Hut ab, Herr Professor!

10 Jan

Der Abgang Ralf Rangnicks: Konsequent. Foto gefunden bei Spiegel online

Der Abgang Ralf Rangnicks: Konsequent. Foto gefunden bei Spiegel online

Wenn Ralf Rangnick tatsächlich Hochschuldozent wäre, wäre er dann so einer, der Anwesenheitslisten immer penibel kontrolliert? So einer, der tuschelnde Studenten direkt zum Verlassen des Raums auffordert? Und einer, der nicht standardmäßig Noten mit einer eins oder zwei vorm Komma verteilt, sondern gerne auch mal für hohe Durchfallquoten sorgt?

Genau wird man das wohl nie erfahren. Aber wahrscheinlich wäre der „Professor“, wie Rangnick despektierlich in der Branche genannt wird, schon einer von der konsequenten Sorte.

Das legt jedenfalls das Hoffenheimer „Winter-Theater“ um Luiz Gustavo nahe. Rangnick hat sich dabei absolut konsequent verhalten und geht alles in allem gestärkt aus der Posse hervor. Denn welcher Coach kann einfach darüber hinweg sehen, dass der beste Akteur von Klubverantwortlichen klammheimlich verscherbelt wird. Noch dazu, nachdem es wenige zuvor noch einen gemeinsamen Brief an den Spieler gab, in dem dieser dazu aufgefordert wurde, mindestens weitere sechs Monate die Schönheit des Kraichgaus zu genießen.

Dass Mäzen Dietmar Hopp ganz plötzlich einfiel, dass er Transfererlöse haben will, verwundert. Das Totschlag-Argument der „Wirtschaftlichkeit“, das Hopp auf die Fahnen der TSG 1899 Hoffenheim schrieb, ist nichts als eine Ausrede. Luiz Gustavo hätte im Sommer (vermutlich noch teurer) abgegeben werden können, nachdem sich die Truppe womöglich für den Europapokal qualifiziert hat. Denn davon als Pokalviertelfinalist und mit vier Punkten Rückstand auf die Europa-League-Plätze kann sich Hoffenheim derzeit berechtigte Europa-Hoffnungen machen. Und das riskiert Hopp nun durch einen Winter-Transfer so schnell wie Blitz-Eis. Ziemlich kniepig für die Galionsfigur des deutschen Mäzenatentums. Es ging wohl nur darum, die unbequeme Person auf dem Trainerstuhl loszuwerden.

Die Provokation Rangnicks und das Forcieren der Vertragsauflösung sind peinlich für das saubere 1899-Image. Man wird sich in Hoffenheim bald noch umgucken, was die kolportierten 15 Millionen Euro wirklich wert. Denn Claquere zu kaufen, könnte seinerseits ziemlich teuer werden, wenn die Fans bei einer Stagnation des Teams bald möglicherweise wegbleiben. Das Hoffen auf einen „Tuchel-Effekt“ ist illusorisch, Hoffenheim wird in der Rückrunde bestenfalls im Mittelmaß agieren.

Dass „RR“ sich nun einen neuen Verein suchen muss, ist schade für die Bundesliga, aber allzu wird ein Rangnick-Comeback nicht dauern. Denn Rangnick steht glaubwürdiger denn je für die Weiterentwicklung eines Klubs. Das hat er durch den Weggang von seinem „Baby“, der TSG, bewiesen, die er aus der Drittklassigkeit (vorerst zeitweise) in die deutsche Spitze geführt hat. Hut ab, Herr Professor!

In diesem Sinne: Frohes neues!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: