Wettskandal – die Zweite!

21 Nov

Der Fußball-Alltag schien so langsam wieder seine üblichen Formen anzunehmen. Das erste Länderspiel nach Robert Enkes Tod war kaum zu Ende gegangen und der 13. Bundesliga-Spieltag stand vor der Tür. Doch dann wieder eine Hiobsbotschaft. „Deutscher Fußball wird von einem Wettskandal noch nie dagewesen Ausmaßes erschüttert“, titelten die Gazetten in diesen Tagen.

Die Schlagzeilen gleichen denen von 2005, als ein gewisser Robert Hoyzer die Fußball-Welt in Deutschland kräftig durcheinander bringen sollte. Damals, beim sogenannten „Hoyzer-Wettskandal“, standen jedoch „nur“ die Schiedsrichter unter Betrugsverdacht. Im Focus – Robert Hoyzer, der mit seinen eigenartigen Entscheidungen (zwei fragwürdige Elfmete, Rote Karte für Emile Mpenza) maßgeblich für das Ausscheiden des HSV im DFB-Pokal war und damit auch den Rauswurf des damaligen Hamburger Trainers Klaus Toppmöller in die Wege leitete. Was danach geschah, war eine Welle von Konsequenzen: Schiedsrichter wurden erst zwei Tage vor Spielansetzung nominiert, Schiedsrichter-Beobachter wurden zu fast allen Spielen bis zur Regionalliga entsand und ein sogenanntes Frühwarnsystem namens „Betradar“ wurde eingeführt.

Was all das gebracht hat? Scheinbar nicht viel, denn die Ausmaße des diesjährigen Wettskandals sollen noch viel größer sein, als noch 2005. Das hätte man wissen können, denn schon damals sprach der bestechliche Schiedsrichter Hoyzer von der „Spitze des Eisbergs“. Eine Aussage, die offenbar stimmte.

Was im Jahre 2009 jedoch neue Dimensionen annimmt, sind die Handlanger der Wettbetrüger. Es sind nicht mehr nur die Schiedsrichter, nein, es sind auch die Spieler selbst, die sich für gewisse Handgelder zu Kriminellen entwickeln.

Ein Skandal! Sollten beispielsweise die Anschuldigungen auf die Spieler von Osnabrück zutreffen, sie hätten in einem Spiel absichtlich schlecht gespielt, um eine Niederlage zu erzwingen, die ihnen viel Geld von Wettbetrügern eingebracht hätte, dann  kann einem schon Angst und Bange werden.

Wo hört das normale Schlechtspielen auf und wo fängt die Betrügerei an? Stehen nun alle Spieler eines Absteiger unter Generalverdacht. nur weil sie schlecht gespielt haben? Das Vertrauen der Fans könnte schon bald verschwunden sein, sollten sich weitere solcher Fälle herausstellen. Jetzt stehen nicht nur Schiedsrichter unter Verdacht, wenn Fehlentscheidungen getroffen werden, sondern auch die Spieler, wenn sie schlecht spielen.

Es bleibt jedoch zunächst abzuwarten, ob sich die Beschuldigungen im Falle Osnabrück bestätigen. Eins steht jedoch fest – aus dem Nichts kommen solche Anklagen nicht auf. Die Frage bleibt nur, wie sich diese Tatsachen nun auf den Fußball auswirken werden.

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