen Kölns Novakovic agieren (Bild: kicker.de)

Lästig wie eine Klette - so will Mergim Mavraj auch heute gegen Kölns Novakovic agieren (Bild: kicker.de)

Auch in diesen Tagen ist in Bochum mal wieder die Rede von „Ruhe bewahren“, „kämpfen“, „punkten müssen“. Heute Abend geht es nach Köln, von dem man Medienberichten zu Folge denken könnte, er sei die kleine Ausgeburt des FC Barcelona. Man müsse dort aber trotzdem punkten, heißt es in Interviews mit Trainer und Manager. Gegen übermächtige Kölner, die mit Lukas Podolski über den wohl torungefährlichsten Stürmer des kompletten europäischen Raums verfügen und über einen anderen Kicker, dem nichts besseres einfällt, als den berühmten „Effe“ in Richtung der eigenen Fans zu erheben. Heute wird dieser nicht auf dem Platz stehen. Maniche, so heißt der gute Mann, ist Gelb gesperrt.

Ebenfalls müsse man „so auftreten wie gegen Hamburg“, nur eben drei Punkte mitnehmen, ganz einfach. Das Auswärtspiel in Köln scheint wohl über das Schicksal des VfL zu entscheiden. Schon jetzt hat man die Punkte aus den nächsten Spielen gegen Stuttgart oder in München abgeschrieben. Und im letzten Heimspiel gegen Hannover könnte sowieso schon alles gelaufen sein. Daher MUSS heute in Köln gewonnen werden.

Alles völliger Quatsch! Der FC Köln macht mir diese Saison alles andere als Angst, auch wenn der VfL in den letzten 40 Jahren nur einmal in Köln gewinnen konnte. Eigentlich eine erschreckende Bilanz, die es gilt zu verbessern. Und daheim ist Köln alles andere als überzeugend. Zuletzt  verlor man dort 0:3 gegen den Tabelleultimus aus Berlin. Und eines darf man nicht vergessen – gerettet ist der FC auch noch nicht. Wenn der VfL heute Abend tatsächlich drei Punkte aus der Domstadt entführt und Hannover morgen, so ein Wunder geschieht, drei Punkte in München holt, wären die Kölner wieder ganz dick im Abstiegsgeschäft. Eine vor Selbstbewusstsein strotzende Kölner Mannschaft werden wir heute daher wohl auch nicht sehen.

Und was wenn der VfL wirklich Punkte in Köln lässt oder gar verliert? Auch dann ist noch nichts gelaufen, denn ich glaube, dass kein Wunder geschehen wird und Hannover an diesem Wochenende nicht in Bayern gewinnt. Und wer sagt außerdem, dass Bochum die nächsten Spiele keine Punkte holen kann? Daheim gegen Stuttgart ist alles drin und, naja, bei den Bayern hat man auch schonmal 3:3 gespielt (Man möge sich an Kaloglu erinnern).

Ich gebe ja zu, dass diese Denkweise sehr optimistisch ist, aber so muss das sein, wenn man im Abstiegskamf steht, alles andere ist Fehl am Platz! Zwar wird heute ein Christoph Dabrowski im Mitteldfeld fehlen, aber dass ein Phillip Bönig „Fußballgott“ diese Position gut bekleiden kann, wissen wir spätestens seit dem Spiel in Freiburg.

Maskottchen der Woche: Hennes

24 Nov

Was ist 70 cm groß, 30 bis 35 Kilogramm schwer, liebt Baumrinde und trockendes Brot, klettert und balanciert gerne, ist kinderlieb und trägt sein Fell auf dem Rücken als „Irokesen“?

Hennes - das Maskottchen des 1. FC Köln (bild: fc-koeln.de)

Hennes - das Maskottchen des 1. FC Köln (bild: fc-koeln.de)

Falsch, es ist nicht Marco Marin, sondern Hennes –  ein Geißbock und gleichzeitig das wohl bekannteste Maskottchen der Fußball-Bundesliga. Die Fußballfachexperten werden es wissen – Hennes ist der Glücksbringer des 1. FC Köln. Selbst im Vereinswappen ist der Geißbock zu sehen. Das ganz Besondere an Hennes ? Er ist lebendig. Keine Verkleidung, kein motorbetriebenes Schwanzwedeln. Am Kölner Geißbock ist alles echt.

Echt ist auch die Geschichte, die die Geburtsstunde von Hennes dokumentiert. An einem kalten 13. Februar des Jahres 1950 – da war der Verein gerade einmal zwei Jahre alt – übergab eine gewisse  Zirkusdirektorin namens Carola Williams bei einer in ihrem Zelt stattfindenden, wie soll es anders sein, Karnevalsfeier, dem Verein einen jungen Geißbock. Dem FC fehle noch ein Glücksbringer, war ihre Begründung. Kein geringerer als der damalige Spielertrainer Hennes Weisweiler nahm das Tier sofort in den Arm, was den Geißbock so nervös machte, dass es dem guten Weisweiler auf dem Arm urinierte. Ab sofort hieß der neue Kölner Glücksbringer also Hennes – ganz nach seinem ersten Führsorger.

Hennes löste von da an ein wahres Geißbock-Fieber aus. Ab sofort verfolgte der Glücksbringer alle Spiele live im Stadion und sogar auf dem Vereinswappen prangte das stolze Tier nun. Selbst die Kölner Spieler wurden nur noch die „Geißböcke“ genannt. Ein neues Kultobjekt war geboren.

Da ein Geißbock selten sehr alt wird, hat sich der Verein dazu entschlossen, die Tradition eines Geißbockes als Glücksbringer weiterzuführen und ein verstorbenes Tier durch ein anderes zu erstzen. Den neuen Geißböcken wurde dann komischerweise der Zusatz  „II.“, „III.“, verliehen, wie bei den ortsansässigen Karnevalsprinzen. Im Jahre 2009 angelangt ist also nun Hennes VIII. das aktuelle Maskottchen des 1. FC Köln.

Hennes - das Maskottchen des 1. FC Köln

Hennes - das Maskottchen des 1. FC Köln (bild: fc-koeln.de)

Heute dient Hennes nicht mehr ausschließlich als Glücksbringer, sondern wird auch, wie es in diesen Zeiten üblich ist, als Marketing-Figur verwendet. Fan-Artikel, Werbespots – es gibt nichts, wo Hennes nicht auftaucht. Sogar eine Webcam, die live aus dem Stall des Geißbocks sendete, wurde für kurze Zeit in Betrieb genommen, ist aber wieder aufgrund technischer Probleme eingestellt worden. Seit einiger Zeit versucht man jedoch das Interesse an Hennes als reine Marketing-Figur zu zu bändigen. Stattdessen denkt man an eine Rückbesinnung Hennes‘ als einfachen Glücksbringer nach.

Eine Idee, die schnellst möglich realisiert werden sollte, denn zur Zeit wäre dies bei der aktuellen Tabellensituation des FC mehr als nötig.