Die WM: die Angst vor der Offensive

16 Jun

Seit Freitag läuft nun die erste Fussballweltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent. Aber alle die sich auf ein fussballerisches Highlight in Südafrika gefreut haben wurden bisher enttäuscht.  Bis auf die Spiele Argentiniens und Deutschlands waren die Partien doch eher von defensiver Taktik als von überragender Offensiv-Power geprägt. Nichtmal der viermalige Brasilien konnte gestern abend gegen den Fussballzwerg Nordkorea (entschuldigen Sie Herr Völler, aber ich muss Ihnen wiedersprechen, denn es gibt sie noch) überzeugen. Da muss man sich doch als Fussballfan schon Sorgen machen,oder?

wenn das Spiel schon nichts zu bieten hat, dann kann man sich auch auf andere Sachen konzentrieren - Quelle: bild.de

wenn das Spiel schon nichts zu bieten hat, dann kann man sich auch auf andere Sachen konzentrieren - Quelle: bild.de

Vuvuzelas=Fussballkultur??

Bisher sind nur die nervigen Vuvuzelas in Erinnernung geblieben. Diese Tröten, die laut FIFA aber zur Fussballkultur in Südafrika gehört, rauben jegliche Atmosphäre aus den Stadien und den Fans zu Hause an den Fernsehgeräten jeglichen Nerv. Paradox ist dabei allerdings, dass gerade die FIFA sich für die Fussballkultur in Südafrika einsetzt, aber durch ihre unsägliche Zahl an Werbepartnern und Einheitsbier jegliche kulturelle Entfaltung der Gastgeberländer unterbindet. Und jetzt sollen also ausgerechnet diese Tröten für die Fussballkultur in Südafrika stehen? Ja nee is klar!

Das schlechte Vorbild Inter

Aber die Diskussion über die Vuvuzelas wäre wahrscheinlich gar nicht so groß wenn man mehr hätte womit man sich sportlich beschäftigen könnte. Aber ausser den Patzern der Torhüter (Green: „Im Training halte ich diese Bälle jeden Tag!“ – wäre ja auch schlimm wenn nicht) gibt das da im Moment noch nicht allzuviel.  Aber vielleicht hatten die Fans auch einfach eine zu hohe Erwartung an die WM. Ich meine in einem Jahr in dem Inter Mailand mit einer Mauertaktik die Champions League gewinnt, sollte man auch international nicht den großen Hurrastil erwarten.

kommt mit dem Ball einfach nicht zu Recht: Jamie Carragher - Quelle: bild.de

Die Ausreden für die teils armsesligen Auftritte sind vielfältig. Mal ist es der Ball (England), mal ist es der Rasen (Holland).  Spieler die sonst unter jeden erdenkbaren Situationen Top-Leistungen abrufen scheitern auf einmal an einem Ball, mit dem Klose oder Poldi ohne Form und Spielpraxis wunderbar zu recht kamen?Ja die englischen Innenverteidiger sehen für die deutschen Spieler einen Vorteil, weil diese schon länger mit dem neuen Ball in der Bundesliga spielen konnten. Aber kann das wirklich sein? Nein das glaube ich nicht. Vielmehr glaube ich liegt es daran, dass die Nationen Angst haben ihr Auftaktspiel zu verlieren und daher lieber ein Sicherheits-Unentschieden bevorzugen (siehe Portugal, Italien und Elfenbeinküste). Aber ich habe die Hoffnung, dass spätestens ab dem zweiten Spieltag die Teams mehr Risiko eingehen müssen. Und dann werden die Fans auch endlich das Spektakel bekommen, dass sie verdient haben.

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