Peterchens Mondfahrt Teil 2?

8 Apr

Quelle:http://media.bundesliga.de/media/images/00_vereinsbilder/bochum/boc_neururer_tanzt_628.jpg

Es ist für den VFL Bochum die Transfersensation vor dem Abschluss der Saison: Peter Neururer übernimmt mit sofortiger Wirkung die Position des Cheftrainers beim VFL. Damit ist er der dritte Trainer in der laufenden Saison, nachdem schon Andreas Bergmann gehen musste und nun auch Karsten Neitzel. Außerdem wird auch Jens Todt entlassen, welcher als Sportdirektor erst vor weniger als 2 Jahren Thomas Ernst beerbte.

Lange hatte man bereits darüber spekuliert, ob die beiden bis zum Ende der Saison bleiben würden, die Niederlage gegen den direkten Abstiegskonkurrenten und das damit verbundene Abrutschen auf den Relegationsplatz sorgten jedoch für eine frühzeitige Personalumstrukturierung.

Nun kommt Peter Neururer wieder, welcher bei vielen VFL Fans immer noch als einer der besten Trainer gilt, die der VFL in seiner Geschichte hatte. Zwischen 2001 und 2005 führte er den VFL auf den fünften Tabellenplatz und tanze sich mit seiner Mannschaft in den UEFA-Cup. Daraufhin folgte die steile Talfahrt nach dem für alle Beteiligten schmerzhaften Moment als der Brasilianer Eduardo Goncalves de Oliveira, kurz Edu, im Qualifikationsspiel gegen Standard Lüttich in der letzten Minute über den Ball trat und somit das Ausgleichtor vorbereitete und das Ausscheiden besiegelte.

Ob es ihm gelingt die Mannschaft wieder zurück auf die Siegesstraße zu führen und vor dem drohenden Weg in die 3. Liga zu bewahren bleibt abzuwarten. Ihm bleiben nur 6 Spiele, jedoch gilt es Peter Neururer als großer Motivator und könnte auch durch seine Verbundenheit zum Verein für eine Wende sorgen.

„Ich habe keine Hundertstelsekunde gezögert. Das ist der VFL Bochum!“ beschrieb Neururer seine Reaktion auf das Angebot. „Das ist ein Verein, für den ich in jeder Situation alles tun würde. Ich habe bekanntlich schon viel gemacht als Trainer, aber das ist wahrscheinlich die schwierigste Aufgabe, die ich je hatte“.

Am Montagnachmittag um 16 Uhr wird Peter Neururer an der Castropher Straße im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Wir wünschen ihm alles Gute und hoffen, dass er diese schwierige Aufgabe meistern wird.

Die Fußballtherapie – 2. Halbzeit

24 Mrz

Quelle: http://www.google.de/imgres?q=rote+karte+bochum&um=1&hl=de&sa=N&biw=1600&bih=771&tbm=isch&tbnid=7xx4MLYyeqRauM:&imgrefurl=http://www.tsv1860.de/aktuell/news/dfb-pokal-achtelfinale-loewen-aus-nach-vallori-platzverweis&docid=3kaUrOitQxzgWM&imgurl=http://www.tsv1860.de/files/file_931/Vallori_Rot_490.jpg&w=490&h=350&ei=vVJPUeObMpDL0AWRnoH4Dg&zoom=1&iact=rc&dur=323&page=1&tbnh=147&tbnw=229&start=0&ndsp=28&ved=1t:429,r:20,s:0,i:151&tx=59&ty=51

Die gegnerische Mannschaft nutzt den Anstoß um den Ball aus dem Mittelkreis zurück zur Abwehr zu schieben und langsam ihren Angriff aufzubauen. Unsere Mannschaft spielt nun auf das Tor vor dem Heimfanblock, was uns Anlass zur Hoffnung und Sorge gibt. Hoffnung, dass wir hier jetzt die Tore sehen werden, Sorge, dass wir praktisch nichts mehr sehen. Ein plötzlicher Fehlpass auf dem Weg nach Vorne sorgt für eine gute Kontersituation. Mit schnellen präzisen Pässen wird das Mittelfeld überwunden. Ikui kommt über die linke Seite, dribbelt dort überragend den Rechtsverteidiger der Gegner aus und legt den Ball flach in die Mitte an den Rand des 16er-Kreises. Unser sonst so bewegungsfauler Spielmacher „Miracolli“-Frederico läuft in für ihn überagendem Tempo und setz mit einem gezielte Schuss den Ball knappe 8-9m über die Latte.

Dieser ernstzunehmende Torschuss unserer Mannschaft löst im Fanblock pure Begeisterung aus. Waren die Fans in den ersten Minuten noch ganz ruhig und bangten, ob den die Mannschaft den Weg zurück ins Spiel finden würde, waren sie jetzt Feuer und Flamme. „Kämpfen! Kämpfen!“ rufen sie voller Inbrunst. Fredericos Reaktion auf die unerwarteten Anfeuerungen ist ein kurzer Daumen nach Oben. Alles ok. Der Fuß ist nicht überlastet vom ersten Schuss.

„Da hat der Trainer anscheinend die richtigen Worte in der Kabine gefunden. Die Mannschaft ist wie ausgewechselt“, wackelt der Bierbauch. Der Schlacks nickt, klatscht weiter in die Hände. Mr „Fotze“ grölt indessen mit dem Rest des Blocks euphorisch die immer neue Anfeuerungsrufe.

In den nächsten zehn Minuten passiert praktisch nichts. Frederico scheint mit der bisherigen Leistung zufrieden zu sein und spaziert fröhlich über den Platz. Seine überragende Leistung untermauert er mit kurzen Sprints über 1-2 Meter. Als er versucht einen Ball zu erlaufen überholt ihn ein gegnerischer Mittelfeldspieler, der beim Start noch 3 Meter entfernt war. Es sieht ein bisschen aus als würde Schumacher gegen eine Schnecke ein Rennen fahren.  Einzig der Mannschaftskapitän Dabrawski versucht so etwas wie Offensivbemühungen zu zeigen.

Eine überaschende Balleroberung bringt den nächsten Angriff. Dabrawskis Pass auf den Stürmer Aydir, mit einer nie dagewesenen Genauigkeit, nutzt der Stürmer um den Ball vor den Strafraum zu tragen. Einer der drei dort postierten Abwehrspieler, die Nummer 3, geht rustikal zu Werke und bringt Aysir zu Fall. Der Block tobt, alles schreit „FOUL“ gemischt mit einem „Fotze“, der Schiedsrichter eilt herbei. Ein zweiter Abwehrspieler, die Nummer 5, steht über dem auf dem Boden sich wälzenen Aydir und scheint diesem eine Schwalbe vorzuwerfen. Der Mann in Schwarz trennt die beiden Spieler und zieht für das Foul zur Vereitelung einer klaren Torchance die rote Karte. Der gegnerische Abwehrspieler mit der Nummer 5 wird des Feldes verwiesen. Alle Spieler der Mannschaft scharen sich um den Schiedsrichter und reden auf ihn ein. Dieser scheint jedoch den Irrtum nicht einzusehen und verteilt weiterhin fleißig gelbe Karten fürs Meckern.

Der Fanblock nimmt dies belustigt zur Kenntnis und ruft: „Schick Sie alle runter, Sie habens verdient“. „Fotze, gib allen rote Karte, Schirifotze“ ist der, wie immer eloquente und fachgerechte, Beitrag des rhetorisch begabten Glatzkopfes.  Vielleicht sollte er für den neuen NewKids-Film vorsprechen.

Unser kleines Grüppchen ist jedoch von den Szenen auf dem Platz eher verwirrt. Haben wir irgendwie das offensichtlich von Spieler Nummer 3 begangene Foul dem Falschen zugeschrieben? Fröhlich glucksend tönt vom Schlacks „Absolut richtige Entscheidung, klare rote Karte. Ein solches Einsteigen ist gesundheitsgefährdend“. Der Bierbauch wackelt mit dem Doppelkinn zustimmend. Seine Freude manifestiert sich nun deutlich im Gesicht, welches rot wie eine Ampel leuchtet. Vielleicht aber auch eher ein Resultat des Bierkonsums.

Auf meiner anderen Seite ist die Diskussion passender zu meiner Wahrnehmung, jedoch herrscht Unsicherheit über unser aller Aufnahmefähigkeit. Jetzt schon zu viel Bier? Manfred grabscht in die linke Seitentasche seiner Hose um seinen elektronischen Apfel zutage zu fördern, nicht ohne vorher noch deutlich mit einem ordentlichen Taschenbilliardsstoß eine Kugel zu versenken. Seine Daumen wandern über den Display des elektronischen Apfels um in einem Livetext einer Sportwebsite eine Erklärung zu finden. Nur wenige Sekunden später zeigt ein lautes „Ha“, dass er fündig geworden ist. „Der Schiri ist wirklich ne Pfleife! Hat der doch glatt den falschen Spieler vom Platz gestellt“.

Ein Raunen geht durchs Stadion, welches uns zu erkennen gibt, dass wir den aus dem Foul resultierenden Freistoß von Frederico verpasst haben. Diesmal schien es wirklich knapper gewesen zu sein, was ich aus dem Kommentar des Schlacks „Das war aber knapp“ gekonnt schließe.

Das Spiel nimmt nun durch die rote Karte eine völlig neue Wendung. Unsere Mannschaft spielt nun scheinbar befreit auf und kommt immer wieder aus der eigenen Hälfte über die Mittellinie. Meist ist da zwar Ende, was den Fanblock aber nicht davon abhält immer frenetischer zu rufen. Plötzlich rutscht unser rechter Verteidiger Klöppin aus und lenkt den eigentlich platzierten Pass direkt auf den gegnerischen defensiven Mittelfeldspieler. Dieser hat aber den sich hinter ihm ausruhenden Frederico wohl leichtsinnig als gefahrenlos eingestuft und mit seiner unnachahmlichen Technik nimmt dieser ihm den Ball ab, dreht sich dabei wie Neo in der Matrix um die eigene Achse und hat plötzlich nur noch die beiden Verteidiger und Aydir vor sich. Selbst von der Tribüne aus ist zu sehen, wie es in ihm arbeitet. Soll er sich nun in Bewegung setzen oder direkt passen. Die Entscheidung fällt für Zweiteres. Ein tatsächlich perfekter Pass direkt über die Verteidiger hinweg wird von dem schnellen Aydir kurz vor der Sechzehnergrenze abgefangen. Der folgende Schuss erwischte den herausstürmenden Torhüter auf dem falschen Fuß, hatte dieser doch mit einem richtigen Torschuss gerechnet. Doch Aydir hatte gekonnt direkt auf den Torhüter geschossen, der seinen Kopf nicht mehr zum Ball bringen kann und im Fall zwischen linkem Ohr und Arm in die Maschen fliegt.

Die Reaktion der Ostkurve lässt nicht lange auf sich warten und folgt wie die Verzögerung eines Donners auf den Blitz. Alle liegen sich in den Armen, Mr „Fotze“ schmeißt seine Freundin, oder in welchem Verhältnis die beiden Personen auch immer stehen mögen, in die Luft, sodass sie beinahe auf Simon landet. Wie schlagen uns gegenseitig ab als hätten wir die Bude selbst geschossen und stoßen mit dem noch vorhandenen Bier an. Ein Blick auf die Stadionuhr zeigt, dass noch 10 Minuten zu spielen sind und uns gegebenenfalls eine spannende Schlussphase bevorsteht.

Guardiola kommt – ein Verdienst der gesamten Bundesliga

17 Jan

Quelle: sport1.de

Quelle: sport1.de

Es ist die Transfersensation direkt zum Anfang des Jahres: Pep Guardiola unterschreibt bis 2016 beim FC Bayern. Der Vereinsvorstand um Karl-Heinz Rummenigge hat sich damit deutlich vor dem öffentlich angekündigten Termin für eine Lösung der Trainernachfolge gekümmert. Das sollte eine ungestörte Arbeit für die Rückrunde ermöglichen. Während Guardiolas Präsentation noch etwas verschoben wird, damit der spanische Erfolgstrainer noch etwas deutsch büffeln kann, überschlagen sich nicht nur die deutschen Medien mit Kommentierungen der Überraschungsmeldung.

Viele waren den Tag zuvor noch davon ausgegangen, dass Guardiola sich für einen Premier League Club entscheiden würde, nachdem er im Rahmen einer Videobotschaft zum 150 jährigen Bestehen der F.A. nochmal ein zukünftiges Interesse an einem Engagement bekräftigt hat. Chelsea London und Manchester City lockten mit fürstlichen Gehältern, Manchester United angeblich mit der Nachfolge eines der wohl größten Trainer unsere Zeit, Sir Alex Ferguson. Nachdem dieser allerdings verkündet hatte, dass er sich mit seinen 71 Jahren noch fit genug fühle um zwei weitere Jahre dranzuhängen, schien wenigstens diese Möglichkeit eher ausgeschlossen.

Doch die ihm präsentierten Konzepte schienen nicht restlos überzeugt zu haben, ganz im Gegenteil zu dem der Bayern. Das Clubkonzept, mit einer starken Jugendabteilung, exzellentem und modernem Umfeld und ein starker Kader mit Potenzial in der wohl spannendsten Fußballliga weltweit scheint ein höherer Anreiz gewesen zu sein.

Guardiolas Wechsel ist mit Sicherheit ein Coup für den FC Bayern München, jedoch auch für die gesamte Bundesliga. Wie die „Repubblica“ schrieb, erlebt „mit Peps Wechsel zu Bayern München die Bundesliga einen definitiven Qualitätssprung. Jetzt kann man offen von der Meisterschaft sprechen, der besten Liga, auch wegen des schönen offensiven Spiels. Die Bundesliga ist auch die tugendhafteste, da die Bilanzen der Klubs mehrheitlich positiv sind, und die demokratischste, weil die Gehälter nicht übertrieben sind.“

Die Entscheidung des Trainers für die Bundesliga wird nun nicht nur weitere Spitzentrainer für die Liga begeistern können, sondern auch Spitzenfußballer, die anstatt mehrere Millionen zu verdienen und in einer langweiligen Liga mit Investorenvereinen zu spielen, sich für die Herausforderung Bundesliga entscheiden.

Und wer jetzt Angst bekommt, dass die Bayern über Jahre dominieren werden, dem sei nochmal vor Augen geführt, dass Borussia Dortmund in den letzten beiden Jahren der verdiente Meister  wurde und ebenfalls einen super Trainer hat. Dieser wurde übrigens auch schon öfters mit Spitzenclubs aus der Premier League in Verbindung gebracht. Angeblich soll es nun der Nachfolger werden, sollte Ferguson sich doch zur Ruhe setzen. Aber auch hier bestehen berechtigte Zweifel. Die Premier League ist interessant, Trainer mit einen langfristigen stabilen Konzept gehen lieber in die Bundesliga. Der besten Liga der Welt!

Internationale Berichte – Arsenal Finance Analysis

14 Jan

Source: telegraph.co.uk

Im Mutterland des Fußballs finden immer mehr deutsche Spieler ihre Heimat und werden aufgrund der wachsenden Spielerpotenziale in der Bundesliga interessanter für englische Fußballclubs. Insgesamt ist der Fußballmarkt jedoch ein anderer, mit vielen Clubs die sehr viel höhere Einnahmen und Ausgaben verzeichen, unterstützt von Clubsbesitzern oder Anteilseignern.

Von den meisten der großen Clubs kann man sogar Anteile auf einem nicht öffentlichen Markt kaufen, wenn man die Mindesteinstiegskriterien erfüllt. Der Zugang zu den Finanzmärkten ist für die Clubs mit verschiedenen Offenlegungspflichten verbunden, sodass ein jeder Einblick auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage einiger Clubs Zugriff hat.

Für alle Interessierten befindet sich hier eine Analyse der finanziellen Situation des FC Arsenals auf englisch.

Viel Spass beim Lesen.

Ratio Report Arsenal London Holding plc.

Die Top 5 der sympathischsten Bundesliga-Trainer

18 Dez

Das Trainer-Karussell in der Fußball-Bundesliga dreht und dreht sich, doch sympathische Trainer kommen und gehen. Rudelbilder.de hat die Trainer der Bundesliga einmal genauer unter die Lupe genommen und diese fünf Sympathieträger mit dem Prädikat „sympathischste Trainer der Fußball-Bundesliga“ ausgezeichnet:

Platz 5: Bruno Labbadia (VfB Stuttgart)

Stets sympathisch - Bruno Labbadia (Quelle: badische-zeitung.de)

Stets sympathisch – Bruno Labbadia (Quelle: badische-zeitung.de)

Ein Typ wie einst Rudi Völler: sympathisch, höflich aber stets eine ehrliche Haut. Wenn dem „schönen Bruno“ (so bezeichnete ihn einst ein bekanntes Jugendmagazin) etwas nicht passt, dann scheut er nicht vor einem Gang in die Öffentlichkeit. Legendär bleibt Labbadias Pressekonferenz nach Stuttgarts 2:0-Niederlage in der Europa-League gegen Molde. „Die Trainer in der Bundesliga sind nicht die Mülleimer von allen Menschen hier“, wetterte Labbadia gegen eine äußerst negativ eingestellte Presselandschaft.

Platz 4: Mike Büskens (Greuther Fürth)

Fair Play schreibt er groß - Fürths Mike Büskens (Quelle: greuther-fürth.de)

Fair Play schreibt er groß – Fürths Mike Büskens (Quelle: greuther-fürth.de)

Wenn Mike Büskens für etwas steht, dann für Leidenschaft und Fair Play. Ob an der Seitenlinie oder bei den TV-Interviews nach dem Spiel: Büskens glaubt man die Trauer nach dem Spiel, er ist an Authentizität kaum zu übertreffen. Als ehemaliger Schalker-Eurofighter stellt er sich oft schützend vor seine Mannschaft, nimmt die Verantwortung bei Niederlagen und schlechten Spielen auf seine Kappe und dennoch genießt er seitens des Vorstandes ungebremstes Vertrauen. Kleeblatt-Boss Helmut Hack würde mit Büskens jedenfalls auch in die zweite Liga gehen – wenn der denn nicht zu Schalke wechselt. Kürzlich wurde Büskens sogar mit der Fair-Play-Medaille ausgezeichnet. Der Grund: Der 44-Jährige begrüßt vor jedem Heimspiel die Spieler und Trainer der Gastmannschaft per Handschlag

Platz 3: Jürgen Klopp (Borussia Dortmund)

Impulsiv, aber mit Herz: Jürgen Klopp (Quelle: welt.de)

Impulsiv, aber mit Herz: Jürgen Klopp (Quelle: welt.de)

Bei Jürgen Klopp scheiden sich die Geister. Entweder er nervt, oder er ist der sympathischste Trainer der Welt. In den TV-Interviews meint man „Kloppo“ schon fast wie einen engen Vertrauten zu kennen, so häufig ist der zweimalige Meistertrainer vor den Mikrofonen zu sehen. Auch wenn Klopp auf nervige Reporter auch mal grantig reagieren kann, nimmt man es ihm nicht übel. Impulsiv an der Seitenlinie und immer mit ganzem Herzen dabei –das ist Jürgen Klopp. Das Ex-Schiedsrichter Lutz Fröhlich Klopps impulsivem Verhalten am Spielfeldrand kürzlich „aggressives Potenzial“ zusprach, ist nur Randnotiz. Gerade die ausschweifenden Emotionen machen Klopp sympathisch.

Platz 2: Lorenz-Günther Köstner (VfL Wolfsburg)

Die Ruhe in Person: Lorenz-Günther Köstner (Quelle: taz.de)

Die Ruhe in Person: Lorenz-Günther Köstner (Quelle: taz.de)

Köstner ist der Gentleman der Bundesliga. Nachdem das Schreckgespenst Felix Magath das Spukschloss VfL Wolfsburg verließ, schien Köstner so etwas wie der beruhigende Pol in der sonst so hektischen VW-Stadt zu sein. Köstners Bescheidenheit in seiner Zeit als Interimstrainer beim VfL scheint schon fast stoisch-gelassene Ausmaße anzunehmen. Doch auch der 60-Jährige schaut auf seine Zukunft: „Ich habe die Mannschaft vom letzten Tabellenplatz geführt. Wenn man trotzdem nicht mit mir weiterarbeiten möchte, sollte man mir das ganz schnell sagen“, hieß es kürzlich. Wenn Köstner etwas auf dem Herzen liegt, sagt er es. Gerade das macht ihn zum Liebling der Fans.

Platz 1: Christian Streich (SC Freiburg) 

Gibt alles für die Gemeinschaft: Christian Streich (Quelle: spiegel.de)

Gibt alles für die Gemeinschaft: Christian Streich (Quelle: spiegel.de)

Streich ist ein Besessener – und das in jeglicher Hinsicht. Man wundert sich, warum dieser positiv verrückte Typ nicht schon länger bei den Breisgauern auf der Bank sitzt. Aus mausgrauen Freiburgern machte Streich einen eingeschwornen Haufen, der um jeden Zentimeter Rasen kämpft. „Ich habe kein Recht eine solche große Persönlichkeit wie Jupp Heynckes zu kommentieren“, sagte Streich, nachdem Heynckes ihn als den besten Freiburger bezeichnete. Doch Heynckes hat recht: 90 Minuten treibt Streich sein Team nach vorne, tobt, schreit, explodiert, dass er nach Abpfiff so ausschaut, als hätte er selbst auf dem Platz gestanden. Doch eines ist für Streich bei allem Lob für seine Person klar: „Der Einzelne steht bei uns ganz hoch, aber es darf niemand vergessen, dass wir Fußball spielen, und das ist ein Mannschaftssport. Der Einzelne stärkt die Gemeinschaft.“

Die Dortmunder Euphorie

17 Jul

Die Dortmunder Euphorie kennt keine Grenzen, sogar auf den Toiletten der Bochumer Uni lässt sie sich finden:

Hura, alta. Rechte der Toilettentür liegen vor!

Wahl zu Europas Fußballer des Jahres

17 Jul

Jedes Jahr ist es wieder soweit. Die UEFA sucht den besten Spieler Europas und veröffentlicht eine Liste mit 32 Spielern, aus denen die Journalisten ihren Spieler des Jahres wählen können. Die großen Favoriten dürften auch in diesem Jahr Messi, Christiano Ronaldo und Iniesta sein. Aber es gibt auch eine große Überraschung.

Auch dieses Jahr der Favorit - Quelle: Kicker.de

Auch dieses Jahr der Favorit – Quelle: Kicker.de

Hier die komplette Liste in der Übersicht:

Sergio Agüero (ARG) – Manchester City FC
Xabi Alonso (ESP) – Real Madrid CF
Mario Balotelli (ITA) – Manchester City FC
Jakub Błaszczykowski (POL) – Borussia Dortmund
Gianluigi Buffon (ITA) – Juventus
Iker Casillas (ESP) – Real Madrid CF
Petr Čech (CZE) – Chelsea FC
Fábio Coentrão (POR) – Real Madrid CF
Leslie Davies (WAL) – Bangor City FC
Didier Drogba (CIV) – Chelsea FC (jetzt bei Shanghai Shenhua FC)
Cesc Fàbregas (ESP) – FC Barcelona
Falcao (COL) – Club Atlético de Madrid
Joe Hart (ENG) – Manchester City FC
Zlatan Ibrahimović (SWE) – AC Milan
Andrés Iniesta (ESP) – FC Barcelona
Shinji Kagawa (JPN) – Borussia Dortmund (jetzt bei Manchester United FC)
Vincent Kompany (BEL) – Manchester City FC
Frank Lampard (ENG) – Chelsea FC
Lionel Messi (ARG) – FC Barcelona
Luka Modrić (CRO) – Tottenham Hotspur FC
Mesut Özil (GER) – Real Madrid CF
Pepe (POR) – Real Madrid CF
Andrea Pirlo (ITA) – Juventus
Sergio Ramos (ESP) – Real Madrid CF
Raúl González (ESP) – FC Schalke 04 (jetzt bei al-Sadd Sports Club)
Cristiano Ronaldo (POR) – Real Madrid CF
Wayne Rooney (ENG) – Manchester United FC
David Silva (ESP) – Manchester City FC
Fernando Torres (ESP) – Chelsea FC
Yaya Touré (CIV) – Manchester City FC
Robin van Persie (NED) – Arsenal FC
Xavi Hernández (ESP) – FC Barcelona

Quelle: ©UEFA.com 1998-2012. All rights reserved.
Eine eigene Einschätzung:
Wirklich nachvollziehbar ist diese Liste für mich nicht. Ich finde es schon komisch, dass nicht ein Spieler vom Champions-League-Finalisten Bayern München dabei ist. Da fehlt mir schon ein Neuer, ein Ribery oder ein Gomez. Besonders wenn man sich die Liste genauer ansieht und Namen entdeckt die, meiner Meinung nach, dort nichts zu suchen haben. Joe Hart? Gut Meister mit City in England, aber international sehr wenig gerissen mit dem Vorrundenaus in der Champions-League und dem Viertelfinalaus mit England bei der EM. Insgesamt sind 6 Spieler von Manchester City vertreten. Gerechtfertigt finde ich sind davon lediglich Silva und eventuell noch Agüero.
Das aus der Bundesliga Kagawa und Kuba in der Liste zu finden sind freut mich und honoriert ihre guten Leistungen in der Liga, auch wenn für beide ähnliches gilt wie für die Spieler von Manchester City: International war es eher mau.
Warum aber Senior Raul in der Liste auftaucht wird ein Geheimnis der Journalisten bleiben. Fand die Leistungen von Huntelaar beispielsweise deutlich besser. Und auch Gomez hätte aus meiner Sicht nach seinen Leistungen in der Liga, Champions League und EM einen Platz auf dieser Liste verdient gehabt.

Leslie Davies – die große Überraschung auf der Liste – Quelle: blick.ch

Kennt ihr Leslie Davies von Bangor City?
Eine echte Sensation dürfte die Nominierung von Leslie Davies aus Wales sein. Da die Journalisten aus den 53 UEFA Ländern Punktezahlen für ihre Favoriten verteilen können (von 1-5), hat es offensichtlich ausgereicht, dass ein walisischer Journalist seine 5 Punkte an Leslie Davies (27) vergeben hat, um diesen unter die Top-32 zu bekommen. Davies spielt bei Bangor City und schoss 16 Tore in der heimischen Liga. Eine sehr sympathische Aktion. Hoffentlich schließen sich am 30. August möglichst viele Journalisten diesem Beispiel an und wählen einen Nobody (im positivsten Sinn) zu Europas Fußballer des Jahres.
Bis dahin!