Kommentar: Verpasster Aufstieg ist neue Chance

27 Mai

Die Startelf des VfL Bochum vor dem Relegationsrückspiel (Foto: vfl-bochum.de)

Die Startelf des VfL Bochum vor dem Relegationsrückspiel (Foto: vfl-bochum.de)

Für den VfL Bochum ist es aus und vorbei. In der vergangenen Woche wurde Fußballdeutschland Zeuge, dass der Fußballgott in dieser Saison nicht immer zum Ruhrgebiet gehalten hat. Dortmund und der FC Schalke – mehr ging dann doch nicht mehr. Zwei Spiele reichten aus, um den VfL Bochum um den Lohn einer ganzen Saison – oder sagen wir lieber einer ganzen Rückrunde – zu bringen.

Dass die Stimmung in der Ostkurve nach dem Abpfiff von Peter Gagelmann so berauschend war, wie nach so manch einem furiosen Sieg, hat man in Bochum so nur selten erlebt. Und überhaupt: Das Stadion glich im Relegationsrückspiel gegen Gladbach einer schier uneinnehmbaren Festung. Wie Donnerchöre erschienen die Gesänge der Bochumer Anhängerschaft, die wie eine Mauer hinter dem Team stand.

Gänsehautstimmung beim 1:0 durch Christoph Dabrowski (Foto: vfl-bochum.de)

Gänsehautstimmung beim 1:0 durch Christoph Dabrowski (Foto: vfl-bochum.de)

Doch Stimmung hin oder her, am Ende bleibt für den VfL Bochum wieder mal die zweite Liga, die im übrigen in der nächsten Saison mit Namen wie Eintracht Frankfurt, St. Pauli, Dynamo Dresden und Eintracht Braunschweig wieder eine Fülle an neuen Traditionsvereinen aufweist. Gut, etwa 10 Millionen Euro an Mehreinamen gehen dem VfL durch den Verbleib in Liga Zwei durch die Lappen, aber wie der Vorstand unter der Woche verlauten ließ, gebe es keinen Grund zur Sorge, schließlich stehe man finanziell solide da.

Viel mehr sollte man in Bochum lieber froh sein, den Aufstieg nicht geschafft zu haben, so skurril es klingt. Eine Saison in der höchsten deutschen Spielklasse hätte einen enormen Kraftakt für den bescheidenen Ruhrpott-Verein bedeutet – nicht finanziell, sondern sportlich. Und am Ende hätte dann wohl erneut ein bitterer Abstieg gestanden.

Umso mehr kann man nun mit einem Trainer, der die Mannschaft seit einem Jahr kennt, und einem eingespielten Team den erneuten Versuch des Wiederaufstiegs anvisieren. Spieler wie Kopplin, Ostrzolek , Vogt oder Aydin machen Mut für eine Zukunft mit jungen und talentierten Spielern, die größtenteils sogar aus dem eigenen Lager stammen. Und auch in der zweiten Reihe warten Talente, wie die fast schon wieder vergessenen Rohdiamanten Rzatkowski und Kefkir.

Der verpasste Aufstieg weist sich somit als eine neue Chance für den VfL aus: er muss sie nur noch nutzen.

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