Podolski: Harte Kritik, nichts dahinter

19 Okt

Riskiert gerne mal die dicke Lippe: Lukas Podolski (l.) vom 1. FC Köln (Foto: kicker.de)

Riskiert gerne mal die dicke Lippe: Lukas Podolski (l.) vom 1. FC Köln (Foto: kicker.de)

Man muss sich über Lukas Podolski wundern. Nach einem erschreckend schwachen Saisonstart seiner Kölner kritisierte der Nationalstürmer via Sport-Bild die Verantwortlichen des 1. FC Köln: Der Verein trete auf der Stelle, mache zu wenig aus seinen finanziellen Möglichkeiten, habe sich die Dienste von Spielern wie Marco Reus oder Kevin Großkreutz durch die Lappen gehen lassen, und sei nicht in der Lage, wenigstens ab und zu einen Akteur wie Shinji Kagawa zu verpflichten. Kurzum: „Ich denke, uns fehlt einfach die klare Strategie.“

Der Angesprochene, FC-Manager Michael Meier, gab inhaltlich sogar klein bei. Dabei war Blödsinn selten leichter zu entlarven.

Denn die unverkennbare Kölner Strategie war es im Jahre 2009, mit Podolski eine Identifikationsfigur vom FC Bayern in die Heimat zurückzuholen. Hier sollte der verlorene Sohn sein unbestrittenes Potenzial zum Tragen bringen können. Um den jungen Mann als Führungsspieler, der mit Mitte 20 schon zwei Europameisterschaften, eine herausragende Weltmeisterschaft und Champions League gespielt hatte, sollte beim Zwölften der Abschlusstabelle 2008/2009 eine richtig gute Bundesliga-Mannschaft wachsen. Immerhin spielte bereits mit Youssef Mohamad und Pedro Geromel eins der besten Innenverteidiger-Paare der Liga im Geißbock-Trikot. Im Sturm stand Milivoje Novakovic, einer der besten Torjäger der Liga (2008/2009 16 Treffer).

So also die FC-Planspiele. Für den Podolski-Transfer nahmen die Entscheider in der Domstadt zehn Millionen Euro in die Hand – Geld, was in der Folge für die Großkreutze, Reusse und Kagawas dieser Welt fehlen sollte. Der Plan ging (bisher) nicht auf. Mit einer um Podolski „verstärkten“ Elf kam Köln 2009/2010 nur auf Tabellenrang 13, de facto eine Verschlechterung. Podolski konnte dabei seine mehr als mäßige Leistung in seiner letzten Saison beim FC Bayern noch unterbieten: „Prinz Poldi“ brachte es in 27 Ligaspielen auf ganze zwei Tore (Kicker-Notenschnitt 4,22). Zum Vergleich: In seiner letzten Bayern-Saison waren es in 24 Einsätzen – meist Kurzarbeit – sechs Treffer (Kicker-Notenschnitt 3,79). „Prinz Poldi“ agierte am Dom derart unterdurchschnittlich, dass sein Team zeitweise ohne ihn erfolgreicher war. Man kann es so hart formulieren: Der Hauptgrund, warum der FC finanziell und sportlich auf der Stelle tritt, ist in erster Linie er: Lukas Podolski.

Ein bisschen mehr Demut täte dem zweifellos begnadeten Offensivspieler daher gut – eine Geisteshaltung, die Podolski jedoch scheinbar völlig abgeht, wie man jüngst an seinem lächerlichen Clinch mit Nuri Sahin beobachten konnte.

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