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Der Ausbruch des Louis van Gaal – oder warum jeder Fussball Fan auch Trainer sein könnte

22 Feb

Es geschah am letzten Samstag, ca.  17:30, easy-credit-stadion zu Nürnberg. Die Bayern, die in den letzten Wochen einen überaus schönen und erfolgreichen Fussball boten, mussten sich gegen den Club aus dem Frankenland mit einem Unentschieden zufreiden geben. Hauptsächlich weil der ehemalige Bochumer Gündogan vor Butt nicht in Ehrfurcht erstarrte, mit seinem ersten Bundesligator den Ausgleich für sein Team erzielte und seinen Trainer Hecking auf die Frage nach seinen Qualitäten zu der Antwort brachte: “Er hat jetzt ein Bundesligartor mehr als sein Trainer, das ist scheiße!”

Allerdings sind das wieder nur Randnotizen. Den eigentlichen Aufreger aber lieferte wieder der Trainer der Bayern Louis “arrogant, selbstbewusst” van Gaal. Als ein Reporter von Sky den Trainer fragte, ob die Bayern nicht mit halber Kraft gespielt hätten, beschwerte er sich über diese Frage und stellte den Bayern eine der besten Leistungen der Saison aus. Um in der Pressenkonfernez noch nachzulegen und dem versammelten Journalismus -Publikum “keine Ahnung von Taktik und Fussball zu haben”, da sie es ja nicht studiert hätten.

Hatte mal wieder seine ganz eigene Sicht - Zu Recht? Quelle: bild.de

Hatte mal wieder seine ganz eigene Sicht - Zu Recht? Quelle: bild.de

Und irgendwie hat er damit Recht. Ich glaube ich kenne keinen Beruf, indem Leute (Fans wie Medien) meinen es besser zu wissen, als der Mann der seine Mannschaft unter der Woche jeden Tag sieht, alle Strömungen registriert, über den Zustand Bescheid weiß wie kein anderer, der sich wahrscheinlich schon sein ganzes Leben theoretisch und praktisch mit dem Sport beschäftigt. Das ist paradox. Ich würde ja auch nie auf die Idee kommen meinem Zahnarzt zu sagen, wie er meine Schmerzen behandeln soll, oder ihm mittzuteilen, dass seine Arzthelferin Nummer eins heute nur halbherzig arbeitet, oder ihn zu Fragen ob er die Sprechstundenhilfe nicht auf einer anderen Position stärker einschätzt als vorne an der Theke. Bei Fussball-Trainern hätte ich da gar kein Problem. Aber ich kann auch nicht erklären woran es liegt. Unter der Woche schaue ich gerne ein paar Fussballspiele, informiere mich über die Teams und denke dann ernsthaft ich könnte einige Entscheidungen der Trainer kritisieren.

Aber mal ehrlich, dass ist doch genau eine der Sachen die den Fussball so wunderbar machen. Es sind 50 000 Leute im Stadion und der, der am wenigsten Ahnung hat ist immer der Trainer. Und mal ganz ehrlich, wenn Louis van Gaal wirklich am Samstag die stärkste Saisonleistung seiner Mannschaft gesehen hat, dann sollte man ihm seinen Abschluss der Sportwissenschaften wieder wegnehmen.

Maskottchen der Woche…:Emma

21 Dez

In unserer Reihe “Maskottchen der Woche” haben wir bereits drei Maskottchen von  Bundesligavereinen aus Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Darunter befanden sich zwei Maskottchen aus dem Ruhrgebiet, nämlich Bobbi Bolzer vom VfL Bochum und Erwin vom FC Schalke 04. Das Maskottchen des dritten Ruhrpott-Vereins fehlt jedoch noch – Es ist Emma, der Glücksbringer des BVB.

Immer gut gelaunt und kopfballstark - Emma, Maskottchen des BVB (Bild: bvb.de)

Immer gut gelaunt und kopfballstark - Emma, Maskottchen des BVB (Bild: bvb.de)

In diesen Tagen gab es in Dortmund rund um den Signal-Iduna-Park nur ein Thema: Der 100-jährige Geburtstag des BVB. Mit großen Feierlichkeiten im Stadion und mit einer anschließenden Gala in der Westfalenhalle wurde dieses große Jubiläum gebührend gefeiert. Zu einem solchen Anlass durften die ganz großen Namen des BVB natürlich nicht fehlen.  Ob Lars Ricken, Ottmar Hitzfeld oder Stéphane Chapuisat – viele Helden von damals gaben sich am Samstag die Klinke in die Hand.

Ein Held des BVB fehlte jedoch – Lothar Emmerich, von 1960 bis 1969 Stümer bei Borussia Dortmund.  Vor sechs Jahren verstarb der mehrfache Bundesliga-Torschützenkönig, aber unter den BVB-Fans wird er immernoch verehrt. Um sich immer wieder an seine vielen Tore für den BVB zurück zu erinnern, hat man sich für “Emma”, wie er damals liebevoll genannt wurde, etwas ganz besonders einfallen lassen. Das Maskottchen des BVB sollte nach Lothar Emmerich benannt werden und welcher Name passte da wohl besser als einfach nur “Emma”.

Vor fast fünf Jahren war der neue Glücksbringer der Borussia also geboren, genauer gesagt am 16. April 2005.  Was beim VfL Bochum eine blaue Maus ist und beim FC Schalke ein Knappe, ist beim BVB eine Biene, passend zu den Vereinsfarben in Schwarz und Gelb. Seit knapp fünf Jahren gibt Emma also nun schon bei jedem Heimspiel des BVB ordentlich Gas, wenn es um das Anfeuern der eigenen Mannschaft geht. Mit seinen 2,25m ist Emma wohl auch von den obersten Rängen des Signal-Iduna-Parks zu sehen.

Mit ihrem Namensgeber Lothar Emmerich scheint die Biene Emma auf dem ersten Blick aber nicht viel zu tun zu haben. Schaut man aber genauer hin, so kann man erkennen, dass Emma zumindest die großen blauen Augen vom Stürmer Emmerich geerbt hat. Ansonsten haben die beiden herzlich wenig gemeinsam – zumindest hatte Lotahr Emmerich nicht die Schuhgröße 66. Mit diesen Galoschen versenkt das Maskottchen an Spieltagen des BVB, zum Erstaunen der ganz Kleinen aber auch der Großen im Stadion, den ein oder anderen Ball in der Torwand, wenn sich die Fans aus dem BVB-Kidsclub mit der ulkigen Biene im Stile des Aktuellen Sportstudio messen wollen.

“Bodenständig, kopfballstark und immer gut gelaunt”, das sind, wie die Biene in ihrem Steckbrief selbst über sich sagt, die Stärken von Emma. Drei Kompontenten die man mit dem BVB in Verbindung setzen kann – immerhin scheinen die BVB-Fans immer gut gelaunt zu sein, wenn man sie im Stadion beobachtet und bodenständig sind die Menschen im Ruhrgebiet sowieso. Die Kopfballstärke dürfte Emma wohl als gute Eigenschaft von Lothar Emmerich geerbt haben.

Aber Torgefahr ist für Emma in dieser Saison nicht so wichtig, denn der BVB hat dafür einen geeigneten neuen Goalgetter namens Lucas Barrios – und der ist auch noch Kopfballstark. Wer weiß, vielleicht kommt in einigen Jahren jemand auf die glorreiche Idee, Emma einen Maskottchenkameraden an die Seite zu stellen. Name und Eigenschaft: Lucas – bodenständig, kopfballstark und immer gut gelaunt”.

Neulich beim VfL…:Die Bayern dürfen das.

13 Dez

So, und jetzt wird mal Klartext gesprochen: Der VfL Bochum hat 1:5 gegen die Bayern verloren, und das auch noch zuhause. 0:3 hieß es schon in der Halbzeit und die Leistung war streckenweise indiskutabel. Eine Suche nach den Ursachen.

Wer im Stadion war, der wird bemerkt haben, dass sich die Enttäuschung der Bochumer Anhängerschaft in Grenzen hielt. Wenige Pfiffe, noch weniger Unmutsbekundungen von den Rängen. nur ein einziges Mal wollte die Ostkurve ihre Mannschaft kämpfen sehen. Stattdessen lachende Gesichter rund um das Rewirpowerstadion, nicht nur von Fans in rot-weißer Tracht. Anhänger des VfL scheinen sich mit Heimniederlagen gegen den FC Bayern abgefunden zu haben. Offenbar aber nicht nur die Anhänger, sondern auch die Spieler des VfL.

Ivica Olic bejubelt ein Tor - in Bochum darf er treffen. (Bild: kicker.de)

Ivica Olic bejubelt ein Tor - in Bochum darf er treffen. (Bild: kicker.de)

Aber warum ist das so? Na klar, die Bayern waren zu Gast in Bochum, und die dürfen fünf Tore schießen und drei leichtverdiente Punkte aus Bochum mitnehmen. Das ist beim VfL mittlerweile schon Tradition geworden. Es ist nahezu wie ein ungeschriebenes Gesetz – die Bayern kommen,nehmen drei Punkte mit und fahren wieder Heim. Der Respekt des VfL ist einfach zu groß. Selbst eingefleischte Bochum-Fans tippen auf den FC Bayern, wenn er zu Gast im Pott ist.

Ein Blick auf die Historie. Der letzte Heimsieg des VfL gegen die Münchener datiert vom 14. Februar 2004, als Peter Madsen den 1:0-Siegtreffer gegen die mächtigen Bayern markierte. Danach muss man schon etwas tiefer in den Annalen des VfL wühlen. Da stößt man auf den 11. Okotber 1985, als die Bayern mit 3:0 abgefertigt wurden. Dreimal war der legendere Stefan Kuntz zur Stelle – das waren noch Zeiten.

Einen Stefan Kuntz gibt es heute nicht in den Reihen des VfL. Einige Fußballfachmänner wittern in Zeiten von korrupten Fußballern sogar einen ganz großen Skandal. Man munkelt nämlich, dass Uli Hoeneß sich die Siege in Bochum einiges Kosten lässt. Für das 5:1 am gestrigen Samstag sollen beispielsweise 15.000 Weißwürstchen von Bayern ins Ruhrgebiet geflossen sein. Eine Wurst für jeden Bayern-Fan im Rewirpowerstadion. Die treuen Fans im Ruhrgebiet dürfen doch nicht enttäuscht werden. Anders kann man sich die miserabele Statistik gegen den Rekordmeister nicht erklären.

In Wirklichkeit sieht es aber so aus: Weißwürstchen gab es nur für die Journalisten in der Halbzeitpause. Auf dem Platz sah es aber so aus: die Bayern waren übermächtig und dem VfL in allen Belangen überlegen. Was Bochum zeigte, sah mehr nach einem Nichtangriffspakt aus, als nach Kampf und Leidenschaft, wie er im Abstiegskampf gefordert ist. Ivica Olic durfte vorne schalten und walten wie er wollte und die Badstubers, Lahms und Schweisteiger umkurvten die VfL-Abwehr phasenweise “wie im Trainingsspiel”, wie Phillip Heerwagen nach dem Spiel treffenderweise anmerkte. Selbst die Trikots der Bayern waren schöner.

Unter der Woche, im Vorfeld des Spiels fragte sich Bochums Trainer Heiko Herrlich noch, welches Gesetz vorschreibe, dass der FC Bayern drei Punkte aus Bochum mitnehmen dürfe. Die Antwort ist gefunden. Sie liegt bei Charles Darwin – “der Stärkere überlebt”, sagte er einst. In diesem Sinne -  Glück auf!

Die 10 goldenen Regeln für pessimistische Stadiongänger

1 Dez

Eine eher ungewöhnliche Auflistung von Regeln für den etwas anderen Stadiongänger.

Der Stadiongang - nicht immer ein Vergnügen

Der Stadiongang - nicht immer ein Vergnügen

1. Trage lediglich einen Schal deines Vereins (ja, auch im Sommer!). Wenn du aber zu den sogenannten “Kuttenträgern” gehören möchtest, so streife dir ein Trikot oder gar eine Weste mit den Aufnähern deines Vereins über. Diese Utensilien werden dich in der Regel vor aggresiven Ultra-Gruppierungen des Gegners retten, da Ultras bei ihren Übergriffen meißt “Kuttenfans” außer Acht lassen. Ansonsten reicht der dezente Fanschal.

2. Fahre nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Andernfalls darfst dir dann zwar die Birne vollsaufen, ansonsten hast du aber nur Nachteile: Schweißacheln des Bahnnachbarns im Gesicht, Bierdusche, saunaähnliche Temperaturen im Bus/in der Bahn.

3. Kaufe dir keine Brat- oder gar Currywurst im Stadion. Warum? Sie ist teuer, du wirst nicht satt und meist schmeckt sie einfach nur wie eingeschlafene Füße.

4. Besorg dir eine Sitzplatzkarte. Stehen ist anstrengend. Zudem ist es meist so, dass genau eine Minute vor Anpfiff sich der größte Mensch im Stadion vor dich stellt. Im Idealfall ist dieser Raucher und qualmt dir die Lunge voll. Kümmer dich nicht um den Preis für die Karte. Das Geld bekommst du schon wieder durch das Boykottieren von Brat- oder Currywurst herein.

5. Sage Adé zu deiner Dauerkarte. Warum musst du im Vorhinein Geld dafür zahlen, dass dein Verein wohlmöglich nach 18 Spielen nur fünf Punkte auf dem Konto hat? Zahle für adäquate Leistung und belohne den Verein für guten Fußball.

6.  Schone deine Nerven! Deine Mannschaft liegt 0:3 zurück? Es ist Halbzeit und du hoffst auf die wohl größte Aufholjagd der Vereinsgeschichte? Solange du kein Bayern-Fan bist, kannst du diese Hoffnungen ad acta legen und dir die Kräfte für die anstehende Woche sparen.

7. Gebe Acht bei Auswärtsfahrten. Entferne alle Aufkleber und Fanutensilien an deinem Auto, wenn du nicht willst, dass es vor und nach dem Spiel von Heimfans als Trampolin benutzt wird.

8. Ignoriere die Anzeigetafel. Nicht selten kommt es vor, dass während eines wichtigen Spielzugs deiner Mannschaft die Ergebnisse von den anderen Spielen eingeblendet werden und du währenddessen das wohlmöglich einzige Tor deines Teams verpasst.

9. Unterlasse Schmähgesange gegen den Gastverein. Schone lieber deine Stimme und schreie deinen eigenen Verein nach vorne, falls du nicht willst, dass beim Gegner durch die Provokationen ungeahnte Kräfte freigesetzt werden.

10. Freu dich niemals zu früh. Deine Mannschaft hat den Gegner im Griff und führt souverän mit 3:0. Die Fans erheben sich von ihren Sitzen und singen “Oh wie ist das schön” – bleibe sitzen und erzähle ihen von der Mailänder 3:0-Halbzeitführung im Champions-League-Finale gegen Liverpool. Die Eingeweihten werden sich schnell wieder hinsetzen.

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