Die Fußballtherapie – Halbzeitansprache

25 Mrz

Die viertelstündige Pause zwischen den Halbzeiten ist eine der produktivsten Aktivitäten, die männliche Stadionbesucher an einem Samstag mitmachen. Während Frauen immer zu zweit aufs Klo gehen, müssen Männer mindestens zu zweit ins Stadion gehen. Die Parallele liegt jedoch auch beim Klo. Denn nach einer Halbzeit mit mindestens 1 Liter Bier muss das ganze fachgerecht und Ortsnah entsorgt werden. Alleine würde man dann nach dem Besuch des Lokus vor einer sehr langen Schlange stehen und den Anfang der 2. Halbzeit verpassen. Dass es immer noch Männer gibt, die es anders herum versuchen, beweisen verschüttetes Bier auf dem Boden und eine angebissene Bratwurst im Urinal.

Zu zweit kann man dieser Entscheidung entfliehen, indem der eine sich anstellt und der andere sich erleichtert. Diesmal habe ich das Vergnügen als Erster mich durch die engen Türen des Klos zu quetschen und irgendwann neben 10 anderen an einem der Pissoirs, Marke Rinnstein, zu stehen. Kaum bin ich fertig, werde ich auch schon wieder hinausgeschoben. Gerade noch kann ich meinen Händen etwas Wasser am Waschbecken zeigen und schon bin ich wieder draußen.

Am Getränkestand angekommen ist bereits die heiße Diskussion über die erste Halbzeit entbrannt. Dabei wird nicht nur mit den eigenen Leuten, sondern mit allen direkt vor und hinter einem in der Schlange Stehenden analysiert. Der Schlacks hat anscheinend das Los des Wartenden gezogen, während der Bierbauch im Klo steckt. Deshalb hat der Schlacks seinen kongenialen Partner durch Simon ersetzt. „Kehr inne Kiste, jede Saisooon die selbste Schei**. Wir sind besser und der Gegner macht das Tor.“ Simon schaut irritiert, „Aber unsere Jungs haben doch kaum nach Vorne gearbeitet. Ist nicht ganz unverdient“. Der Schlacks schaut Simon zweifelnd an, sieht den Bierbauch gerade aus der Toilette stampfen und führt sein Gespräch, Simon ignorierend, mit dem FiegeFass fort.

Nach gefühlten 30 minuten erreichen wir endlich den Getränkestand und bestellen die nächste Bierration. Die Becher werden in Tragepappen mit jeweils 4 Bier untergebracht, sodass man diese in einer Hand tragen kann. In die andere gehört noch die gute Stadionwurst oder eine Käsebrezel. Nachdem auch diese endlich in unseren Besitz übergegangen sind, begeben wir uns rechtzeitig wieder auf die Tribüne.

Um etwas Variabilität in unseren Stadionbesuch zu bekommen haben wir den Platz gewechselt und stehen nun 3 Meter weiter in Richtung Mitte-Ostkurve. Die Hoffnung gegebenenfalls neue Stehnachbarn zu haben, wird schnell enttäuscht, da auch Bierbauch und Schlacks, sowie Mr. Fotze denselben Einfall gehabt zu haben scheinen.

Der Pfiff des Schiedsrichters ertönt und die 2. Halbzeit beginnt.

Der vierte Teil erscheint Sonntag in 2 Wochen

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