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Neulich beim VfL…:Die Bayern dürfen das.

13 Dez

So, und jetzt wird mal Klartext gesprochen: Der VfL Bochum hat 1:5 gegen die Bayern verloren, und das auch noch zuhause. 0:3 hieß es schon in der Halbzeit und die Leistung war streckenweise indiskutabel. Eine Suche nach den Ursachen.

Wer im Stadion war, der wird bemerkt haben, dass sich die Enttäuschung der Bochumer Anhängerschaft in Grenzen hielt. Wenige Pfiffe, noch weniger Unmutsbekundungen von den Rängen. nur ein einziges Mal wollte die Ostkurve ihre Mannschaft kämpfen sehen. Stattdessen lachende Gesichter rund um das Rewirpowerstadion, nicht nur von Fans in rot-weißer Tracht. Anhänger des VfL scheinen sich mit Heimniederlagen gegen den FC Bayern abgefunden zu haben. Offenbar aber nicht nur die Anhänger, sondern auch die Spieler des VfL.

Ivica Olic bejubelt ein Tor - in Bochum darf er treffen. (Bild: kicker.de)

Ivica Olic bejubelt ein Tor - in Bochum darf er treffen. (Bild: kicker.de)

Aber warum ist das so? Na klar, die Bayern waren zu Gast in Bochum, und die dürfen fünf Tore schießen und drei leichtverdiente Punkte aus Bochum mitnehmen. Das ist beim VfL mittlerweile schon Tradition geworden. Es ist nahezu wie ein ungeschriebenes Gesetz – die Bayern kommen,nehmen drei Punkte mit und fahren wieder Heim. Der Respekt des VfL ist einfach zu groß. Selbst eingefleischte Bochum-Fans tippen auf den FC Bayern, wenn er zu Gast im Pott ist.

Ein Blick auf die Historie. Der letzte Heimsieg des VfL gegen die Münchener datiert vom 14. Februar 2004, als Peter Madsen den 1:0-Siegtreffer gegen die mächtigen Bayern markierte. Danach muss man schon etwas tiefer in den Annalen des VfL wühlen. Da stößt man auf den 11. Okotber 1985, als die Bayern mit 3:0 abgefertigt wurden. Dreimal war der legendere Stefan Kuntz zur Stelle – das waren noch Zeiten.

Einen Stefan Kuntz gibt es heute nicht in den Reihen des VfL. Einige Fußballfachmänner wittern in Zeiten von korrupten Fußballern sogar einen ganz großen Skandal. Man munkelt nämlich, dass Uli Hoeneß sich die Siege in Bochum einiges Kosten lässt. Für das 5:1 am gestrigen Samstag sollen beispielsweise 15.000 Weißwürstchen von Bayern ins Ruhrgebiet geflossen sein. Eine Wurst für jeden Bayern-Fan im Rewirpowerstadion. Die treuen Fans im Ruhrgebiet dürfen doch nicht enttäuscht werden. Anders kann man sich die miserabele Statistik gegen den Rekordmeister nicht erklären.

In Wirklichkeit sieht es aber so aus: Weißwürstchen gab es nur für die Journalisten in der Halbzeitpause. Auf dem Platz sah es aber so aus: die Bayern waren übermächtig und dem VfL in allen Belangen überlegen. Was Bochum zeigte, sah mehr nach einem Nichtangriffspakt aus, als nach Kampf und Leidenschaft, wie er im Abstiegskampf gefordert ist. Ivica Olic durfte vorne schalten und walten wie er wollte und die Badstubers, Lahms und Schweisteiger umkurvten die VfL-Abwehr phasenweise “wie im Trainingsspiel”, wie Phillip Heerwagen nach dem Spiel treffenderweise anmerkte. Selbst die Trikots der Bayern waren schöner.

Unter der Woche, im Vorfeld des Spiels fragte sich Bochums Trainer Heiko Herrlich noch, welches Gesetz vorschreibe, dass der FC Bayern drei Punkte aus Bochum mitnehmen dürfe. Die Antwort ist gefunden. Sie liegt bei Charles Darwin – “der Stärkere überlebt”, sagte er einst. In diesem Sinne -  Glück auf!

Neulich beim VfL…:Nicht schon wieder ein Testspiel!

14 Nov

Neulich, Straßenbahnlinie 306 in Richtung Bochum Hauptbahnhof. Ein Mann mittleren Alters sitzt kopfschüttelnd und mit versteinerter Miene im letzten Abteil der Bahn. In seiner Hand hält er die Zeitung mit den vier großen Buchstaben. Nichtsahnend werfe ich mit meinen nicht gerade guten Augen einen Blick auf die Schlagzeilen im Sportteil:

“Was hat Herrlich sich da angetan?”, oder so ähnlich, lautete die Überschrift eines Artikels. Dadrunter: “Testspiel-Debakel gegen viertligisten Hessen-Kassel”. Das muss man erstmal Sacken lassen. Doch der kopfschüttelnde Mann scheint den Artikel noch nicht weitergelesen zu haben, denn was er wahrscheinlich noch nicht wusste, war, dass der VfL mit einer besseren U23 Mannschaft antrat und Trainer Heiko Herrlich den Nachwuchs der Bochumer Talentschmiede testen wollte. Na gut, Joel Epalle hat auch mitgespielt und auch Paul Freier, aber die Herrschaften können ja nicht zu zweit das Spiel gewinnen. Ok, 0:3 verloren, abhaken, Mund abwischen, weitermachen.

VfL Bochum

Bild: vfl-bochum.de

Nun nutzte Trainer Heiko Herrlich am heutigen Samstag, angesichts der Länderspielpause, erneut die Möglichkeit eines Testspiels. Diesmal wartete ein höheres Kaliber als Hessen-Kassel auf den VfL, nämlich die belgische Weltauswahl aus Charleroi. Einige Menschen wussten bis vor kurzem noch garnicht, dass dieser Ort auf Erden existiert. Jedenfalls stellte Herrlich dieses Mal eine vermeintlich “ordentliche” Profimannschaft auf, die die Schmach von Kassel wett machen sollte. Klatsch, 1:4 hieß es am Ende. Kommentar von Herrlich:

“Ich will das Spiel nicht schön reden, aber mit der kämpferischen Leistung war ich einverstanden.”

und anschließend:

“Wir haben eine intensive Trainingswoche mit acht Einheiten hinter uns.”

Was soll der durchschnittliche VfL-Fan dazu sagen? Na gut, sie haben gekämpft und das wollen die Menschen hier im Pott auch sehen, aber glücklicher wäre  man doch über diese Aussage: “Wir haben zwar nicht gekämpft, dafür aber 4:1 gewonnen”.

Nächsten Sonntag geht es zum HSV. Auswärts hat der VfL dort selten was gerissen. Hat der VfL eigentlich überhaupt schonmal was Auswärts gerissen? Wollen wir mal nicht so kritsich sein. Wenn selbst Gladbach 3:2 in Hamburg gewinnen kann, dann können das die Bochumer-Gladiatoren erst recht. Bis dahin wird es für Klimowicz und Co. eine harte Trainingswoche, die aber bitte nicht zu hart werden sollte (bitte keine acht Einheiten!!) und die auch keine Testspiele mehr enthalten sollte. Dafür gibt’s sowieso keine Punkte.

Maskottchen der Woche: Bobbi Bolzer

3 Nov

Das Maskottchen des VfL Bochum - Bobby BolzerIn unserer Reihe „Maskottchen der Woche“ stellen wir Woche für Woche ein Maskottchen aus der Welt des Fußballs vor.

Unser erstes Maskottchen, wie soll es anders sein, ist Bobbi Bolzer, der Glücksbringer des VfL Bochum.

Nahezu jeder Fußball- oder Sportverein hat eins. Ob Erwin beim FC Schalke 04, oder Emma bei Borussia Dortmund – wuselige Maskottchen sind allseits beliebt, weil sie nicht selten zum Markenzeichen eines Vereins werden. Mittlerweile verfügt jeder der 18 Bundesliga-Clubs über einen der lustigen Spaßmacher.

Beim VfL Bochum musste man lange Zeit ohne ein Maskottchen auskommen. Als Schalkes „Erwin“ schon lange seine Runden im königsblauen Stadion drehte, herrschte beim VfL Bochum in Sachen Maskottchen noch gähnende Leere.

Am 23. April 2007 war es dann endlich so weit. Der VfL präsentierte endlich sein neues Maskottchen, das auf dem Namen „Bobbi Bolzer“ hörte. Zugegeben – einfallsreich waren die Entwickler von „Bobbi Bolzer“ nicht unbedingt. Es handelt sich bei dem Bochumer Glücksbringer nämlich um eine Maus, und die ist über zwei Meter groß. Immerhin ist sie nicht grau, so wie einige Kritiker den VfL Bochums bezeichnen, nämlich als graue Maus. Herausgekommen ist also eine zwei Meter große, blaue Maus, die das Trikot des VfL Bochum trägt und im Gegensatz zu „Goleo“, dem Maskottchen der WM 2006, wenigstens eine Hose trägt.

Das Wort „Maskottchen“ kommt übrigens aus dem Provenzalischen „Mascoto“, oder „Masco“, was soviel wie Hexe bedeutet. Den VfL zur Deutschen Meisterschaft hat Bobbi Bolzer allerdings noch nicht gehext. Ganz im Gegenteil. Die blaue Maus kümmert sich weniger um die großen Fans, die die Mannschaft nach vorne peitschen sollen, als mehr um die ganz kleinen Besucher im Stadion.

Der BobbiKlub ist das Zuhause von Bobbi Bolzer. Dieser Klub bietet seinen Mitgliedern – Mädchen und Jungen zwischen sechs und 13 Jahren – zahlreiche gemeinsame Aktivitäten wie regelmäßige Fußballcamps, vergünstigte Eintritte für Veranstaltungen, Fanartikel und Artikel des VfL Bochum. Und bei den Heimspielen des VfL lässt sich die Bobbi auch mal im Bobbi Bolzer-Familienblock blicken.

Bobbi Bolzer ist also mehr ein Kinderklubmaskottchen, als ein richtiges Maskottchen des Vereins. Trotzdem wurde er von den Fans des VfL gut aufgenommen. Übrigens ist sein Name nicht willkürlich ausgewählt. Sowohl in Bobbi, als auch in Bolzer sind das „Bo“ aus Bochum enthalten – so was nennt man pure Identifikation für den Verein und für die eigene Stadt.

Wer sich den BobbiKlub und Bobbi Bolzer etwas näher ansehen möchte, der ist hier genau richtig:

http://www.bobbiklub.de/webcache/bobbi_index.htm

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