Felix – eine Sympathiebekundung

11 Mrz

Kompetent, cool, aber bei Schalke in Ungnade gefallen: Felix Magath (Bild: dapd, gefunden bei Spiegel online)

Kompetent, cool, aber bei Schalke in Ungnade gefallen: Felix Magath (Bild: dapd, gefunden bei Spiegel online)

Felix Magath, ich mag dich! Ich habe zwar keine besonders ausgeprägten Gefühle zum FC Schalke 04, aber dich, Felix, dich mag ich! Und das nicht erst seit deiner Facebook-Kampagne. Unvergessen dein Tor im Landesmeister-Pokalfinale gegen Juventus Turin, deine Auftritte im offensive Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft. Als meinungsfreudiger, aber dennoch bodenständiger Unterfranke bist du stets sympathisch.

Unbestritten deine Erfolge als Trainer: Als einzigem Trainer gelangen dir (mit Bayern München) zwei Double-Triumphe in Serie. Du hast den ersten Deutschen Meistertitel nach Wolfsburg geholt. Und du hast unter anderem Kevin Kuranyi und Mario Gomez entdeckt.

Beim FC Schalke 04 hast du in deinem ersten Jahr nach deinem Amtsantritt sensationell Vizemeister geworden.

Zugegeben, Felix: Manchmal machst du es auch deinen Anhängern nicht einfach: Warum du nach deinem ersten Schalker Jahr die Mannschaft komplett durcheinander gewürfelt hast, kann ich nicht erklären. Dass Stinkstiefel Rafinha ging, kann man ja noch nachvollziehen. Wie der Trödel-King schicktest du Kuranyi weg – mit der Begründung, es sei kein Geld da. Aber dann holtest du Metzelder, das kann ich nicht verstehen.

Dann öffnete der Verein auf einmal sein Portemonnaie und du konntest mit Millionen um dich werfen: Als du Raul, Jurado und Huntelaar holtest, schmunzelte man oder lachte dich aus, und ich konnte es den Spöttern nicht einmal verdenken. Wieso hattest du nicht einfach das Vizemeister-Team mit einem Bruchteil der späteren Ausgaben punktuell verstärken, anstatt wie auf der Düsseldorfer Kö auf Luxus-Shopping-Tour zu gehen? Das Rumgegurke zu Saisonbeginn gab den Kritikern recht. Und irgendwie bliebst du der Sündenbock für alle!

Doch wie du das Team nach dem blamablen Start in den Griff bekommen hast, nötigt mir Respekt ab. Pokalfinale und Champions-League-Viertelfinale, das ist doch gar nicht so übel.

Und jetzt wollen dir die Bosse ans Zeug flicken. So grundlos demütig wie sie sich dir unterworfen haben, so grundlos schnell kommt jetzt der Liebesentzug. Wie es aussieht, kommt der Magath-Zug auf Schalke schneller zum Stehen als bei einem Lokführer-Streik.

Wie schon bei mir Mirko Slomka hauen, fehlt den Verantwortlichen jedes Gespür für die erfolgreiche Führung des Klubs. Der Wurstproduzent macht, was er am besten kann, und schickt einen nicht-nordkurvenkompatiblen Coach als Sündenbock auf die Schlachtbank. Dürftest du nichtmal mehr die Saison mit möglichen Erfolgen zu Ende führen, wäre das zutiefst unfair. Und dem Klub würde es wohl auch nicht unbedingt besser gehen, das scheinen nun auch einige Schalke-Fans zu merken (und machen daraus sogar Lieder: http://www.youtube.com/watch?v=2qJgW2b9lIE)

Aber dir würde es unterm Strich nicht schaden, denke ich. Du würdest dich umdrehen, bei einem anderen Verein anheuern, wahrscheinlich wieder Erfolg haben und hoffentlich weiter coole bis arrogante Interviews geben, wie das hier:

PS: Wer nach meinen Blog-Einträgen (McClaren, Rangnick) jetzt glaubt, dass ich irgendwie jeden Bundesliga-Coach mag, der hat gute Chance, im Indizien-Prozess zu gewinnen. Nur Jürgen Klopp und Thomas Tuchel, die mag ich nicht ganz so. Zu jung, zu erfolgreich für meinen Geschmack 😉

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Eine Antwort to “Felix – eine Sympathiebekundung”

  1. rentenexperte 11. März 2011 um 21:20 #

    chapeau!

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