Auf ein Wort, Uli Hoeneß!

7 Apr

 

Uli Hoeneß wird aus der Bayern-Kurve scharf attackiert (Foto: kicker.de)

Uli Hoeneß wird aus der Bayern-Kurve scharf attackiert (Foto: kicker.de)

Mit ihren Aktionen am vergangenen Samstag (02.04.11) hat die „Schickeria“, die Ultra-Gruppe beim FC Bayern, den Ton gegenüber Uli Hoeneß arg verschärft. Fußball-Fans in Deutschland rätseln darüber, warum einem unvergleichlich verdienten Präsidenten aus dem Umfeld des eigenen Vereins heftiger Wind entgegenbläst.

Vor nicht einmal einem Jahr schienen sich die Gruppe und Hoeneß noch ziemlich grün zu sein, jetzt ist Hoeneß ein rotes Tuch. Die „Schickeria“ – in der Vergangenheit schon mit wenig schmeichelhaften Schlagzeilen behaftet – beruft sich auf ein vermeintliches Recht zum „moralischen Veto“ gegen die Hilfe für den angeschlagenen Lokalrivalen 1860 München und gegen die Verpflichtung von Torwart Manuel Neuer, der als Schalker durch und durch für die Bayern inakzeptabel sei. Dass er derzeit der einzige Weltklasse-Schnapper in Deutschland (Europa, der Welt?) ist, wird nicht erwähnt.

Während die Ultras in einer Erklärung betonen, sie stünden nicht allein, 130 Bayern-Fanclubs hätten einen offenen Protest-Brief an Uli Hoeneß unterschrieben, zeigt sich Hoeneß „schockiert“ über die eigenen Fans. Dabei muss man auch Folgendes sagen: An dem Verlauf der Diskussion trägt er zumindest eine Teilschuld (was die Ausfälle einer zweifelhaften Gruppe nicht relativieren soll). Denn unpopuläre Spieler haben Vereine immer schon verpflichtet, man erinnere sich nur an den Transfer von BVB-Meisterspieler Andi Möller zum FC Schalke 04.

Der Unterschied zum Fall Neuer ist: Dieser zieht sich endlos hin. Hätte man Neuer zu irgendeinem Zeitpunkt einfach als neuen Bayern-Keeper präsentiert (die Mammut-Transfers von Toni, Ribery und Robben gingen schließlich auch schnell über die Bühne), hätte es vielleicht vereinzeltes Murren gegeben, dass durch die Oooohs und Aaaahs nach seinen ersten Paraden schnell übertönt würde. Aber nun zieht sich das Thema schon seit Monaten, ja bald schon Jahren, ist unentwegt in der öffentlichen Diskussion und wird dennoch – oder gerade deshalb – nicht konkret. Kein Wunder, dass Außenstehende den Eindruck gewinnen, sie könnten mit Stänkereien Einfluss nehmen.

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2 Antworten to “Auf ein Wort, Uli Hoeneß!”

  1. Stucki 7. April 2011 um 16:07 #

    Für mich ist die Kritik und vor allem die zum Teil sehr heftigen Anfeindungen ebenfalls nicht zu verstehen.
    Ich finde das Engagement von Uli Hoeneß bezüglich der Rettung 1860 Münchens auch überhaupt nicht verwerflich. Im Gegenteil finde ich es bemerkenswert wenn ein Wettbewerber dem Anderen in einer Notlage hilft.

  2. Pistol Pete 8. April 2011 um 19:50 #

    wobei 1860 auch irgendwie NIE aus den Problemen rauskommt 😀

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