Die Minuten, für die es sich lohnt ins Stadion zu gehen

25 Jan

Manchmal ist es wirklich deprimierend. Man besitzt eine Dauerkarte seines Lieblingsvereins, geht voller Vorfreude ins Stadion und merkt im Laufe der Saison, es läuft nicht so wie gewünscht. Der Fussball den die Mannschaft zeigt ist nicht gerade das, was man sich erhofft hat und die Ergebnisse bleiben auch aus.  Und dann kommt der Winter, es wird kalt und so richtig Spaß macht es auch nicht.

So war es am Samstag auch mal wieder. Es war richtig kalt, das halbe Stadion mit Fans aus Gelsenkrichen gefüllt und zur Halbzeit liegt das eigene Team mit zwei Toren zurück. Unweigerlich stellen sich die Fragen: Warum tue ich mir das an? Warum sitze ich nicht wenigstens im Warmen vor dem Fernseher? Und warum dürfen die Idioten, die ihre eigenen Spieler mit Böller bewerfen sich jetzt eigentlich auch noch über drei Punkte freuen? Eigentlich habe ich nur noch die Minuten gezählt, bis ich das Stadion verlassen darf und mich durch die Schalker Schmähgesänge in das warme Heim vor die Heizung kämpfen darf.

Doch dann kommen die Minuten, für die es sich lohnt ins Stadion zu gehen!!!

Wir schreiben die 72. Minute und die Einwechslung des Hubschraubers Vahid Hashemian, der das gesamte Spiel umkrempeln sollte. Erst erzielt er nach einer Ecke in der 82. Minute den Anschlusstreffer, was zwar zu einem kurzen Anflug von Freude führt, aber das Wort Hoffnung wäre hier wohl fehl am Platz, denn sind wir mal ehrlich, wir kennen unseren VfL. Es kam also die 89. Minute und ich machte mich schonmal auf den Weg Richtung Ausgang, was meine Freunde schon als gutes Zeichen werteten, denn schließlich hatte ich bereits im letzten Jahr den Ausgleich zum 1:1 gegen Schalke verpasst, da ich meine Blase entleeren musste. Doch Geschichte wiederholt sich nicht. Dachte ich zumindest und hatte die Rechnung ohne Vahid „Flankengott“ Hashemian und Stani „Kopfballungeheuer“ Sestak gemacht. Zum Glück stand ich gerade noch auf der Treppe, also Hashi sich auf der linken Seite durchsetzte und Sestak Neuer mit einem Kopfball keine Chance mehr ließ.

danach gab es kein halten mehr quelle: Bild.de

Ein Wunder

Und danach gab es kein Halten mehr. Fremde Menschen fallen sich in die Arme, verbunden durch die gleiche Leidensfähigkeit und mit einem blau-weißen Schal (auf denen mit Sicherheit die Zahlen 0 und 4 im Zusammenhang nicht zu finden sind) um den Hals. Die Freude wird herausgebrüllt und die Ekstase kennt keine Grenzen mehr. Ein Gefühl, dass man niemandem erkären kann, der nicht dabei war.  Und genau für diesen einen Moment würde ich mir jederzeit wieder eine Dauerkarte kaufen und mich bei minus Temperaturen in der Kälte stehen und auf ihn warten, diesen einen Moment, der immer dann kommt, wenn man ihn am wenigsten erwartet.

Dafür Danke Vahid, Danke Stanislav, Danke VfL!!!

(und den Schalkern dafür, dass sie anscheinend nicht wussten, dass ein Spiel 90 Minuten lang dauert oder auch mal 92.)

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