Mainz wird das neue Leverkusen – wenn überhaupt

4 Okt

Die Mainzer Boyband: Nur ein "One-Hit-Wonder"? (Quelle: faz.net)

Die Mainzer Boyband: Nur ein "One-Hit-Wonder"? (Quelle: faz.net)

Die gegnerische Mannschaft aus Mainz könne Deutscher Meister werden, sagte er. Und dieser Mann ist nicht irgendjemand, sondern Louis van Gaal, der hochdekorierte Trainer des FC Bayern, (bis vor kurzem) das Nonplusultra des deutschen Vereinsfußballs. Was sollte er auch anderes sagen, dieser Louis van Gaal, nachdem die Rheinhessen seine Immer-aufs-Neue-Meisterkandidaten besiegt hatten? Mittlerweile hat der FSV Mainz 05 auch noch Hoffenheim bezwungen und mit sieben Siegen zum Saisonauftakt den Startrekord eingestellt. Das Wunder von Mainz scheint tatsächlich Formen anzunehmen…

…doch halt! Ein Blick in die jüngere Bundesliga-Geschichte relativiert die FSV-Serie. Nachdem der 1. FC Kaiserslautern 2001 mit sieben Siegen rekordverdächtig gestartet war, setzte es am achten Spieltag eine bittere Pleite, 0:2 beim Tabellenschlusslicht VfL Wolfsburg. Will sagen: Die nächste Niederlage kommt bestimmt und meistens genau dann, wenn man am wenigsten damit rechnet. Da dürften auch die Mainzelmännchen keine Ausnahme machen. Zumal die 05er durchaus noch Baustellen in der Mannschaft haben, auf die niemand achtet, weil nebenan die Kirmes tobt:

  • das Tor: Christian Wetklo schlägt sich im Mainzer Kasten super. Genau wie zuvor der angestammte und derzeit verletzte Keeper Heinz Müller. Es dauert nicht mehr lange, dann kommt Heinz Müller zurück. Zwangsläufig muss das sicher keine Unruhe in die Mannschaft bringen. Aber in pures Wohlgefallen wird sich diese Situation nicht auflösen. Denn Müller (32 Jahre alt) und Wetklo (30) sind einfach zu alt und zu gut, um sich anstandslos mit der Ersatzbank anzufreunden.
  • die Innenverteidigung aus Bo Svensson und Nikolce Noveski hat bisher noch nicht nachgewiesen, dass sie zur Bundesliga-Spitzenklasse gehört.
  • die jugendliche Abteilung Attacke: André Schürrle (19), Lewis Holtby (20) und Adam Szalai (22) sind derzeit zwar in hervorragender Verfassung. Es wäre jedoch absolut unüblich, würden sie sich nicht auch die eine oder andere Auszeit in der Saison nehmen, von Verletzungspech ganz zu schweigen. Dann wird es sich rächen, dass ein Andreas Ivanschitz offenbar nicht mehr in startelfwürdiger Form, und Aristide Bancé verkauft ist.
  • Trainer Thomas Tuchel (Quelle: faz.net)

    Trainer Thomas Tuchel (Quelle: faz.net)

    der jugendliche Trainer: Nicht umsonst hatte der unbestrittene Fußball-Fachmann Ralf Rangnick Interesse am Coach Thomas Tuchel (37), lange bevor Letzterer Dauer-Jubler an der Mainzer Seitenlinie wurde. Nicht dass sich der Trainer-Youngster Tuchel darüber selbst irgendwelche Illusionen machen würden – dafür wirkt er viel zu bodenständig: Aber wie Negativerlebnisse seinen „Matchplan“ beeinflussen, kann man bisher kaum beurteilen.

Kurzum: Es deutet vieles darauf hin, dass Mainz – wenn überhaupt – das neue Leverkusen wird. Bayer Leverkusen wurde vergangenes Jahr mit entzückendem Fußball Herbstmeister, im Jahr davor Hoffenheim auf dieselbe Weise. Am Bayer-Werk und im Kraichgau folgten jeweils sehr dürftige Rückserien – weil der Kader qualitativ nicht breit genug aufgestellt war, und den jungen Spielern ein Stück weit die Puste ausging. Mainz ist noch nicht einmal so weit wie die Werkself 2009 und die TSG 2008, wieso also vom Titel reden?

Der FCK wurde am Ende besagter Startrekord-Saison übrigens Siebter.

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Eine Antwort to “Mainz wird das neue Leverkusen – wenn überhaupt”

  1. Pistol Pete 17. Oktober 2010 um 08:10 #

    na, was sag ich? 😉

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